How olad killed esptool on my machine

The past weeks I ran into problems with esptool that irked me, because apparently no one else had them. I would upload sketches through platformio or on the command line, and each and every time the upload would fail – regardless whether it was an ESP32 board or an old trusty NodeMCU, and regardless whether it was the esptool that comes with platformio or the one installed via pip.

It would always work out like this: I’d start the upload, and then an error like this would come up:

Writing at 0x00018000... (35 %)Traceback (most recent call last):
File "/usr/local/lib/python3.5/dist-packages/serial/serialposix.py", line 501, in read
'device reports readiness to read but returned no data '
serial.serialutil.SerialException: device reports readiness to read but returned no data (device disconnected or multiple access on port?)
[…]
raise SerialException('read failed: {}'.format(e))
serial.serialutil.SerialException: read failed: device reports readiness to read but returned no data (device disconnected or multiple access on port?)

It wasn’t until I sat at my desk, looking at the last line of the error and looking at the flight case full of DMX lights that it hit me. I had installed OLA on my machine, and olad would start automatically to control DMX fixtures via USB adapter.

Welp.

Saving this for others that might run into the same problem. Kill olad and disable olad autostart.

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Dystopien bauen

Ich durfte heute an einem Workshop zur Stadtentwicklung bei uns im Verschwoerhaus teilnehmen, und habe dabei eine fuer mich neue Methode kennengelernt, die ich unbedingt festhalten moechte – weil ich sie erfrischend anders fand und sie mir nach anfaenglicher Verwirrung geradezu diebische Freude bereitet hat.

Es ging – natuerlich – mal wieder um die Stadt der Zukunft, und die vom BBSR beauftragten Agenturen hatten vorher schon sogenannte Trendmolekuele entwickelt. Wenn ich das richtig verstanden habe, sind das Verkettungen einzelner Elemente, beispielsweise das Zusammenspiel von Civic Tech/„Open-Bewegung“, Kooperation von Verwaltung und BuergerInnen, Digitalem Ehrenamt, aber auch von Misstrauen gegenueber Eliten im Gesamtbild „Autoritaetsverlust der Eliten“. Klang ganz stimmig, teilweise ein wenig Buzzwordig, aber gut.

Wir sollten uns also Gedanken ueber eine Zukunftsstadt machen, z.B. eine wie Ulm, im Jahr 2050. Und das hier bekamen wir vorgesetzt (stichwortartiger Auszug):

Public Private Campus

  • Unistadt mit High-Tech-Unternehmen
  • Unternehmen investieren in Infrastruktur, erwarten dafuer ein unternehmensfreundliches Umfeld
  • oeffentliche Dienste sind quasi durchgehend obsolet oder privatisiert
  • Grenzen zwischen Verwaltung und Wirtschaft sind praktisch aufgeloest
  • Eigene Kryptowaehrung (natuerlich :D)
  • Viel Automatisierung, aber weniger qualifizierte Menschen bekommen auch ab und zu mal Jobs ab

Ich fragte mich ja erst, ob wir hier eigentlich verarscht werden sollen. Company Towns als Zielvision eines Gruppenprozesses? Inklusive Scrip als Kryptowaehrungsbullshit? Vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Debatten? Wer hat denn da Lack gesoffen?!

Je mehr wir aber die Ideen umherwarfen, wie das Stadtquartier 2050 aussehen koennte (wir hatten den real existierenden Neuen Eselsberg als Beispiel), desto mehr kam ich in die Rolle hinein – und habe mit der Gruppe nach und nach quasi alles eingeworfen, was man so von Omni Consumer Products oder sonstiger dystopischer 1980er-Jahre-SciFi kennt. Die Quartiersbetriebsgesellschaft weist den fleissigen hochqualifizierten Beschaeftigten Wohnraum zu, haelt alles wunderbar sauber, organisiert sogar das verbliebene Ehrenamt mit (Wohlfuehlen durch soziales Engagement as a Service!), belohnt erwuenschtes Verhalten mit kostenlosem Netflix, etc. pp.

