Corporate-IT-Tipp fuer entspannten Urlaub

Seitdem ich Angestellter in einer Stadtverwaltung bin, muss ich IT-Infrastrukturen mit Windows und Outlook nutzen. Neben der wahnsinnig machenden Unbedienbarkeit von Outlook gehoert dazu auch Die Passwortpolicy. 

Die Passwortpolicy kommt noch aus einer Zeit, in der man annahm, dass Passwoerter genau dann sicher sind, wenn sie jeweils eine bestimmte Anzahl Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung, Zahlen und Sonderzeichen beinhalten. Dem ist zwar nicht so, aber Der Beschluss, Das So Zu Machen wurde halt noch nicht aktualisiert. 

Dazu kommt, dass Der Beschluss auch vorsieht, dass Passwoerter alle paar Wochen geändert werden muessen. Das ist eigentlich eine ganz furchtbare Praxis, denn sie führt dazu, dass Leute Passwoerter einfach rotieren oder sich Hinweise auf Post-Its schreiben – aber so ist halt Der Beschluss. Und wenn man mehrere Tage nicht im Buero ist und in dieser Zeit das Passwort ausläuft, hat man vom Handy aus keinen Zugriff mehr auf Mail und Kalender. 

Um dem vorzubeugen, aendere ich das Passwort immer auch vor Dienstreisen, zur Sicherheit um nicht auf dem Trockenen zu sitzen. So auch vor der jhasien-Reise nach Tokio und dem danach folgenden Urlaub. Ich dachte mir ein neues Passwort nach meinem beängstigend vorhersehbaren Passwortausdenkmuster aus, das Die Policy erfüllt, setzte die Abwesenheitsbenachrichtigung „Mails werden erst ab dem 23.10. gelesen“, ging aus dem Buero. 

Und vergaß das neue Passwort instantan. 

Sehr entspannter Urlaub bislang. 

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#jhasien Tag 5: Von Null auf Firebase

Hatte ich gestern erwaehnt, dass es ja frueh ins Bett gehen kann? Nun. Irgendwie wurde es dann doch spaeter *raeusper*

Das machte aber nicht so furchtbar viel, denn fuer den Samstag war erst 0930 Uhr Treffpunkt an der Ubahn-Station geplant – sehr entspannt und deutlich angenehmer als die sonst bei Jugend hackt ueblichen Anfangszeiten.

Abends zuvor hatte sich herauskristallisiert, dass ich wohl die gleichermassen liebenswerte wie chaotische asiatische Gruppe mentorieren werden wuerde, die einen Freundefinder fuer Kulturaustausch entwickeln wollte. Die sechs Kids hatten zuvor noch absolut nichts in Sachen Programmierung unternommen, waren aber teilweise so voller Energie und Tatendrang, dass ihr Prototyp ihrer Meinung nach gleich die absolute Ueberloesung werden musste. Au weia, was für eine Herausforderung 😀

Ich hatte zum Glueck Unterstuetzung von Jimmy King, einem der Mentoren von vor Ort, der praktischerweise sowohl Japanisch als auch Chinesisch spricht – das vereinfachte die Kommunikation nochmal ganz ordentlich. Generell war klasse, dass vor Ort auch Mentoren von Code for Japan waren, dem Gegenstueck zu den CfA-Brigades oder den OK Labs in Deutschland (mit so einem schoenen reduzierten Logo!).

Am Vormittag gehoerte zu den Lightning Talks auch ein kurzer Vortrag von Hal Seki ueber die Civic-Tech-Aktivitaeten in Ostasien, und es ist jedes Mal wieder inspirierend zu sehen, wie diese weltweite Bewegung einfach abgeht – und wie das mit den vernetzten Welten auch wirklich live von den Communities gelebt wird 🙂

Zum Mittagessen gab es im 11. Stock des SAP-Turms allerlei Sorten Pizza, die hier umgerechnet fast 20 EUR das Stueck kostet und in unserem Fall teilweise mit eher ausfallenden Belagkreationen aufwartete 😀

Natuerlich musste die Kombi aus witziger Pizza und Ausblick auch entsprechend festgehalten werden…

You've met me at a very strange time in my life. #stklookingatthings #teamtokyo #jhasien #vernetztewelten #jugendhackt

