Minimum Wage

Sehr schoener Facebook-Beitrag:

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Yes, I did unfriend you — why? You insulted the burger flippers and the counter clerks, as if your Big Mac, Coke, and fries, somehow makes you superior to the people who worked hard to make sure that your lunch was prepared in a clean environment and served to you promptly. If it weren’t for them, you’d have had to make your own fucking sandwich.

Guess what, the minimum wage is SUPPOSED to be a living wage. Anyone who works 40 hours a week should be able to provide a good home for themselves and their family.

You know what? You think being able to write a pivot table in Excel is so important? It isn’t. Not really. The human race survived for thousands of years without Excel. We built an industrial world without even electricity. And with electricity, we created global communications — without Excel. Excel is nice. It’s a useful tool — but it’s not the measure of intelligence or humanity.

You know what’s more important? Being able to grow a crop and bring it to market. Without that skill, we all starve. You know what else is important? Good plumbing. Without clean water, we die of cholera and typhus. You know what else is important? People in service industries — because they make it possible for you to have a clean room in the hotel, a meal served to you in a restaurant, a ride to the airport, and all the other thousands of little chores you take for granted.

They are not your flunkies, they are not your slaves, they are not your servants — they are your partners in a technological civilization, they make it possible for you to live inside your pampered white bubble, isolated from the daily chores of existence. That you — you flaming asshole — think you have the right to be abusive to any other human being for any reason at all — that reveals more about the failure of your parents to teach you social skills and your own lack of compassion for your fellow human beings than it says about anything else that falls out of your mouth as “opinion.”

Yes, I’m angry. Because I knew some of the men and women who were beaten in the thirties and forties by corporate goons so you could have a forty-hour work week, a weekend, access to public education, social security, and other benefits hard won by the labor movement.

The only thing you are required to say to that burger flipper or that counter clerk is simply, “Thanks!” And mean it!

Telling them that you disapprove of their life choices is not an item on the McMenu. And if it were — you couldn’t afford it.

So, yeah — you’re an asshole and I defriended you.

(via/Original)

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Eine etwas andere Transit-Karte

Von Transit-Livemaps hatte ich es hier ja schon haeufiger, das hier ist aber ein schicker und etwas anderer Ansatz: Christoph Doeberl hat den Linzer Nahverkehr auf eine Hardware-Karte gepackt.

Bild von Christoph Doeberl, CC-BY

Bild von Christoph Doeberl, CC-BY

Ein Rechner fragt die EFA-Daten der Linz Linien AG periodisch ab, und mittels Arduino werden dann RGB-LEDs angesteuert, um die jeweiligen Linienfarben an den passenden Haltestellen aufleuchten zu lassen.

Mir ist noch nicht ganz klar, ob da dann auch „Interims-LEDs“ fuer die Streckenabschnitte zwischen den Haltepunkten geplant sind, oder ob die Position immer „nur“ an den Haltestellen angezeigt werden kann; schick sieht’s allemal aus. Der Code steht auf Github einsehbar bereit.

Spassfakt zwischendurch: Etwa so funktionierten auch die Perlschnuranzeigen in Bussen und Bahnen: Ueber den mittlerweile ueber 30 Jahre alten IBIS-Wagenbus nach VDV-300 wurde die kommende Haltestelle und die Fahrtrichtung uebertragen, und im Fahrzeug mittels Laempchen hinter einer Durchlichtanzeige angezeigt. Bei manchen Verkehrsbetrieben sieht man solche Anzeigen gelegentlich noch – wenn ich mich richtig erinnere, z.B. in Stuttgart

An diesem Anwendungsfall zeigen sich auch die Probleme des leider von vielen Verkehrsverbuenden und dem VDV propagierten Modells, Fahrplandaten nicht als Open Data, sondern als „Open Service“ (also nur ueber Schnittstellen wie die EFA) bereitzustellen:

Leider ist ein Dauerbetrieb der Echtzeit-Abfrage von Daten sehr Bandbreiten intensiv, weshalb diese zeitweise ausgesetzt wird.