Im Nachgespraech waren wir Teilnehmende uns uneins, wie wir uns mit dem Format fuehlen sollten. Manche fanden das Szenario beklemmend und fragten nach dem Zweck, das so auszurichten. Ich hatte waehrend des Workshops immer wieder die ModeratorInnen deswegen geloechert, und an den richtigen Stellen ein Zwinkern als Antwort bekommen – und fand die Idee grandios. Denn: Der Hochglanz-Zukunftsvisionen gibt es ja nun wirklich schon genug. Egal ob das Le Corbusier war, oder die autogerechte Stadt, oder Grosswohnsiedlungen: Auf dem Papier sah das ja immer alles erstmal gut aus. Und bei den vorgestellten Szenarien konnte ich mir ganz problemlos vorstellen, dass die mal im Jahr 2000 mit einer Hochglanzbroschuere und grossen Erwartungen ihren Anfang gemacht haben koennten. Bevor sie eben nach und nach in so ein Huxley-Bilderbuchszenario abgedriftet sind.

Im Laufe des Nachgespraechs wurde dann auch allen klargemacht: Ja, genau das ist das Prinzip. Dinge so ueberspitzen, dass auch wirklich allen klar wird, dass diese Idee unerwuenschte Seiteneffekte haben wird – und welche Strukturen ursaechlich dafuer verantwortlich sein koennten. Eine Sensibilisierung fuer die Macht- und Strukturdynamiken, die man sonst bei der tollen Planstadt-Vision einfach ignoriert und 30 Jahre spaeter beissen sie einen in den Arsch. Ich fuehlte mich immer wieder auch an Towards a new Hacker Ethic erinnert, speziell die von Parrish postulierten neuen Leitfragen darin.

Ich wuerde das Konzept gerne mal im Kontext Smart City spielen. Und bin auch gespannt auf die Idee, diese Szenarien auch tatsaechlich in die Form eines Spiels zu giessen: StadtplanerInnen und IT-Buzzword-Ninjas sitzen im Pen-and-Paper-Rollenspielmodus zusammen und bekommen Quests nach dem Strickmuster „Der Lizenzvertrag fuer deine Cisco-Sensorinfrastruktur laeuft aus. Wuerfle fuer den Weiterfuehrungspreis“ gestellt 😉

 

PS: In unserer OCP-Stadt war nicht alle Hoffnung verloren. Ein moegliches Themenfeld war „Jugendhaus“, und ich habe einfach mal postuliert, dass das OCP-Jugendhaus von den nonkonformistischen Jugendlichen einfach links liegen gelassen wird – die sind naemlich auch 2050 so, wie Jugendliche schon immer waren: Sie finden scheisse, was ihre Eltern machen, schaffen sich ihre eigenen Freiraeume. Und eine kleine, aber wichtige Gruppe davon zieht nachts durch die Strassen, sabotiert mit umgebauten Mikrowellen die Quartiers-Sicherheitsinfrastruktur, laesst der Campuspolizei die Luft aus den Golfwagen und konsumiert illegalisierte Substanzen.

The kids will be alright.

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Linksammlung, Civic-Tech- und Retrofuturismus-Ausgabe

Einige Links, die seit einer Weile bei mir offene Tabs belegen und die ich fuer die Nachwelt erhalten moechte:

Why Futurism Has a Cultural Blindspot. We predicted cell phones, but not women in the workplace.

Christian Foerster vom Verkehrsministerium Baden-Wuerttemberg erzaehlt gerne, dass wir in der Zukunftsvision des automatisierten Fahrens eigentlich Retrofuturismus betreiben: Quasi-Raketen-Autos, in denen wir je nach Praegungsjahr dieser vermeintlichen Utopie wahlweise Zeitung lesen – oder arbeiten:

Transportation seems to be a particular poster child of fevered futurist speculation, bearing a disproportionate load of this deferred wish fulfillment (perhaps because we simply find daily travel painful, reminding us of its shared root with the word “travail”). The lament for the perpetually forestalled flying car focuses around childlike wishes (why can’t I have this now?), and ignores massive externalities like aerial traffic jams, and fatality rates likely to be higher than terrestrial driving.

Quintessenz: Wir schreiben einfach unser beschraenktes Weltbild von heute fort – und sehen gar nicht das, was sich tatsaechlich umwaelzen wird.