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Aber zurueck zu „meiner“ Gruppe. Ich war etwas ratlos, wie wir das denn technisch machen sollten. Sie hatten sich ausgedacht, ausnahmsweise mal keinen „Wie Tinder, nur fuer…“-Klon, sondern einen „Wie OKCupid, nur fuer…“-Klon zu bauen. Und eigentlich finde ich die Idee ganz charmant: Man hakt Fragen zu eigenen Interessen und Ueberzeugungen an, gibt zudem an, welche Antworten man selber bei einem Gegenueber gut faende, und am Ende kann jemand aus einer fremden Kultur matchen, um Menschen zum Austausch zu finden*.
Dazu kommt dann noch, dass die Fragen und Antwortmoeglichkeiten bei uns auf Deutsch, Englisch, Japanisch und Chinesisch vorliegen sollten, so dass das ganze Ding am Ende vollkommen sprachagnostisch sein wuerde. Bis auf den angedachten Chat nach dem Matching, aber das ist ja im Prototypen egal 😉

(* bei einem reellen Produkt muesste man vermutlich spaetestens in Woche zwei der Beta umfangreiche Filter-, Block- und Moderationsfunktionen gegen aufdringliche Creeps, Spammer und sonstige Arschloecher einfuehren, falls man das nicht eh schon direkt mitgedacht hat. Looking at you, Twitter. Aber bei einem Jugendhackathon darf ja Glaube an die Menschheit erstmal ueberwiegen)

Die Frage war nun: Wie setzt man das mit dem Team um? Erster Schritt war mal, die Kids via Codeacademy ganz rudimentaer mit HTML und CSS vertraut zu machen, waehrend ich mir armerudernd Support bei Co-Mentor und Web-Entwickler Martin einholte: Wie zum Teufel bekommen wir hier leichtgewichtig irgendeinen Datenspeicher rein, ohne Megafrustration zu erzeugen?

Die Antwort war mir bis dato voellig unbekannt: Google Firebase bietet eine recht unkomplizierte Moeglichkeit, Daten in einem JSON-Baum abzulegen. Ja, leider ein Google-Dienst, aber wie so oft ist das Angebot an F/LOSS-Loesungen, die schnell fuer einen Hackathon aufsetzbar sind, recht ueberschaubar. Dieses Tutorial hat uns geholfen, recht schnell auch mal Daten abzugreifen und damit zu spielen.

A propos Spielen: Zusammen mit dem Deutschen Computerspielpreis konnten wir einen coolen Workshop anbieten, um VR mal live zu erleben – auch mit selbstgebauten Wolverine-Handdingsis, um das Gefuehl noch echter werden zu lassen 😀

Spieltrieb-Stefan war dann auch gefragt, um eher unerwartete Probleme zu loesen. Da hast du Teilnehmis mit einem auf Chinesisch eingestellten Mac und hast weder Ahnung von Mac noch von Chinesisch, und dann finde mal raus, wie die Kids dort einen passenden Editor finden, um unformatierten Text fuer die HTML- und CSS-Sachen speichern zu koennen. Bis wir ueberall Atom installiert hatten, war das auch mal Nano in der Konsole. Belastend.

Zum Abendessen gab es leckeres Essen dessen Namen ich leider vergessen habe, und ich habe mich gezielt an den Tisch mit lauter japanischen Menschen gesetzt, um ueber Essen, Civic Tech und die alltaeglichen Unterschiede zu quatschen. Ich liess meiner Begeisterung ueber den Quatsch, den wir erlebt und gemacht hatten, freien Lauf – stellte sich aber raus, dass wir fuer Japaner*innen wohl eher unuebliche Touribeschaeftigungen herausgesucht hatten 😉

Zum Abschluss liessen wir uns von Hal noch in eine Bar/ein Restaurant namens hOnda in Laufweite unserer Unterkunft fuehren, wo wir a) Sake, b) Pflaumenwein und c) unerwartete Speisen probieren konnten.

Ich sag mal so: Dass ich mal Haifisch essen wuerde, haette ich nicht gedacht. Und natuerlich mussten wir erst essen und bekamen dann erst verraten, was es ist. Aber nun ist auch Seegurke von der Bucket List abgehakt, obwohl ich vorher noch nicht mal wusste, dass die da drauf waere.

edit: Frank machte mich darauf aufmerksam, dass Haifisch essen enorm ungut ist. Wir bekamen das Zeug vorgesetzt und erst hinterher gesagt, was es ist – fuer die Zukunft weiss ich jetzt, worauf ich achten muss.

Keine Seegurke. Aber lecker.

Danach waere es Zeit fuers Bett gewesen. Stattdessen gab es fuer die Mentor*innen Zeitkulturschocks. Wir werden alt.