Deutlich sinnvoller erscheint an dieser Stelle der GTFS-Ansatz: Es gibt einen statischen Soll-Fahrplan, und Abweichungen von diesem werden als Realtime-Updates veroeffentlicht. Anstatt alle Fahrten bzw. Haltestellen periodisch komplett abfragen zu muessen, kann so der Soll-Fahrplan als Basis verwendet werden, und nur die Abweichungen muessen aus dem Internet bezogen werden. Das scheint man beim VDV vor lauter Angst vor Fremdnutzung aber nicht verstehen zu wollen.

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Fragen an meinen Freund, den Replikatorkommunisten

Ein wunderbarer Kurz-Aufsatz mit noch wunderbareren Fragen:

In den technikafinen Kreisen, in denen ich viel verkehre, gibt es viele Leute, die antikapitalistischen oder gar kommunistischen Ideen viel abgewinnen können – und sei es nur deswegen, weil sie sie aus ihren geliebten Science-Fiction-Serien kennen – die dann aber oft in etwa so argumentieren:

“Ja, wenn wir mal Replikatoren|3D-Drucker|KI|Nanoroboter|Weltraumaufzug|Kernfusion| haben, dann gibt es keine Knappheit mehr und dann ist der Kapitalismus obsolet aber bis dahin müssen wir wohl mit ihm leben.”

Empfohlene Lektuere. Vor allem fuer Leute, die das Nachdenken ueber Weltraumaufzuege fuer total bescheuert halten.

Fragen an meinen Freund, den Replikatorkommunisten — keimform.de, via @johl

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Ja wie jetzt

Schoener Kommentar von Sven Tuerpe auf Google+: Fefe entdeckt gerade das ambivalente Verhältnis der Hackerszene zum Thema Sicherheit

Hacker, zumindest als Community, wollen zweierlei zugleich: Sie wollen Sicherheitshelden sein, die sogenannte Sicherheitslücken finden und Verschlüsselung promoten, und sie wollen anarchistische Freiheitshelden sein, die Beschränkungen kreativ umgehen. Das passt nicht zusammen. Es passt nicht in Fefes Fallstudie einer offenbar effektiven Sicherheitserhöhung, nicht im gerooteten iPhone mit seiner willkommenen und daher nicht beklagten Schwachstelle, und es passt auch nicht in der unbelegten und wahrscheinlich falschen Vermutung, man könne seine Freiheit mit Verschlüsselung bewahren.

(via)

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Wenn der beste Freund ein Handy-Troll ist

Ich habs jetzt acht Mal angesehen und lache immer noch :D Wenn der beste Freund ein Handy-Troll ist | eye said it before. (via)

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Nachklapp zu Ferguson

In Ferguson hat zwar die Landespolizei die martialische Stadtpolizei abgeloest, die Zusammenstoesse gehen aber weiter – nicht zuletzt wegen einer naechtlichen Ausgangssperre in Kombination mit der Erklaerung eines Ausnahmezustands fuer die Stadt (sic!). Also das, wofuer man autoritaere Regimes normalerweise brandmarken wuerde.

Hier weiteres Lesematerial, leider meist in meinen Tabs gelandet, ohne dass ich die urspruengliche Quelle noch irgendwo haette:

A Youth, an Officer and 2 Paths to a Fatal Encounter – die NY Times droeselt die Vorgaenge noch einmal auf.

When People are Property – ein Blick auf die Broken Window Theory, wie sie auf Polizeiarbeit angewandt wurde, und welche Bevoelkerungsgruppen vor allem davon betroffen sind:

Over the years, police departments have given it different names: quality of life policing, community policing, hot spot policing, stop and frisk, neighborhood policing, and zero tolerance policing, to name a few. In the comfort of criminal justice classes and textbooks, these descriptions each have a specific definition. However, in practice over the past 30 years, these tactics mirror one another in their reliance on racial profiling and cracking down on petty crimes and ‘disorder’ to yield the same result: criminalizing the poor, black and brown. Those who champion it should be honest with themselves: it’s not crime they’re afraid of — it’s the black body.