(Passend dazu auch der oeffentlich-rechtliche Ausblick auf das Jahr 2000 ganz oben)

Don’t Be Evil. Fred Turner on Utopias, Frontiers, and Brogrammers. Ein wunderschoener Text, den man gerne lesen darf, waehrend man den aktuellsten heissen Scheiss des Innovationstheater-Hypes im Hinterkopf hat. Beispielsweise Blockchain:

Any utopianism tends to be a totalizing system. It promises a total solution to problems that are always piecemeal. So the problem from my perspective isn’t the technological part of technological utopianism but the utopianism part.

Any whole-system approach doesn’t work. What I would recommend is not that we abandon technology, but that we deal with it as an integrated part of our world, and that we engage it the same way that we engage the highway system, the architecture that supports our buildings, or the way we organize hospitals.

The technologies that we’ve developed are infrastructures. We don’t have a language yet for infrastructure as politics. And enough magic still clings to the devices that people are very reluctant to start thinking about them as ordinary as tarmac.

But we need to start thinking about them as ordinary as tarmac. And we need to develop institutional settings for thinking about how we want to make our traffic laws. To the extent that technologies enable new collaborations and new communities, more power to them. But let’s be thoughtful about how they function.

Bürger bauen Technik – Civic-Tech-Herausforderungen in Deutschland.

Passend dazu eine umfangreichere Abhandlung zur Frage, wie wir nicht notwendigerweise Innovation, aber eben Loesungen durch und mit Civic Tech und digitalem Ehrenamt erzielen. Schlusssatz:

Ziel ist die Selbstbefähigung von Bürgern innerhalb der Zusammenhänge, die sie bereits jetzt und noch viel stärker in Zukunft massiv beeinflussen werden: die der digitalen Technologien und der dahinter liegenden Machtstrukturen. Das mag sich alles etwas anstrengend anhören – aber ehrlich gesagt macht es doch sehr viel Spaß! 🙂

Zum Weiterlesen empfehle ich das Paper von Laurenellen McCann, die ihre Arbeit zur Schaffung von bedarfs-  und gemeinwohlorientierten (Bürger-) Technologien hier dokumentiert: -> Experimental Modes of Civic Engagement in Civic Tech (PDF).

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Paper der Woche: Hackathons

Tolle Paper-Empfehlung von Paula: Hackathons as Co-optation Ritual: Socializing Workers and Institutionalizing Innovation in the “New” Economy

Abstract

Hackathons, time-bounded events where participants write computer code and build apps, have become a popular means of socializing tech students and workers to produce “innovation” despite little promise of material reward. Although they offer participants opportunities for learning new skills and face-to-face networking and set up interaction rituals that create an emotional “high,” potential advantage is even greater for the events’ corporate sponsors, who use them to outsource work, crowdsource innovation, and enhance their reputation. Ethnographic observations and informal interviews at seven hackathons held in New York during the course of a single school year show how the format of the event and sponsors’ discursive tropes, within a dominant cultural frame reflecting the appeal of Silicon Valley, reshape unpaid and precarious work as an extraordinary opportunity, a ritual of ecstatic labor, and a collective imaginary for fictional expectations of innovation that benefits all, a powerful strategy for manufacturing workers’ consent in the “new” economy.

 

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Niemand braucht Blockchains

Seit ich Stadtbediensteter bin, begegnen mir staendig Berater von namhaften Buden, die z.B. alle Akten Suedtirols „in die Blockchain“ bringen wollen. Rueckfragen, was das denn bringen soll und wofuer es eine Blockchain hier wirklich braucht, blieben stets unbefriedigend beantwortet.

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Corporate-IT-Tipp fuer entspannten Urlaub

Seitdem ich Angestellter in einer Stadtverwaltung bin, muss ich IT-Infrastrukturen mit Windows und Outlook nutzen. Neben der wahnsinnig machenden Unbedienbarkeit von Outlook gehoert dazu auch Die Passwortpolicy. 

Die Passwortpolicy kommt noch aus einer Zeit, in der man annahm, dass Passwoerter genau dann sicher sind, wenn sie jeweils eine bestimmte Anzahl Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen beinhalten. Dem ist zwar nicht so, aber Der Beschluss, Das So Zu Machen wurde halt noch nicht aktualisiert. 