Ich habe diesen Beitrag erst nach meiner Rueckkehr veroeffentlicht, aber ihn zeitlich „passend“ auf Samstag nacht eingestellt.

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#jhasien Tag 4: Losgehackt!

Los geht’s!

Heute startete der eigentliche Hackathonpart bei Jugend hackt – Vernetzte Welten. Im Gegensatz zum normalen Zeitplan hatten wir Aufwaermen und Kennenlernphase ja schon gestern am Donnerstag abend erledigt – heute ging es also schon verdammt frueh (0700 Uhr Fruehstueck?! Srsly?!?!) in der sehr ungewohnt-untypischen und weitgehend koffeinfreien Atmosphaere des SAP-Gebaeudes mit der Brainstormingphase los.

Was.

Durch die Durchmischung Deutschland/Japan/Taiwan/Hongkong bzw. China/Mongolei ergibt sich ein witziger Sprachmix, bei dem tatsaechlich oft Deutsch der kleinste gemeinsame Nenner ist – ergaenzt durch Englisch, das aber auch wieder nicht alle sprechen. Ich hatte den Eindruck, dass das sehr freie Jugend-hackt-Format nicht immer kompatibel zur jeweiligen kulturellen Praegung der TeilnehmerInnen ist, aber am Ende waren dann doch einige Ideen geboren 🙂

Aus eher sterilen Bueroraeumen was machen? Ja, das schaffen wir 😉

„Vernetzte Welten“ passte auch hervorragend zu unserer Liveschalte am spaeteren Nachmittag, um die jeweiligen Projektideen aus Tokio, Taipeh und Hongkong zusammenzubringen. Schoen und witzig, wie unkompliziert so etwas heute geht, einfach mal rund 2900 bzw. 2100 km ueber den Browser zusammenzubringen. Und extrem cool ist halt auch, in Tokio zu sitzen und zu sehen, wie unsere Ulmer TeilnehmerInnen Liam in Taipeh und Zoe in Hongkong ihre Ideen vorstellen <3

Wir konnten mit diesem Tag natuerlich auch sowohl den Cooles-Essen- als auch den Witzige-Automaten-Counter jeweils hochschrauben:

Der Automat in der SAP-Kantine gibt naemlich kostenlose Heiss- und Kaltgetraenke (mit Eis! Also nur die Kaltgetraenke) aus, mit einem Countdown, wann sie zu entnehmen sind, und es gibt alles von nach Schwimmbad schmeckendem Dry Ginger Ale ueber Maissuppe bis zu extrem dubiosem aber ultra leckerem „Vitamindrink“

Die Sache mit den absurden Getraenken endete aber auch nach dem Hack-Tag noch nicht. Auf dem Heimweg fiel mir die Empfehlung von -1 wieder ein, der Lotte auf Tomatensaft-Bier von Asahi hinwies. Das mussten Daniel und ich natuerlich gleich kaufen :3

Die Verkostung ist zum Glueck umfangreich dokumentiert. Kann man echt trinken. Muss aber nicht 😀

So frueh bei Jugend hackt mit dem Tagesprogramm durch sein ist wirklich ganz angenehm – so liess ich mich dann doch noch noetigen, den Tag hier zu verbloggen und komme trotzdem weit vor Mitternacht ins Bett. Und weil wir Tagesanfang und Fruehstuecksregularien ganz Deutschland-untypisch deutlich aufgeweicht haben, bleibt nun auch eine Chance auf mehr erholsamen Schlaf 😉

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#jhAsien Tag 3: Schlafmangel und Auftaktworkshop

Ohne Titel.

Diese Tageszusammenfassung wird eine kurze. Wir haben halb zwoelf abends und ich habe gerade selbst fuer meine Verhaeltnisse etwas argen Schlafentzug – so mit konzentrieren muessen, um die Treppe hochzukommen und beim Sitzen erstmal wegnicken ^^

Wenigstens geht es mir nicht alleine so:

Starbug fuehrte uns nach Harajuku, wo 1 zum Beispiel Enten lagern kann oder sowas in der Art.