While you are all briefly worried about black men getting shot by police – wer Schwarz ist, stirbt nicht nur haeufiger durch Polizeikugeln:

Here’s a few other things to worry about.

Around every 40 hours a black woman dies giving birth in America — a rate comparable to developing countries without enough modern medical infrastructure. This rate is nearly four times as many as white women giving birth. These were, like Mike Brown, all real human beings with names and families and place they used to live.

Playing Soldier in the Suburbs – ueber die Militarisierung von Polizeieinheiten in den USA, und die inflationaere Verwendung von SWAT Units.

Autopsy Shows Michael Brown Was Struck at Least Six Times – eine zweite Autopsie wohlgemerkt, die Ergebnisse der „offiziellen“ sind bis dato nicht veroeffentlicht.

„Es gibt eine Erosion der Buergerrechte“ – tagesschau.de (via)

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Was zum Teufel passiert da in Ferguson?

Wenn man sich das obige Video ansieht, denkt man sich vielleicht „Aha“.

Oder sonst irgendetwas vermeintlich durchdachtes.

Je mehr ich ueber die Augenzeugenberichte zum Hergang der Erschiessung von Mike Brown durch die Polizei von Ferguson gelesen habe, desto groesser wurde meine Wut. Der folgende Text (via) subsummiert das meines Erachtens so gut, dass ich ihn in Gaenze wiedergeben moechte – samt der Empfehlung, den Links zu folgen, besonders zu den Augenzeugenberichten.

Alright, i’m gonna sit down and basically explain the situation in this ask so everyone of my followers knows why i’m so pissed.

Michael Brown, a 17 – 18 year old african american boy was unlawfully shot (8-10 times supposedly) by police in St Louis, Missouri on saturday, august 9th, 2014. He was unarmed, and had done nothing to attract suspicion other than the fact that he was black. His body was left in the street for 4 hours. (beware: somewhat graphic image linked)

There are several claims from witnesses (see: Dorian Johnson’s account andvideo [HIGHLY RECOMMEND READING UP ON HIS ACCOUNT, ITS VERY SPECIFIC] — Brown’s friend who experienced the situation first hand, La’Toya Cash and Phillip Walker— Ferguson residents nearby the incident),  that fall together in generally close claims. However, the only one who’s claim seems out of place is the police officer’s who shot Brown. Who, by the way, is put off on paid administrative leave AND who’s name remained under anonymity for his safety (However, attorney Benjamin Crump is looking for a way to force release his name). He claims that Brown began to wrestle the officer for his gun and tried attacking him after he told Brown and his friend Dorian Johnson (22) to “get the f*ck on the sidewalk”.

According to Johnson, after a minor confrontation on the officer’s part where he grabbed Brown by the neck and then by the shirt, the officer pulled his gun on Brown and shot him at point blank range on the right side of his body. Brown and Johnson were able to get away briefly and started running. However, Brown was shot in the back, supposedly disabling him from getting very far. He turned around with his arms in the air and said “I don’t have a gun, stop shooting!” By this point, Brown and the officer were face to face as the cop shot him several times in the face and chest until he was finally dead. Johnson ran to his apartment and by the sound of his account, seemingly had some sort of panic attack. Later he emerged from his home to see Brown still laying in the streets. People were gathered with their cellphones, screaming at the police.

According to msnbc, the police refuse to interview Johnson at all, despite his amazing courage to come forward. They didn’t wanna hear it. They only listened to the cop’s account of it all and were vague with the media on what they thought happened. They’ve also refused to commit to a timeline in releasing autopsy results and other investigation information.