Dazu kommt, dass Der Beschluss auch vorsieht, dass Passwoerter alle paar Wochen geändert werden muessen. Das ist eigentlich eine ganz furchtbare Praxis, denn sie führt dazu, dass Leute Passwoerter einfach rotieren oder sich Hinweise auf Post-Its schreiben – aber so ist halt Der Beschluss. Und wenn man mehrere Tage nicht im Buero ist und in dieser Zeit das Passwort ausläuft, hat man vom Handy aus keinen Zugriff mehr auf Mail und Kalender. 

Um dem vorzubeugen, aendere ich das Passwort immer auch vor Dienstreisen, zur Sicherheit um nicht auf dem Trockenen zu sitzen. So auch vor der jhasien-Reise nach Tokio und dem danach folgenden Urlaub. Ich dachte mir ein neues Passwort nach meinem beängstigend vorhersehbaren Passwortausdenkmuster aus, das Die Policy erfüllt, setzte die Abwesenheitsbenachrichtigung „Mails werden erst ab dem 23.10. gelesen“, ging aus dem Buero. 

Und vergaß das neue Passwort instantan. 

Sehr entspannter Urlaub bislang. 

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#jhasien Tag 5: Von Null auf Firebase

Hatte ich gestern erwaehnt, dass es ja frueh ins Bett gehen kann? Nun. Irgendwie wurde es dann doch spaeter *raeusper*

Das machte aber nicht so furchtbar viel, denn fuer den Samstag war erst 0930 Uhr Treffpunkt an der Ubahn-Station geplant – sehr entspannt und deutlich angenehmer als die sonst bei Jugend hackt ueblichen Anfangszeiten.

Abends zuvor hatte sich herauskristallisiert, dass ich wohl die gleichermassen liebenswerte wie chaotische asiatische Gruppe mentorieren werden wuerde, die einen Freundefinder fuer Kulturaustausch entwickeln wollte. Die sechs Kids hatten zuvor noch absolut nichts in Sachen Programmierung unternommen, waren aber teilweise so voller Energie und Tatendrang, dass ihr Prototyp ihrer Meinung nach gleich die absolute Ueberloesung werden musste. Au weia, was für eine Herausforderung 😀

Ich hatte zum Glueck Unterstuetzung von Jimmy King, einem der Mentoren von vor Ort, der praktischerweise sowohl Japanisch als auch Chinesisch spricht – das vereinfachte die Kommunikation nochmal ganz ordentlich. Generell war klasse, dass vor Ort auch Mentoren von Code for Japan waren, dem Gegenstueck zu den CfA-Brigades oder den OK Labs in Deutschland (mit so einem schoenen reduzierten Logo!).

Am Vormittag gehoerte zu den Lightning Talks auch ein kurzer Vortrag von Hal Seki ueber die Civic-Tech-Aktivitaeten in Ostasien, und es ist jedes Mal wieder inspirierend zu sehen, wie diese weltweite Bewegung einfach abgeht – und wie das mit den vernetzten Welten auch wirklich live von den Communities gelebt wird 🙂

Zum Mittagessen gab es im 11. Stock des SAP-Turms allerlei Sorten Pizza, die hier umgerechnet fast 20 EUR das Stueck kostet und in unserem Fall teilweise mit eher ausfallenden Belagkreationen aufwartete 😀

Natuerlich musste die Kombi aus witziger Pizza und Ausblick auch entsprechend festgehalten werden…

You've met me at a very strange time in my life. #stklookingatthings #teamtokyo #jhasien #vernetztewelten #jugendhackt

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Aber zurueck zu „meiner“ Gruppe. Ich war etwas ratlos, wie wir das denn technisch machen sollten. Sie hatten sich ausgedacht, ausnahmsweise mal keinen „Wie Tinder, nur fuer…“-Klon, sondern einen „Wie OKCupid, nur fuer…“-Klon zu bauen. Und eigentlich finde ich die Idee ganz charmant: Man hakt Fragen zu eigenen Interessen und Ueberzeugungen an, gibt zudem an, welche Antworten man selber bei einem Gegenueber gut faende, und am Ende kann jemand aus einer fremden Kultur matchen, um Menschen zum Austausch zu finden*.
Dazu kommt dann noch, dass die Fragen und Antwortmoeglichkeiten bei uns auf Deutsch, Englisch, Japanisch und Chinesisch vorliegen sollten, so dass das ganze Ding am Ende vollkommen sprachagnostisch sein wuerde. Bis auf den angedachten Chat nach dem Matching, aber das ist ja im Prototypen egal 😉