Zweites Fruehstueck

Zweites Fruehstueck

Ausserdem kann 1 sich dort Crepes mit absurden Belaegen machen lassen, zum Beispiel Kaesekuchen mit Sahne und Karamell und Knusperzeugs, oder auch beliebige andere Dinger, die dich dazu bringen zu sagen „oha das hatte ich mir groesser vorgestellt naja mal sehen ob ich davon satt werde OH GOTT BITTE ROLLT MICH IN MEIN GRAB“

Zweites Fruehstueck

Das trifft sich gut, denn direkt in der Naehe ist ein Schrein, der sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass er das hoechste derartige Eingangstor der Welt hat. In Ermangelung von Kirchtuermen muss sowas offenbar sein und ich kann das nachvollziehen, aus Kirchturmperspektive heraus (ohne dabei auf einem Kirchturm stehen zu muessen).

Das groesste Tor dieser Art der WELT!

Witzig ist auch, dass ein Auflauf japanischer Maenner in Fischerhueten und beigefarbenen Uebergangs-Fotomultifunktionsjacken einen noch groesseren Menschenauflauf am Rande dieser Anlage provozieren kann, wenn sie sich klemmbrettbewaffnet ueber den Graben beugen und auf Dinge zeigen und diese fotografieren, und dann kommen Menschen aus dem nicht-bebeigeten Auflauf dazu und fotografieren das auch, und die Traube an Menschen haelt sich noch eine kurze Zeit auch nach Verschwinden des beigen Blocks. Anscheinend ging es um einen extrem seltenen Wurm, der aber eventuell auch nur ein verschrumpeltes gelbes Blatt war, so ganz genau liess sich das nach Begutachtung der Szene nicht abschliessend beurteilen.

Im Uebrigen legt man in Japan Wert auf ressourcensparendes Handeln. Z.B. sind Rolltreppen zur Emissionsvermeidung teilweise abgeschaltet, oder man kann auch die Praxis erwaehnen, dass zur Erfuellung von Wuenschen nicht mehr Pferde geopfert werden muessen, sondern ein Holzbrettl mit dem jeweiligen Wunsch bepinselt an einen besonderen Ort gehaengt wird. Solcherlei war auch in diesem Schrein um einen Baum herum anzutreffen, gegen eine Schutzgebuehr kann man naemlich ein Brettl im Corporate Prayer Design des oertlichen Schreins kaufen und hinhaengen. Den Absurditaetspreis gewann das Ersatzpferd mit der sinngemaessen deutschen Beschriftung „Religionen abschaffen“.

Um die Ecke gab es in dieser so unglaublich sauberen und organisierten Stadt auch den ersten auffallenden Fall von Vandalismus zu bewundern, was uns etwas aufatmen liess.

Danach fuehrte uns erneut Starbug nach Akihabara, wo quasi fuer jede Nische ein Spezialitaetenladen mit mehreren Stockwerken zu finden ist. Egal welchen Elektronikshitladen ihr jemals gesehen hattet, das ist kein Vergleich zu hier.

Danach teilten wir uns auf – Lotte zog mit Crew nochmal Harajuku, und ich ging mit Daniel und dem Rest Biohacker besuchen. Natuerlich nicht ohne einen Umweg ueber den Bahnhof Ebisu, denn die Jugend-hackt-Styleguide-Schriftart heisst ebenso 😀

Wir sind keinesfalls Styleguideopfer!

(Ich fand gerade erst heraus, dass Ebisu (えびす) eine Shinto-Gottheit ist, der Bahnhof aber wurde fuer den Transport des Bieres einer ehemals nahegelegenen Brauerei gebaut, die nach diesem Gott benannt war. Okay.)

Biohackers

Nach noch so einem langen Tag war die koerperliche Energie zwar langsam aufgebraucht, aber jetzt fing ja das eigentliche Jugend hackt erst an:

Motiviert und ausgeschlafen, auf jeden Fall

Koffeinpulle aus dem 7/11 rein und durch: Um die Teilnehmer*innen aus Deutschland, Japan, China und der Mongolei zusammenzubringen, bauten wir Grusskarten-Voodoopuppen a la Codeweek:

und zwar nicht nur bei uns in Tokio, sondern auch bei den angeschlossenen Rundfunkanstalte^wEvents in Hongkong und Taipeh:

Die Einstiegs-Bastelaktion sollte die Huerde fuer die verschiedenen Deutsch-Sprachlevels der Teilnehmenden aus den verschiedenen Laendern deutlich gesenkt haben. Ich bin sehr gespannt auf morgen. Und muss jetzt ins Bett. Egal was die jetzt hier machen.

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#jhAsien: Soo viel an einem Tag!

Tag zwei der Jugend-hackt-Asien-Reise, und weil mir mein Zimmerkollege, der sogenannte Starbug, Melatonin vercheckt hat, war ich um 0030 eingeschlafen und um 0630 hellwach. Ausgezeichnet.

