Schlagwort-Archive: Creative Commons

Linkschau

Um @sebaso zu zitieren: „Endlich mal ein vernuenftiger Use Case fuer NC-Lizenzen!“ → Lizenzhinweise fuer Ueberwachungskamerabilder, selbstgebastelt 🙂

Was die Polizei alleine nicht schafft – bedrueckende Erlebniserzaehlung einer (gesetzeswidrigen) Polizeikontrolle im Zug allein der Hautfarbe wegen.

Der Ältere fragt nach meinen Ausweispapieren. Die Polizisten hatten also vor mir jede Menge Möglichkeiten nach Ausweispapieren zu fragen, aber nein, nur meine Papiere zu sehen, schien anscheinend interessant. Sehe ich so interessant aus? Wie sehe ich denn aus? Meine Haut hat eine Färbung, die als „schwarz“ bezeichnet wird, obwohl eindeutig nicht schwarz. Ich trage ein grün-schwarzes Holzfällerhemd, eine Base-ball-Mütze und habe ein Schal um den Hals. Vor mir auf dem Tisch liegen zwei dicke Bücher zu Mikroökonometrie und Regressionsmodellen für kategorische abhängige Variablen.

Murder Machines: Why Cars Will Kill 30,000 Americans This Year. Pointiert geschriebenes Stueck rund um die Geschichte der Verantwortung bei Verkehrsunfaellen mit Kraftfahrzeugen.

Roads were seen as a public space, which all citizens had an equal right to, even children at play. “Common law tended to pin responsibility on the person operating the heavier or more dangerous vehicle,” says Norton, “so there was a bias in favor of the pedestrian.” […]

By the end of the 1920s, more than 200,000 Americans had been killed by automobiles. Most of these fatalities were pedestrians in cities, and the majority of these were children. “If a kid is hit in a street in 2014, I think our first reaction would be to ask, ‘What parent is so neglectful that they let their child play in the street?,’” says Norton.

“In 1914, it was pretty much the opposite. It was more like, ‘What evil bastard would drive their speeding car where a kid might be playing?’ That tells us how much our outlook on the public street has changed—blaming the driver was really automatic then. It didn’t help if they said something like, ‘The kid darted out into the street!,’ because the answer would’ve been, ‘That’s what kids do. By choosing to operate this dangerous machine, it’s your job to watch out for others.’ It would be like if you drove a motorcycle in a hallway today and hit somebody—you couldn’t say, ‘Oh, well, they just jumped out in front of me,’ because the response would be that you shouldn’t operate a motorcycle in a hallway.”

(via)

The Data Visualization Catalogue – Welche Datenvisualisierung passt zu welcher Art von Daten? (via)

The Sunlight Foundation’s Data Visualization Style Guidelines – Schoene Einfuehrung zu gut lesbaren Graphen. (via)

Zuletzt noch ein wenig Piratenrelatierter Content:

Wieviel Demokratie vertraegt die FDGO? – Lesestoff nicht nur fuer Piraten, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu etwas Heiligem verklaeren, ganz ideologiefrei, natuerlich.

Kritisiert wird an dieser Definition zunächst ihre Entstehung. Das BVerfG hatte sie zu großen Teilen aus dem damaligen § 88 Abs. 2 StGB (heute § 92 Abs. 2 StGB) übernommen, aus dem Abschnitt der staatsgefährdenden Straftaten. Das Gericht hat damit eine bereits existierende Definition des Strafrechts zu Verfassungsrecht erhöht. Problematisch ist das besonders, weil mit dem fdGO-Begriff Einschränkung von Grundrechten einhergehen. Die Definition selbst lässt viele Fragen offen, die auch von den Gerichten und in der Rechtswissenschaft nicht einheitlich beantwortet werden. […]

Nach dieser Logik lässt sich jede an Freiheit, Gleichheit und Hierarchieabbau orientierte Gesellschaftskritik, die nicht oder nicht ausschließlich auf die parlamentarische Demokratie, den bürgerlichen National-Staat oder ein kapitalistisches Ökonomiemodell setzt, als extremistisch diskreditieren, ungeachtet dessen, ob sich die Kritiker_innen klar gegen orthodoxen Marxismus-Leninismus, Stalinismus und autoritäre Staatssysteme wie z.B. die DDR positionieren. Der Schutz von Freiheit und Demokratie kehrt sich so in sein Gegenteil.