(* bei einem reellen Produkt muesste man vermutlich spaetestens in Woche zwei der Beta umfangreiche Filter-, Block- und Moderationsfunktionen gegen aufdringliche Creeps, Spammer und sonstige Arschloecher einfuehren, falls man das nicht eh schon direkt mitgedacht hat. Looking at you, Twitter. Aber bei einem Jugendhackathon darf ja Glaube an die Menschheit erstmal ueberwiegen)

Die Frage war nun: Wie setzt man das mit dem Team um? Erster Schritt war mal, die Kids via Codeacademy ganz rudimentaer mit HTML und CSS vertraut zu machen, waehrend ich mir armerudernd Support bei Co-Mentor und Web-Entwickler Martin einholte: Wie zum Teufel bekommen wir hier leichtgewichtig irgendeinen Datenspeicher rein, ohne Megafrustration zu erzeugen?

Die Antwort war mir bis dato voellig unbekannt: Google Firebase bietet eine recht unkomplizierte Moeglichkeit, Daten in einem JSON-Baum abzulegen. Ja, leider ein Google-Dienst, aber wie so oft ist das Angebot an F/LOSS-Loesungen, die schnell fuer einen Hackathon aufsetzbar sind, recht ueberschaubar. Dieses Tutorial hat uns geholfen, recht schnell auch mal Daten abzugreifen und damit zu spielen.

A propos Spielen: Zusammen mit dem Deutschen Computerspielpreis konnten wir einen coolen Workshop anbieten, um VR mal live zu erleben – auch mit selbstgebauten Wolverine-Handdingsis, um das Gefuehl noch echter werden zu lassen 😀

Spieltrieb-Stefan war dann auch gefragt, um eher unerwartete Probleme zu loesen. Da hast du Teilnehmis mit einem auf Chinesisch eingestellten Mac und hast weder Ahnung von Mac noch von Chinesisch, und dann finde mal raus, wie die Kids dort einen passenden Editor finden, um unformatierten Text fuer die HTML- und CSS-Sachen speichern zu koennen. Bis wir ueberall Atom installiert hatten, war das auch mal Nano in der Konsole. Belastend.

Zum Abendessen gab es leckeres Essen dessen Namen ich leider vergessen habe, und ich habe mich gezielt an den Tisch mit lauter japanischen Menschen gesetzt, um ueber Essen, Civic Tech und die alltaeglichen Unterschiede zu quatschen. Ich liess meiner Begeisterung ueber den Quatsch, den wir erlebt und gemacht hatten, freien Lauf – stellte sich aber raus, dass wir fuer Japaner*innen wohl eher unuebliche Touribeschaeftigungen herausgesucht hatten 😉

Zum Abschluss liessen wir uns von Hal noch in eine Bar/ein Restaurant namens hOnda in Laufweite unserer Unterkunft fuehren, wo wir a) Sake, b) Pflaumenwein und c) unerwartete Speisen probieren konnten.

Ich sag mal so: Dass ich mal Haifisch essen wuerde, haette ich nicht gedacht. Und natuerlich mussten wir erst essen und bekamen dann erst verraten, was es ist. Aber nun ist auch Seegurke von der Bucket List abgehakt, obwohl ich vorher noch nicht mal wusste, dass die da drauf waere.

edit: Frank machte mich darauf aufmerksam, dass Haifisch essen enorm ungut ist. Wir bekamen das Zeug vorgesetzt und erst hinterher gesagt, was es ist – fuer die Zukunft weiss ich jetzt, worauf ich achten muss.

Keine Seegurke. Aber lecker.

Danach waere es Zeit fuers Bett gewesen. Stattdessen gab es fuer die Mentor*innen Zeitkulturschocks. Wir werden alt.

Ich habe diesen Beitrag erst nach meiner Rueckkehr veroeffentlicht, aber ihn zeitlich „passend“ auf Samstag nacht eingestellt.