Ich schreibe diesen Post am Ende dieses zweiten Tages, und bin im Rueckblick etwas ueberrascht, wie viel Zeug das heute wieder war. Los ging es schon kurz nach 0700 mit dem Fruehstueck als erstem „richtig“ traditionell japanischen Essen. Mit Sojabohnen und Fisch nicht aller Anwesenden Sache, aber zumindest probieren gehoert ja schon dazu. Und ich bin ganz angenehm ueberrascht, als Bewegungs- und Koordinationsherausgeforderter langsam die Sache mit den Staebchen so hinzubekommen, dass ich nicht verhungern muss.

Reis. Fisch. Sojabohnen. Und die Namen vom Rest hab ich vergessen.

Danach folgte auch was klassisches: Eine klassische Bus-Touri-Rundfahrt, um alle klassischen Photospots abzuklappern. Vom Tokyo Tower:

Menschen, die Menschen fotografieren, die Menschen fotografieren, die einen Glitzer-Modell-Tokio-Tower fotografieren

Wie oben, nur mit Jukalpaka vor Nebel 😉

Ueber den Photo Spot vor dem Wachhaeusel vor dem Kaiserpalast:

Ein beliebter Fotopunkt, wie unsere Reisefuehrerin betonte. Ja gut.

Meta: So schoene Muelltrennung. Da fuehlt sich der Schwabe wohl.

und zum Sensō-ji in Asakusa:

(Wie man sieht, sind Meta-Fotos mindestens so wichtig wie welche mit dem Jukalpaka drauf!)

Ein Ziel ist ja auch, an den ueberall stehenden Getraenkeautomaten einmal alles ausprobiert zu haben. Diese Automaten stehen hier tatsaechlich sowohl in Gebaeuden als auch im oeffentlichen Raum geschaetzt alle 50 Meter und natuerlich verstehen wir die Beschriftungen der ausgestellten Flaschen nicht immer so ganz. So kann man auch mal Wasser erwarten und Eiskaffee bekommen – oder statt Pfirsicheistee Malz-Eistee. Das schmeckt etwa so wie kalt gewordener Caro-Kaffee und ist nicht empfehlenswert. 0/10, wuerde nicht wieder kaufen.

Rechts in der Schuessel ist gebratenes Tofuzeugs und es schmeckte sowas von geil.

Zum Mittagessen fanden unsere lokalen Betreuer extra ein auch fuer unsere Vegetarier*innen passendes Ramen-Restaurant, bevor es zur oertlichen Partnerschule des Goethe-Instituts ging. Beim Zusehen waren wir uns recht schnell einig, dass Deutsch eine unglaublich beschissen zu lernende Fremdsprache sein muss 😡

Die Schule ist sehr beeindruckend ausgestattet. Dort reicht nicht einfach eine Turnhalle, nein, es muss zusaetzlich je noch eine fuer Kendō und Judo sein. Und im PC-Raum steht auch gleich ein 3D-Drucker

Extremes Highlight war das Abendessen: Auf Empfehlung unseres japanischen Begleiters gingen wir Okonomiyaki essen. Das ist quasi DIY-Pfannkuchen selber am Tisch brutzeln, mit extrem leckerer Sosse obendrauf:

Zum Tagesausklang stand noch die offenbar bekannteste Kreuzung Asiens auf dem Plan (die mir bislang ueberhaupt nicht bewussterweise bekannt war, aber nicht weniger beeindruckend laut und wuselig)

(und wir haben 500 IMO extrem angelegte Yen investiert, um meines Erachtens echt gute Bilder von uns aus einem Spezialautomaten machen zu lassen)

Entgegen aller Behauptungen bin ich aber bislang noch nirgendwo draufgeklettert. Ich halte das jedoch grundsaetzlich fuer eine gute Idee :3

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#jhAsien: Hello Tokio!

Ohai Tokio!

