The Three Types of Specialists

Kottke.org mit einem Langzitat aus Vonneguts „Bluebeard“ das ich auch einfach mal langzitiere:

Slazinger claims to have learned from history that most people cannot open their minds to new ideas unless a mind-opening team with a peculiar membership goes to work on them. Otherwise, life will go on exactly as before, no matter how painful, unrealistic, unjust, ludicrous, or downright dumb that life may be.

The team must consist of three sorts of specialists, he says. Otherwise the revolution, whether in politics or the arts or the sciences or whatever, is sure to fail.

The rarest of these specialists, he says, is an authentic genius — a person capable of having seemingly good ideas not in general circulation. “A genius working alone,” he says, “is invariably ignored as a lunatic.”

The second sort of specialist is a lot easier to find: a highly intelligent citizen in good standing in his or her community, who understands and admires the fresh ideas of the genius, and who testifies that the genius is far from mad. “A person like this working alone,” says Slazinger, “can only yearn loud for changes, but fail to say what their shapes should be.”

The third sort of specialist is a person who can explain everything, no matter how complicated, to the satisfaction of most people, no matter how stupid or pigheaded they may be. “He will say almost anything in order to be interesting and exciting,” says Slazinger. “Working alone, depending solely on his own shallow ideas, he would be regarded as being as full of shit as a Christmas turkey.”

Slazinger, high as a kite, says that every successful revolution, including Abstract Expressionism, the one I took part in, had that cast of characters at the top — Pollock being the genius in our case, Lenin being the one in Russia’s, Christ being the one in Christianity’s.

He says that if you can’t get a cast like that together, you can forget changing anything in a great big way.

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Tag der Befreiung

Es gibt auch nach Jahren immer noch erste Male: Das erste Mal im Treptower Park beispielsweise, und wenn man das am 9. Mai ist, dann hat das Sowjetische Ehrenmal dort nochmal eine ganz andere Wirkung.

ehrenmal

Der ganze Park ist voll russisch sprechender Leute, die beiden knienden Soldaten vor den stilisierten Marmorflaggen von einem Blumenmeer umgeben, und unzaehlige Leute mit schwarz-orangen Schleifen an der Kleidung schreiten ueber das Graeberfeld zur zentralen Statue, die umgeben von Blumen und Wasserglaesern mit darauf drapierten Brotscheiben noch seltsam-brachialer wirkt als sie das vermutlich ohnehin taete.

statue

 

 

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rp13: Breit, aber ohne Tiefe?

Irgendwann, ich glaube es war am zweiten Tag der re:publica, fiel mir auf, dass ich grantig war. Unzufrieden. Und als irgendwann danach der Beitrag von Till Westermayer durch meine Timeline kam, wurde mir auch ziemlich schnell bewusst, warum das so war: Die re:publica ist fuer mich irgendwie ausgelutscht.

 

Das klingt jetzt vermutlich viel haerter, als es eigentlich gemeint ist. Die re:publica ist und bleibt die Internetzkonferenz, zu der sich jaehrlich beinahe alle treffen und man demnach auch beinahe alle treffen kann; sie erreicht ein vermutlich beispiellos breit aufgestelltes Publikum (cave: vorwiegend weisser, sich den Besuch leisten koennender Menschen) und duerfte damit die Ergaenzung zum Congress sein, nicht nur die Nerds zu erreichen, um solche Dinge wie Netzpolitik in die Gesellschaft hinauszutragen.

Insofern ein riesiger Dank an Andreas, Johnny, Markus und Tanja, dass sie sich das zum mittlerweile siebten Mal antaten – auch da bin ich ganz bei Till.

Aber.