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#jhasien Tag 4: Losgehackt!

Los geht’s!

Heute startete der eigentliche Hackathonpart bei Jugend hackt – Vernetzte Welten. Im Gegensatz zum normalen Zeitplan hatten wir Aufwaermen und Kennenlernphase ja schon gestern am Donnerstag abend erledigt – heute ging es also schon verdammt frueh (0700 Uhr Fruehstueck?! Srsly?!?!) in der sehr ungewohnt-untypischen und weitgehend koffeinfreien Atmosphaere des SAP-Gebaeudes mit der Brainstormingphase los.

Was.

Durch die Durchmischung Deutschland/Japan/Taiwan/Hongkong bzw. China/Mongolei ergibt sich ein witziger Sprachmix, bei dem tatsaechlich oft Deutsch der kleinste gemeinsame Nenner ist – ergaenzt durch Englisch, das aber auch wieder nicht alle sprechen. Ich hatte den Eindruck, dass das sehr freie Jugend-hackt-Format nicht immer kompatibel zur jeweiligen kulturellen Praegung der TeilnehmerInnen ist, aber am Ende waren dann doch einige Ideen geboren 🙂

Aus eher sterilen Bueroraeumen was machen? Ja, das schaffen wir 😉

„Vernetzte Welten“ passte auch hervorragend zu unserer Liveschalte am spaeteren Nachmittag, um die jeweiligen Projektideen aus Tokio, Taipeh und Hongkong zusammenzubringen. Schoen und witzig, wie unkompliziert so etwas heute geht, einfach mal rund 2900 bzw. 2100 km ueber den Browser zusammenzubringen. Und extrem cool ist halt auch, in Tokio zu sitzen und zu sehen, wie unsere Ulmer TeilnehmerInnen Liam in Taipeh und Zoe in Hongkong ihre Ideen vorstellen <3

Wir konnten mit diesem Tag natuerlich auch sowohl den Cooles-Essen- als auch den Witzige-Automaten-Counter jeweils hochschrauben:

Der Automat in der SAP-Kantine gibt naemlich kostenlose Heiss- und Kaltgetraenke (mit Eis! Also nur die Kaltgetraenke) aus, mit einem Countdown, wann sie zu entnehmen sind, und es gibt alles von nach Schwimmbad schmeckendem Dry Ginger Ale ueber Maissuppe bis zu extrem dubiosem aber ultra leckerem „Vitamindrink“

Die Sache mit den absurden Getraenken endete aber auch nach dem Hack-Tag noch nicht. Auf dem Heimweg fiel mir die Empfehlung von -1 wieder ein, der Lotte auf Tomatensaft-Bier von Asahi hinwies. Das mussten Daniel und ich natuerlich gleich kaufen :3

Die Verkostung ist zum Glueck umfangreich dokumentiert. Kann man echt trinken. Muss aber nicht 😀

So frueh bei Jugend hackt mit dem Tagesprogramm durch sein ist wirklich ganz angenehm – so liess ich mich dann doch noch noetigen, den Tag hier zu verbloggen und komme trotzdem weit vor Mitternacht ins Bett. Und weil wir Tagesanfang und Fruehstuecksregularien ganz Deutschland-untypisch deutlich aufgeweicht haben, bleibt nun auch eine Chance auf mehr erholsamen Schlaf 😉

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#jhAsien Tag 3: Schlafmangel und Auftaktworkshop

Ohne Titel.

Diese Tageszusammenfassung wird eine kurze. Wir haben halb zwoelf abends und ich habe gerade selbst fuer meine Verhaeltnisse etwas argen Schlafentzug – so mit konzentrieren muessen, um die Treppe hochzukommen und beim Sitzen erstmal wegnicken ^^

Wenigstens geht es mir nicht alleine so:

Starbug fuehrte uns nach Harajuku, wo 1 zum Beispiel Enten lagern kann oder sowas in der Art.