Numerous rumors are sweeping around such as Brown stealing candy from a QuickTrip, the store he emerged from calling the cops on him, Brown reaching for a gunBrown attacking the cop first, ect. But these have all been debunked. (I know a lot of these have been debunked, but im having a hard time finding sources. if anyone could help out and link some legit ones id be SO grateful)

The event in and of itself was terrible, but now it has escalated beyond belief. Around 100 or more people, mostly black, went to the police station to protest peacefully. Things quickly turned bad as martial law got involved and authorities were bringing in K9s, tanks, heavy artillery, ect. The heavy police presence only made things worse as riots began to break out and looting and vandalism started. [ x ] [ x ] [ x ]

Now, as of very recently, the media has been banned from Ferguson. There is also a No-Fly zone above Ferguson for the reason of “ TO PROVIDE A SAFE ENVIRONMENT FOR LAW ENFORCEMENT ACTIVITIES ” as said on theFederal Aviation Commission’s website. Cop cars are lined up on the borders to prevent people from entering/leaving. Media outlets are being threatened with arrest. It completely violates our amendments and everything.

It’s becoming increasingly scary and difficult to find out whats going on over there. I’m afraid this is all the information I have, though. If anybody else knows anything about the situation, please feel free to add on or correct any mistakes i’ve made as i’m no expert on writing these things.

And as a personal favor, i’d really appreciate anyone to give this a reblog in order to spread the word. I think it’s a shame that this is going on in our own country yet so few people know about it. Help me make this topic huge and get this as much attention as possible.

Die Polizeikraefte der Gegend tun indes alles, um in der Oeffentlichkeit immer noch schlechter auszusehen Also, sofern das ueberhaupt noch geht, nachdem einer der ihren einen jungen Menschen offenbar im Dienst ermordet hat und der Rest kein bisschen an Aufklaerung interessiert scheint. Da wird auch einfach mal Journalisten willkuerlich das Filmen untersagt und sie werden festgenommen, um dann voellig ohne schriftlichen Bericht oder sonstwas wieder freigelassen zu werden, wie die Washington Post zum Fall ihres eigenen Reporters berichtet:

Multiple officers grabbed me. I tried to turn my back to them to assist them in arresting me. I dropped the things from my hands.

“My hands are behind my back,” I said. “I’m not resisting. I’m not resisting.” At which point one officer said: “You’re resisting. Stop resisting.”

That was when I was most afraid — more afraid than of the tear gas and rubber bullets.

As they took me into custody, the officers slammed me into a soda machine, at one point setting off the Coke dispenser. They put plastic cuffs on me, then they led me out the door.

[…]

“Who’s media?” he asked.

We said we were. And the officer said we were both free to go. We asked to speak to a commanding officer. We asked to see an arrest report. No report, the officer told us, and no, they wouldn’t provide any names.

Indes gleicht die Stadt einem Kriegsschauplatz. Nicht etwa, weil dort zwei Fraktionen aufeinander schiessen wuerden, sondern weil dort die Polizei mit Material auffaehrt, das Ausruestung und Bewaffnung der „richtigen“ US-Armee im Irakkrieg zu uebertreffen versucht, wie es aussieht (via). Oder weil Al-Jazeera vor Ort ist – und von der Polizei offenbar grundlos mit Traenengas beschossen wird, von ihrem Aufnahmeort fliehen muss, und die Polizei anschliessend die Kamera auf den Boden richtet und „unschaedlich“ macht. Weil wer nichts boeses tut, auch nichts zu verheimlichen hat. Oder so.

Auf Boingboing werden weitere Videos und Bilder gesammelt: Polizeieinheiten mit automatischen Waffen, mit gepanzerten Fahrzeugen, mit automatischen Waffen auf gepanzerten Fahrzeugen, die Muendung auf die Menge gerichtet.

Das R-Wort wird auch in der US-Berichterstattung selten direkt angesprochen. Im NPR-Interview mit dem frueheren Polizisten Ronald Hampton (PoC) ist es aber schwer, es nicht zwischen den Zeilen zu lesen – zusammen mit dem bekannten Problem des Korpsgeistes in der Polizei:

Did you ever witness or intervene in an arrest of a black or brown suspect when you thought that arrest was being mishandled?

Yes I did. And I reported it. A call went out for five or six people shooting craps in this alley. I wasn’t the primary car, but arrived on the scene second or third. When we got there, the guys threw dice and money and ran. A white officer chased them. When he caught up with one guy, he grabbed him. The guy didn’t resist arrest, but the officer said, “You don’t make the police run,” and started beating on him. He was taken to the police station. As I’d witnessed it, I went too.