Der Fluch der re:publica ist ihr Programm, das angesichts seiner wirklich erstaunenswerten Breite kaum Platz fuer wirkliche Tiefe laesst. Wer in diese Welt hineinschnuppern moechte, einmal etwas von allem mitnehmen, ist da sicher richtig – wer zum wiederholten Mal dort ist (oder die einschlaegigen Blogs und Debatten liest, oder einfach keine Lust mehr auf die Diskussion Print-vs-Onlinejournalismus hat), muss beinahe schon aktiv suchen, um Neues zu finden. Selbstverstaendlich endet der Wissensaustausch nicht mit dem Sessionende, und dass man ja sowieso hauptsaechlich der Gespraeche und des Austauschs zwischen den Sessions wegen in die Station kommt, ist ja kein Geheimnis. Ich habe viele Impulse zu OpenData und OpenGovernment mitgenommen, mich noch stundenlang mit einigen der auf dem Feld Aktiven unterhalten und hatte insgesamt den Eindruck, dass diese ganz spezielle Subgruppe der Netzgemeinde fuer sich genommen etwas von diesem „Klassentreffen“ hatte – und ich gehe davon aus, dass es noch hunderte andere Subgruppen gab, die jeweils fuer sich zufrieden nach Hause gehen konnten.

Oberhalb dieser Grueppchen, in der Gesamtheit der sogenannten Netzgemeinde, scheint sich derweil so recht nichts zu tun. Letztes Jahr forderte Sascha Lobo, man moege mehr bloggen – gemerkt habe ich davon nichts. Gerade wurde die Netzgemeinde mit dem durchgeboxten Leistungsschutzrecht abgewatscht, nun kommt die „Drosselkom“ – und was passiert? So gut wie nichts. Lobo stellte in diesem Jahr reclaim.fm als meines Erachtens wirklich spannenden Versuch vor, sich mit einem WordPress-Plugin wieder ein wenig Publikationsherrschaft zurueckzuerobern, und das ist auch gut so – es scheint naemlich so, als wuerden seine Appelle, etwas zu tun, mittlerweile eben nur noch als ritualisierte Show verstanden, die man der Unterhaltung (und Publikumsbeschimpfung) wegen ansieht. Und dann eben doch nichts tut.

Ich mag mich nicht so recht der Praemisse anschliessen, die tante an den Beginn seiner lesenswerten Kritik stellt, naemlich dass „die Netzgemeinde“ unter den Machtlosigkeitswatschen nach LSR, Bestandsdatenauskunft und Co leidet – dazu unterstelle ich einem grossen Teil der rp13-Gaeste schlichtweg mangelndes Interesse am Thema. Vielmehr sehe ich genau dasselbe Problem, das er in der Anbetung Fixierung der Szene auf einige, wenige Gestalten sieht, die’s richten sollen:

Die Szene hatte schon immer das Problem sich zu sehr auf Autoritäten und Lichtgestalten zu verlassen, der Preis, den sie dafür zahlt, wurde dieses Jahr nur zu deutlich: Wenn die Leitfiguren eben nicht mehr alle anderen auf ihren Schultern tragen können, ist die Luft raus. (Wie unfair es ist, die Verantwortung für so tiefgreifende gesellschaftliche Änderungsprozesse wie die aktuell laufenden bei 3 oder 4 Einzelpersonen und 3 oder 4 Organisationen abzukippen, brauche ich hier hoffentlich niemandem zu erklären.)

Ich fuer meinen Teil frage mich, wie das weitergehen soll.

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rp13-Nachschau: Open Data und Open Government

…und hier die Videoliste rund um OpenData von der rp13. Kein Anspruch auf Vollstaendigkeit, im Gegenteil, da fehlen noch Dinge.

Mathias Schindler: Der Urheberrechts-Yeti (namentlich §5 UrhG, der amtliche Werke gemeinfrei machen sollte)

johl, michaelkreil, yetzt: Datenbefreiung selbst gemacht

Marco Maas: LobbyPlag

Opening Public Transport in Berlin

Julia Kloiber, Stefan Wehrmeyer: Open Data – und was hat das mit mir zu tun?

Michael Kreil: OpenPlanB – Stufe 2

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rp13-Nachschau: Was sonst noch so war

Ein unkommentierter Rundumschlag meiner persoenlichen Auswahl bislang veroeffentlichter rp13-Videos:

Matthias (moeffju) Bauer: Richtig essen, richtig schlafen, und lasst die Mate weg

plomlompom und snibeti snab erlehmann: Internet-Meme; Geschichte, Forschungsstand, Kontroversen

Anne Wizorek: Ihr wollt also wissen, was #aufschrei gebracht hat?