Zweites Fruehstueck

Zweites Fruehstueck

Ausserdem kann 1 sich dort Crepes mit absurden Belaegen machen lassen, zum Beispiel Kaesekuchen mit Sahne und Karamell und Knusperzeugs, oder auch beliebige andere Dinger, die dich dazu bringen zu sagen „oha das hatte ich mir groesser vorgestellt naja mal sehen ob ich davon satt werde OH GOTT BITTE ROLLT MICH IN MEIN GRAB“

Zweites Fruehstueck

Das trifft sich gut, denn direkt in der Naehe ist ein Schrein, der sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass er das hoechste derartige Eingangstor der Welt hat. In Ermangelung von Kirchtuermen muss sowas offenbar sein und ich kann das nachvollziehen, aus Kirchturmperspektive heraus (ohne dabei auf einem Kirchturm stehen zu muessen).

Das groesste Tor dieser Art der WELT!

Witzig ist auch, dass ein Auflauf japanischer Maenner in Fischerhueten und beigefarbenen Uebergangs-Fotomultifunktionsjacken einen noch groesseren Menschenauflauf am Rande dieser Anlage provozieren kann, wenn sie sich klemmbrettbewaffnet ueber den Graben beugen und auf Dinge zeigen und diese fotografieren, und dann kommen Menschen aus dem nicht-bebeigeten Auflauf dazu und fotografieren das auch, und die Traube an Menschen haelt sich noch eine kurze Zeit auch nach Verschwinden des beigen Blocks. Anscheinend ging es um einen extrem seltenen Wurm, der aber eventuell auch nur ein verschrumpeltes gelbes Blatt war, so ganz genau liess sich das nach Begutachtung der Szene nicht abschliessend beurteilen.

Im Uebrigen legt man in Japan Wert auf ressourcensparendes Handeln. Z.B. sind Rolltreppen zur Emissionsvermeidung teilweise abgeschaltet, oder man kann auch die Praxis erwaehnen, dass zur Erfuellung von Wuenschen nicht mehr Pferde geopfert werden muessen, sondern ein Holzbrettl mit dem jeweiligen Wunsch bepinselt an einen besonderen Ort gehaengt wird. Solcherlei war auch in diesem Schrein um einen Baum herum anzutreffen, gegen eine Schutzgebuehr kann man naemlich ein Brettl im Corporate Prayer Design des oertlichen Schreins kaufen und hinhaengen. Den Absurditaetspreis gewann das Ersatzpferd mit der sinngemaessen deutschen Beschriftung „Religionen abschaffen“.

Um die Ecke gab es in dieser so unglaublich sauberen und organisierten Stadt auch den ersten auffallenden Fall von Vandalismus zu bewundern, was uns etwas aufatmen liess.

Danach fuehrte uns erneut Starbug nach Akihabara, wo quasi fuer jede Nische ein Spezialitaetenladen mit mehreren Stockwerken zu finden ist. Egal welchen Elektronikshitladen ihr jemals gesehen hattet, das ist kein Vergleich zu hier.

Danach teilten wir uns auf – Lotte zog mit Crew nochmal Harajuku, und ich ging mit Daniel und dem Rest Biohacker besuchen. Natuerlich nicht ohne einen Umweg ueber den Bahnhof Ebisu, denn die Jugend-hackt-Styleguide-Schriftart heisst ebenso 😀

Wir sind keinesfalls Styleguideopfer!

(Ich fand gerade erst heraus, dass Ebisu (えびす) eine Shinto-Gottheit ist, der Bahnhof aber wurde fuer den Transport des Bieres einer ehemals nahegelegenen Brauerei gebaut, die nach diesem Gott benannt war. Okay.)

Biohackers

Nach noch so einem langen Tag war die koerperliche Energie zwar langsam aufgebraucht, aber jetzt fing ja das eigentliche Jugend hackt erst an:

Motiviert und ausgeschlafen, auf jeden Fall

Koffeinpulle aus dem 7/11 rein und durch: Um die Teilnehmer*innen aus Deutschland, Japan, China und der Mongolei zusammenzubringen, bauten wir Grusskarten-Voodoopuppen a la Codeweek:

und zwar nicht nur bei uns in Tokio, sondern auch bei den angeschlossenen Rundfunkanstalte^wEvents in Hongkong und Taipeh:

Die Einstiegs-Bastelaktion sollte die Huerde fuer die verschiedenen Deutsch-Sprachlevels der Teilnehmenden aus den verschiedenen Laendern deutlich gesenkt haben. Ich bin sehr gespannt auf morgen. Und muss jetzt ins Bett. Egal was die jetzt hier machen.