At the station, they took the guy to a back room to process him. All this time, the officer was taunting him, calling him names. He was handcuffed to the desk, as is policy. They charged him and gave him a $25 fine. At no point in the documentation was there mention anywhere about the cop taunting him. The guy paid the fine, but as he was leaving, he got fed up and punched the officer in the face. Hard. All the cops then jumped him, cuffed him and charged him with assault on a police officer.

The key to all this is what’s in the report — and the same goes for Eric Garner’s report. They wrote in the report, “D1 (Defendant) struck the C1 (Complainant) without any reason or provocation.” Now, is that what happened? No. The man was provoked. He was constantly being taunted.

Because we were all in the station and the man hit the cop in the face, our policy states that we have to write a statement. Five of us were involved. Four wrote their statements. I wasn’t asked to write one. I did, though, and my statement was different [from] the other four. They lied about the taunting. So now the case is in the system. My statement ended up with the prosecutor. He called me up, and asked me to come down to his office. I went and he pointed out that my statement was different from everyone else’s. I told him what happened, and he said they would have to drop the case because they couldn’t have police officers disagreeing with each other in court.

[…]

I think the power that police have is not the power of arrest, it’s the power to influence the quality of life of people. That’s how I did my job. The white community tell their children when in trouble, go to the police. Black people don’t do that. We protect our kids from police.

At the dinner table … white families will tell children how to interact with the police. They tell them the police are there to help. Blacks do not. My son is autistic and doesn’t drive or speak, so I give this message more to my daughter. I tell her, “If you’re stopped by police, this is the way you have to behave.” That’s not something white parents need to worry about.

Momentan habe ich fast alles von dem, was ich ueber die Vorkommnisse in Ferguson weiss, aus dem (sozialen) Netz, hauptsaechlich Twitter. In den deutschen Mainstreammedien ist bislang nichts zu lesen, die oertliche Zeitung hat bislang auch noch nichts auf dem Radar.

Falls das auch in die deutschen Medien schwappen sollte, wird interessant werden, welche Perspektive dort vermittelt wird. Ob zum Beispiel der Bericht Dorian Johnsons und der anderen Zeugen eine Rolle spielen wird, oder ob nur das Statement der Polizei wiedergegeben wird. Haltet die Augen offen.

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„Sexismus und Regen“

Antje Schrupp hat einen Text zu „fappygate“ geschrieben.

Wer nicht mitbekommen hat, was das war: Gut so. Am besten gar nicht recherchieren. Gibt nur graue Haare. Lest stattdessen den Text. Der hat Perlen wie diese hier:

Im Kern ist wieder mal etwas passiert, das im Netz (und sonstwo auch) ja eigentlich dauernd passiert: Ein reichweitenstarker und gut vernetzter Mann bemerkt irgendwo eine Feministin, deren Äußerungen seiner Ansicht nach unwahr, überzogen, zu radial oder undiplomatisch sind, und bloggt darüber, wo seiner Ansicht nach die Grenze zwischen richtigem und falschem Feminismus verläuft.

Und eine Replik auf einen sich gescholten fuehlenden reichweitenstarken und gut vernetzten Mann in den Kommentaren:

Worum es hier geht, das ist die Struktur der Auseinandersetzung. Darauf bezieht sich mein Post. Du hast mit der Art und Weise, wie du das Thema aufgegriffen hast sexistische Strukturen bedient (ob willentlich oder unwillentlich ist egal), obwohl inzwischen ja bekannt ist, wie diese Debatten laufen, wie schnell man damit Maskus aktiviert, wie leicht man dafür Applaus bekommt und so weiter. Lies dir einfach mal die Kommentare unter deinem Artikel durch, also ich würde Leuten eine solche Plattform nicht geben wollen.

Und mehr moechte ich dazu gar nicht mehr sagen. Danke Antje.