Cory Doctorow: It’s not a fax machine connected to a waffle iron

Johannes Kleske: Das Ende der Arbeit

Stimmt das? Check mit dem ZDF die Fakten im Wahlkampf

Laurie Penny: Cybersexism

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Interview zu Open Data

Alexander Walther studiert an der HdM Stuttgart, an der ich auch beinahe gelandet waere, und ist bei der Recherche fuer einen Artikel bei redaktionzukunft auf abstruse Twitter-Wege auf mich gestossen, weswegen ich Dinge in ein Telefon sagen durfte, die er sogar zu halbwegs Sinn ergebenden Dingen zusammenschneiden konnte :)

Was dabei herauskam, laesst sich im verlinkten Artikel nachhoeren, und solange die URIs nicht umgebogen werden, auch hier:

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Lohngerechtigkeit

Was passiert, wenn man Kapuzineraffen fuer dieselbe Arbeit unterschiedlich ent/belohnt? Ratet mal :D

;

(Aus: Frans De Waal, Moralisches Verhalten bei Tieren; via)

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Boston Security Theater

Kleine Randnotizen zur Verdaechtigensuche in Boston: Die Suche nach zwei Verdaechtigen fuehrte mal eben dazu, eine komplette Grossstadt buchstaeblich herunterzufahren, „zum Schutz der BuergerInnen“ – mit Ausnahme von Donutshops fuer die Verpflegung der Polizei (sic!).

Security Theater in Reinstform, findet unter anderem Popehat:

That said, a large percent of the reaction in Boston has been security theater. “Four victims brutally killed” goes by other names in other cities.

In Detroit, for example, they call it “Tuesday”.

…and Detroit does not shut down every time there are a few murders.

In dieselbe Kerbe schlaegt der Metronaut, der einen Guardian-Artikel zitiert:

[..] by letting one fugitive terrorist shut down a major American city, Boston not only bowed to outsize and irrational fears, but sent a dangerous message to every would-be terrorist – if you want to wreak havoc in the United States, intimidate its population and disrupt public order, here’s your instruction booklet.

Neben dem wirtschaftlichen Schaden, der vermutlich im mehrstelligen Millionen-USD-Bereich liegen duerfte, beklagt Popehat nicht zuletzt auch die irrsinnige Ineffizienz der Methode, paramilitaerisch auftretende Polizeihundertschaften das betroffene Gebiet durchkaemmen zu lassen:

Third, keeping citizens off the street meant that 99% of the eyes and brains that might solve a crime were being wasted. […] It was thousands of citizen photographs that helped break this case, and it was a citizen who found the second bomber. Yes, that’s right – it wasn’t until the stupid lock-down was ended that a citizen found the second murderer […]

We had thousands of police going door-to-door, searching houses…and yet not one of them saw the evidence that a citizen did just minutes after the lock-down ended.

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Pokarekare Ana

(Kontext)

:’)

Addendum:

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Wenn die Sirenen heulen

27111H. Mit dieser Tonrufkombination werden im Landkreis Neu-Ulm regelmaessig die Sirenen mit dem Heulton „Warnung der Bevoelkerung“ probeausgeloest – Laien sagen auch „Katastrophenalarm“ dazu. Vier Mal im Jahr macht das die oertliche Leitstelle, zwei Mal im Jahr gibt es landesweite Probeausloesungen, die letzte war gestern.

Und wer meinen Rant in diesem Artikel ueber die antiquierte Bevoelkerungswarnung per Sirene und die Traegheit der Katastrophenschutzbehoerden bei so furchtbar modernen Dingen wie dem Internet nicht so recht glauben schenken wollte, kann sich mal folgendes Video der oertlichen Zeitung ansehen, wie ernst die Neu-UlmerInnen den Heulton nahmen, der sie im Ernstfall vor unmittelbarer Gefahr warnen soll.

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