Vergangene Woche war erst Jugend hackt bei uns in Ulm, und nur acht Tage spaeter sitze ich hier am Dienstagabend in Tokio in unserem Hotel direkt neben dem Tokioter Goethe-Institut. „Vernetzte Welten“ heisst das Motto, unter dem gerade auf Einladung des Goethe-Instituts drei Gruppen mit je fuenf TeilnehmerInnen und fuenf MentorInnen gleichzeitig in Taipeh, Hongkong und Tokio sind. Und ich habe das wirklich grosse Glueck, dabei sein zu duerfen <3

Deshalb grinse ich schon seit mindestens 20 Stunden wie ein Honigkuchenpferd (okay, vermutlich nicht waehrend ich im Flieger zu schlafen versucht habe): Das ist nicht nur das erste Mal, dass ich in Japan bin, sondern auch das erste Mal in Asien ueberhaupt. Und etwa ab Danzig kam dieses „oh krass, so weit oestlich war ich noch nie auf der Welt!11“-Gefuehl dazu.

Nein, ich bin bislang echt noch nicht *so* viel rumgekommen. Viel weiter oestlich als hier war ich vorher glaube ich noch nie.

Derweil waere die Reise kurz vor knapp beinahe in die Hose gegangen. Aehm. Wie beschreibe ich das jetzt.

Hochmut kommt vor dem Fall oder so. Alles war souveraen gepackt. Schuko-Steckdosenleisten und Adapterstecker fuer die ganze Crew. Ein eigener Freifunk-Router. (Hoffentlich) alles.

Und eigentlich stand und fiel alles mit dem Umstand, dass Bine ihre Verbindung nicht direkt nach Frankfurt-Flughafen mit Umstieg in Mannheim gebucht hatte, sondern mit dem „Umweg“ ueber Frankfurt Hauptbahnhof. Weil so konnte ich zusehen, wie der Zugbegleiter kurz nach Mannheim bei einem Menschen im Abteil unbedingt einen Lichtbildausweis haben wollte. „Keinen Personalausweis oder Pass dabei?“

Pass dabei?

Pass dabei?

PASS DABEI?

(Im Nachhinein ist es fast schade, dass keine Kamera mitlief. Oder ein Audiorecorder).

Es war 1352 Uhr, irgendwo zwischen Mannheim und Frankfurt. Um 1500 Uhr wollten wir uns am Flughafen treffen, um 1720 sollte das Boarding beginnen. Und mein Reisepass lag noch zuhause auf der Kommode.

Dieses Gefuehl, wenn der Arsch ganz, ganz langsam auf Grundeis sinkt.

Japan akzeptiert wohl alleine den Reisepass fuer die Einreise. Hektische Recherche auf den Mobiltelefonen. Vorlaeufige Notdokumente: Offenbar keine Chance. Juka war telefonisch nicht erreichbar. Meine Mitbewohnerinnen waren gar nicht erst da: Niko war in Starnberg, Mariam im FSJ-Seminar. Niemand konnte die Tuer aufsperren. Niemand den Pass nach Frankfurt bringen.

Wenn sich Tweets einfach hart raechen

Endlich, 1411, Juka ruft zurueck. Wenn sie a) jetzt sofort zu unseren alten Hausmeistern um die Ecke aufbricht, b) die auch zuhause sind und ihr c) sofort den Schluessel geben, und sie dann d) den Pass findet und e) den Zug um 1450 ab Ulm erwischt, der dann f) 1710 in Frankfurt Flughafen ankommt, 10 Minuten vor Boardingbeginn. Dann koennte es klappen.

Das sind eine Menge wenns. Shit. Aber Juka verspricht, es zu versuchen.

Wer den Schaden hat…

1428. Juka hat den Hausmeister per Sprechanlage erreicht. Der hat die Situation eventuell ueber die Sprechanlage nicht so gut verstanden, will aber rueberkommen. In 22 Minuten geht der Zug. Bine und ich steigen derweil in die Frankfurter S-Bahn und ich schaue staendig aufs Handy, um keine Nachricht zu verpassen und um zu sehen, ob ich Empfang habe. Natuerlich reisst der Empfang ab. 1435 Uhr. 15 Minuten. Flugmodus an, aus, an, aus, verbinde dich!

1438 noch kurz der Anruf, wo isser denn, der Pass? 1439 ist er gefunden. 11 Minuten bis zum Zug. Jetzt gibts nichts mehr ausser Daumen druecken. Mit dem Fahrrad duerfte das machbar sein.

Und es klappte. Mir blieb nur mehr, mein aufgegebenes Gepaeck Bine zu ueberlassen und die anderen bei der Sicherheitskontrolle zu verabschieden, um in den verbleibenden 90 Minuten die ideale Passuebergabe und den schnellsten Weg vom Fernbahnhof zum Gate auszubaldowern. Nebenbei ist der Rest der Gruppe nicht nur aufs ganze Flugzeug verteilt, es bleibt dazu noch zu bangen, dass wir ueberhaupt alle im ueberbuchten Flug einen Sitzplatz bekommen – einige hatten gar keine Platznummer mehr auf ihre Bordkarte bekommen.