(via)

Ausserdem zwei Kommentare zu #bombergate und der, hm, „linkskritischen“ Fraktion innerhalb der Piraten, die mal eben die Partei lahmzulegen versuchen, um ihren Willen zu bekommen: Wer eskaliert hier eigentlich? von Lars Reineke und eine rhetorische Frage von Michael Seemann.

Bonuscontent: The Male Gaze in Porn (With Commentary By Doge) – alleine schon der Kommentare wie „such not cunnilingus“ wegen ansehen. Und der Musik 😉

A Uni lecture I never got but really wanted

Manchmal versucht man anderen vergeblich klarzumachen, was man eigentlich gerne haette, und dann kommt ein Paradebeispiel daher. Das aktuelle ist „A Digital Media Primer for Geeks“ von xiph.org, und es ist das, was ich mir von einer Uni wuensche: Ein schneller, packender Vortrag, mit hochkondensierter Information, anschaulich, greifbar und bildhaft vermittelt.

Parallel dazu gibt es den ganzen Vortrag auch als Skriptum — und zwar nicht die Art Faulpelz-Prof-Skript, die nur aus zusammengefassten Powerpoint-Folien besteht, sondern ein komplettes Transcript, mit ergaenzenden Links zu jedem Abschnitt. Gehostet als Wiki, das heisst es ist fuer den Autoren leicht aktualisierbar und bietet die Moeglichkeit fuer Diskussionen (auf einer Kommentarseite pro Abschnitt)

So etwas wuerde ich mir fuer die Uni wuenschen. Natuerlich cc-lizenziert.

(screenshot aus dem Video, cc-by-sa, mal mit erlehmanns Attribution Script als Test tut wohl noch nicht)

Wie weist man legal auf Creative Commons hin?

Ueber netzpolitik.org bin ich auf ein Problem gestossen, von dem ich bis gestern gar nicht wusste, dass es eines ist. Das offizielle Logo von Creative Commons, also das (CC) im Kreis optional mit Schriftzug, ist naemlich markenrechtlich geschuetzt und die Verwendung nur zwecks Link zur offiziellen Seite gestattet. Das ist bei genauerem Nachdenken auch einleuchtend, da CC eine unabhaengige NGO ist und auf diese Weise den Missbrauch des Logos verhindern koennen moechte. In der Fussnote jeder CC-Lizenz (jedoch nur der ausfuehrlichen Version!) steht das sogar, ich hatte das aber bisher tatsaechlich nie wahrgenommen, weil das offenbar ganz automatisch durch meinen Legal Footnotes Filter fiel. Schande ueber mich.

Dieser Umstand laesst aber eine Frage offen: Wie weist man auch offline werbenderweise darauf hin, dass man CC-lizenziertes Material verwendet? Online gibt es die genau festgelegten Buttons, die auf die jeweilige Lizenz verlinken muessen, aber wie bewirbt beispielsweise ein Kneipier, dass bei ihm freie Musik gespielt wird? Wie soll man einen Kurzfilmabend bewerben, auf dem ausdruecklich nur cc-lizenzierte Filme gezeigt werden?

Gibt es ueberhaupt irgendein freies, einheitliches Logo dafuer? Oder will man das gar nicht? Beim breipott (von dem ich bis vor zwei Wochen gar nicht wusste, dass er quasi direkt vor Anyas Minas Haustuere liegt) habe ich nichts derartiges gefunden, und auch sonst kenne ich keine Kennzeichnung. Weiss einer der Leser mehr?