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#jhAsien: Soo viel an einem Tag!

Tag zwei der Jugend-hackt-Asien-Reise, und weil mir mein Zimmerkollege, der sogenannte Starbug, Melatonin vercheckt hat, war ich um 0030 eingeschlafen und um 0630 hellwach. Ausgezeichnet.

Ich schreibe diesen Post am Ende dieses zweiten Tages, und bin im Rueckblick etwas ueberrascht, wie viel Zeug das heute wieder war. Los ging es schon kurz nach 0700 mit dem Fruehstueck als erstem „richtig“ traditionell japanischen Essen. Mit Sojabohnen und Fisch nicht aller Anwesenden Sache, aber zumindest probieren gehoert ja schon dazu. Und ich bin ganz angenehm ueberrascht, als Bewegungs- und Koordinationsherausgeforderter langsam die Sache mit den Staebchen so hinzubekommen, dass ich nicht verhungern muss.

Reis. Fisch. Sojabohnen. Und die Namen vom Rest hab ich vergessen.

Danach folgte auch was klassisches: Eine klassische Bus-Touri-Rundfahrt, um alle klassischen Photospots abzuklappern. Vom Tokyo Tower:

Menschen, die Menschen fotografieren, die Menschen fotografieren, die einen Glitzer-Modell-Tokio-Tower fotografieren

Wie oben, nur mit Jukalpaka vor Nebel 😉

Ueber den Photo Spot vor dem Wachhaeusel vor dem Kaiserpalast:

Ein beliebter Fotopunkt, wie unsere Reisefuehrerin betonte. Ja gut.

Meta: So schoene Muelltrennung. Da fuehlt sich der Schwabe wohl.

und zum Sensō-ji in Asakusa:

(Wie man sieht, sind Meta-Fotos mindestens so wichtig wie welche mit dem Jukalpaka drauf!)

Ein Ziel ist ja auch, an den ueberall stehenden Getraenkeautomaten einmal alles ausprobiert zu haben. Diese Automaten stehen hier tatsaechlich sowohl in Gebaeuden als auch im oeffentlichen Raum geschaetzt alle 50 Meter und natuerlich verstehen wir die Beschriftungen der ausgestellten Flaschen nicht immer so ganz. So kann man auch mal Wasser erwarten und Eiskaffee bekommen – oder statt Pfirsicheistee Malz-Eistee. Das schmeckt etwa so wie kalt gewordener Caro-Kaffee und ist nicht empfehlenswert. 0/10, wuerde nicht wieder kaufen.

Rechts in der Schuessel ist gebratenes Tofuzeugs und es schmeckte sowas von geil.

Zum Mittagessen fanden unsere lokalen Betreuer extra ein auch fuer unsere Vegetarier*innen passendes Ramen-Restaurant, bevor es zur oertlichen Partnerschule des Goethe-Instituts ging. Beim Zusehen waren wir uns recht schnell einig, dass Deutsch eine unglaublich beschissen zu lernende Fremdsprache sein muss 😡

Die Schule ist sehr beeindruckend ausgestattet. Dort reicht nicht einfach eine Turnhalle, nein, es muss zusaetzlich je noch eine fuer Kendō und Judo sein. Und im PC-Raum steht auch gleich ein 3D-Drucker

Extremes Highlight war das Abendessen: Auf Empfehlung unseres japanischen Begleiters gingen wir Okonomiyaki essen. Das ist quasi DIY-Pfannkuchen selber am Tisch brutzeln, mit extrem leckerer Sosse obendrauf:

Zum Tagesausklang stand noch die offenbar bekannteste Kreuzung Asiens auf dem Plan (die mir bislang ueberhaupt nicht bewussterweise bekannt war, aber nicht weniger beeindruckend laut und wuselig)

(und wir haben 500 IMO extrem angelegte Yen investiert, um meines Erachtens echt gute Bilder von uns aus einem Spezialautomaten machen zu lassen)

Entgegen aller Behauptungen bin ich aber bislang noch nirgendwo draufgeklettert. Ich halte das jedoch grundsaetzlich fuer eine gute Idee :3

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