1710 faehrt der Zug ein. Ich warte oben an den Rolltreppen. 1711 kommt Juka die rechte Treppe hoch, ich renne hin – Zeit fuer ein kurzes #shakehans-Foto (das wurde so auf Twitter bestellt…), einen grossen Druecker fuer Juka, die Reiseretterin – und los geht der Spurt zum Gate.

Und ab da ist alles locker-flockig. Kein Mensch vor mir an der Sicherheitskontrolle, nach zwei Minuten bin ich durch. Zwischendurch ueberlege ich, von einem Fraport-Mitarbeiter das Fahrrad zu klau^wauszuleihen, aber das ist alles gar nicht noetig. 1721 bin ich mit hochrotem Kopf (und Pass) am Gate. Erst 40 Minuten spaeter sitzen wir dann auch wirklich im Flieger. Und dann kann es losgehen.

Ich habe keine Ahnung, ob und wie ich diesen ultrakrassen Freundschaftsdienst jemals wieder gutmachen kann. Innerlich hatte ich mich schon damit abgefunden, entweder mit viel Zusatzgebuehren den Flug umbuchen oder vollstaendig zuhause bleiben zu muessen.

So habe ich jetzt das Privileg, den intensivsten Kulturschock meines Lebens mitzumachen. Ich bin von der schieren Groesse dieser Stadt immer noch ueberwaeltigt. Nach der Ankunft und Begruessung im Goethe-Institut fuhren wir zum Tokyo Metropolitan Government Building, um von der Aussichtsplattform im 45. Stockwerk die Stadt zu begutachten.

Und immer wieder komme ich mir wie im Science-Fiction-Film vor: Wenn das Auge die Tiefe des Stadtraums gar nicht mehr wirklich erfassen kann.

Hochhaeuser. Lauter Hochhaeuser. Mit roten Blinkeleuchten.

Hochhaeuser. Lauter Hochhaeuser. Mit roten Blinkeleuchten.

Wenn die hell erleuchteten Strassen mit allen moeglichen Elektronikmaerkten, Spielarkaden und hunderten Gashapon-Automaten dich in eine Kulisse versetzen, die du wirklich nur aus Science-Fiction-Filmen kennst.

Shinjuku

Automaten. Alles voller Automaten. Spielfiguren fuer 300 Yen.

Krass auch: In einen Pachinkoladen gehen und erst einmal in eine Wand aus Laerm laufen. Oder auf Bushaltestellen stossen, an denen alle Pokemon Go spielen. Oder ganze SEGA-Laeden mit Claw Machines. Alles krass. Alles.

Mittlerweile ist es 2315 Uhr Ortszeit und ich bin ueber 32 Stunden wach – Zeit ins Bett zu fallen und hoffentlich schlafen zu koennen. Denn morgen geht’s weiter 🙂

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Empfehlungen eines Wahlprogramms

Diese Tweetkette von Christoph Kappes mag ich doch noch einmal festhalten, bevor sie sich im unendlichen Archiv verliert:

Heutzutage erscheint bereits der Wunsch nach und das Aufzeigen von Utopien utopisch.

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Wie erklaere ich jungen Menschen: Das Internet in der DDR

Vor einigen Monaten war ich Zaungast in einer Vorlesung fuer 18–20jaehrige ueber die Geschichte vernetzter Systeme bis heute. Spannend dabei war, dass in der Wahrnehmung der nachkommenden Generationen das WWW gleichbedeutend mit dem Internet ist, und Dienste wie Mail und Co. ebenso. Dass und wie man vor der Erfindung des WWW Zugriff auf Mail, News, IRC und dergleichen hatte, ist eine spannende didaktische Herausforderung.

Lutz Donnerhacke hat im Rahmen eines Interviews zur Rolle des Netz in der DDR aehnliche Erfahrungen gemacht und sie aufgeschrieben.

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Warum Mieten immer noch teuer sind

Der Wohnungsbau könnte also durch die derzeit niedrigen Zinsen deutlich günstiger erfolgen als noch vor zehn Jahren, doch leider sind im gleichen Zeitraum die Grundstückspreise deutlich angestiegen.
[…]
Grundstückspreise zeichnen sich nun dadurch aus, dass sie gerade keine objektiven Werte darstellen, sondern einzig und allein die erwarteten Erträge durch die dort realisierte Nutzung anzeigen. Je höher also die erwarteten Mieteinkünfte, desto höher die Grundstückspreise.
[…]
Die Mieten steigen nicht wegen der hohen Baukosten, sondern wegen der hohen Ertragserwartungen. Modellrechnungen zeigen, dass allein mit anderen Finanzierungsmodellen und mit einem Verzicht auf die Eigenkapitalverzinsung trotz der derzeit anfallenden Baukosten Mieten von unter 5 Euro pro Quadratmeter erreicht werden können.

Andrej Holm – »Wohnungen zu bauen ist teuer, hohe Mieten sind also ok« (neues-deutschland.de)

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wasfehlt: Gruendungsberatung fuer Civic-Tech-Projekte

Dieser Tage ging mein Blogpost wieder rum, in dem ich Hackathons als langsam etwas abgedroschenes Standardformat fuer Open Data und Civic Tech betrachtet und gefragt habe, wie sich die Community nachhaltiger foerdern liesse.

Tatsaechlich gibt es mittlerweile schon einige Ansaetze, wie auch die vielen ehrenamtlichen Gruppen gefoerdert werden koennen, und nicht nur die Fraunhofers und sonstigen etwas verstaubten grossen Player. Der Prototype Fund der OKF DE ist ein Beispiel, und dass die Stadt Ulm der Civic-Tech-Community ein ganzes Haus samt Ausstattung zur Verfuegung stellt, findet hoffentlich bald Nachahmung in anderen Staedten.

Eine Sache fehlt aber nach wie vor ganz gewaltig, und das ist Beratung. Auch als Bruecke, um die vielen Ideen, die in den OK Labs und anderen Initiativen entstehen, ueberhaupt erst in einen Zustand zu versetzen, um sich beispielsweise fuer den Prototype Fund bewerben zu koennen.

Startup- vs. Gemeinwohlberatung

Es ist ja eigentlich eine Crux: Wer heutzutage ein Startup gruenden und VC-Gelder verbrennen moechte, findet an jeder Ecke institutionalisierte Beratung. Gruenderzentren, IHK und Co. pruegeln sich geradezu, wer denn nun kompetenter beraten kann, Literatur gibts zuhauf, und wenn die politischen Signale guenstig stehen, fliessen auch die Foerdertoepfe grosszuegig.

Fuer Civic-Tech-Projekte – insbesondere diejenigen, aus denen sich kein Geschaeftsmodell entwickeln laesst, sondern deren Gemeinnuetzigkeit dem entgegensteht – sieht die Lage mau aus. Das klang neulich schon an, als ich nach Alternativen zu den von unbedachten Hackathon-Veranstaltern oft ausgelobten grossen Barpreisen fragte:

Was auffaellt: Viele der Vorschlaege drehen sich um Mentorierung und Folgefinanzierung – der Rest um die schon im Dezember angesprochenen Huerdensenker wie Reisekosten etc.

Weil

Das da oben habe ich mittlerwiele zigmal gehoert.

Jedes Mal in einer Runde mit faehigen Leuten[1], die die Idee garantiert umsetzen koennten. Und fuer die der Schritt aber gefuehlt zu gewagt ist, ihre (in der Regel) Festanstellung zu reduzieren und nebenher finanziert aus $Foerdertopf dieses Projekt voranzubringen. Oder es laeuft noch viel banaler, und die oertliche Civic-Tech-Gruppe bekommt von Lokalpolitikern eingefluestert, dass man sie schon laengst in einem Foerderprogramm untergebracht haette, wenn sie nur endlich mal einen gemeinnuetzigen Verein gegruendet haetten.

Diese Kluft haette ich gerne ueberbrueckt. Damit nicht nur Vereinsprofis und die jetzt schon freiberuflich arbeitenden Softwareentwickler*innen eine Chance auf Foerderung haben, sondern auch moeglichst viele andere.

Auf dass es bald in jedem OK Lab heissen kann:

Wiederkehrender Dialog:
„Ja ey, [XYZ] bräuchte es!“
„Ja, und das wuerde sogar zu [Foerdertopf] passen“
„Hm“
„Ich frag mal die Civic-Tech-Sprechstunde“
„Jo“

[1] Meine Definition in diesem Kontext: Leute, die etwa tausendfach besser Software entwickeln koennen als ich. Das fuehrt unweigerlich dazu, dass ich von enorm vielen faehigen Leuten umgeben bin.

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