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Immer aktuelle POI-Karten mit Leaflet und Overpass

uulm-map

Wir hatten neulich das Gebaeudemanagement der Uni um eine Uebersicht der von ihr aufgestellten Radparkanlagen gebeten – mit dem Hintergedanken, das schoen aufbereitet zu veroeffentlichen, um moegliche Bedarfe zu erkennen und potenziellen Radler*innen eine schoene Uebersicht an die Hand zu geben.

Die Uebersicht kam dann in Form eines PDF-Plans mit blauen Bobbeln je Abstellanlage – und der PDF-Plan war nicht etwa irgendein Geospatial PDF, nein, das war einfach „nur“ ein Umgebungsplan ohne auch nur den Ansatz eines Koordinatensystems oder sonstiger Hinweise, wo man sich denn befaende. Leider benutzt man in der Univerwaltung kein GIS, so dass es kein Repository fuer relevante Geodaten (z.B. auch Hoersaele, Eisautomaten,…) an der uulm gibt.

Passt genau!

Passt genau!

Als Fingeruebung habe ich deswegen erst einmal die Karte (bzw. einen Export davon) in QGIS georeferenziert. Anstatt (wie geplant) daraus eine Onlinekarte mit qgis2leaf zu exportieren, habe ich dabei erst einmal Dinge gelernt, von denen ich nicht dachte, dass ich sie einmal lernen wuerde. Zum Beispiel, dass WGS84 nicht gleich WGS84 ist, sondern einmal WGS84 als Koordinatensystem auf dem Referenzellipsoiden (EPSG:4326) und einmal als sphaerische Merkatorprojektion (EPSG:3857). Waehrend die OSM-Ursprungsdaten in EPSG:4326 sind, werden die Kacheln (wie auch bei Google Maps) als Projektion in EPSG:3857 referenziert; Koordinateneingaben werden aber als EPSG:4326 angenommen und dann in EPSG:3857 umprojiziert…

Das interessiert natuerlich keine Sau, die ihr Fahrrad abstellen will.

Nach einigem Ueberlegen kam ich daher zum Schluss, die Punkte auf der Karte mit der OpenStreetMap abzugleichen. Dort wird naemlich nicht nur der Ort abgelegt, sondern auch Metainformation wie die Zahl der Abstellplaetze, ob eine Ueberdachung besteht, etc. Die habe ich also bei den fehlenden Anlagen noch nachgetragen, und so ist seit dem Wochenende die OSM an der Uni Ulm mit der Realitaet der Abstellplaetze wieder weitgehend in Einklang ;)

Blieb die Frage, wie diese Daten dann den Weg in eine interaktive Karte finden, die ein wenig moderner ist als ein 2,5 MB grosses PDF.

Ich hatte mich neulich schon einmal mit der Overpass API fuer die Openstreetmap beschaeftigt, um komplette OSM-Dumps fuer Ulm zu ziehen. Eher wenig Beachtung hatte ich dabei dem Detail geschenkt, dass das ja 1.) eine API ist und 2.) damit auch Selektionen auf bestimmte Tags moeglich sind.

Mit Overpass Turbo ist das leicht auszuprobieren: Einfach mal im Wizard oben links eine beliebige Abfrage eingeben (Beispiele stehen schon darunter) und Ausfuehren – voila, da kommen die Daten als GeoJSON und werden auch auf der Karte angezeigt. Und von einer Aenderung eines solchen Punkts im OSM-Originaldatensatz dauert es nur wenige Sekunden, bis eine neuerliche Overpass-Abfrage die aktualisierten Daten anzeigt. Wohoo!

Mit leaflet-layer-overpass existiert derweil eine JS-Bibliothek, die Overpass mit Leaflet verknuepft, und so dauerte es nicht lange, bis die erste fertige Fahrradabstellanlagenkarte fertig war. Das einzige, was noch verbleibt, sind kleine Tweaks wie bessere Infopopups und eine Unterscheidung zwischen offenen und ueberdachten Abstellmoeglichkeiten.


Größere Karte anzeigen

Ich faende es cool, wenn moeglichst viele Geodaten der uulm nach und nach den Weg in die OSM finden wuerden. So blieben die Daten zentral in der Karte schlechthin, anstelle in verschiedenen dezentralen Repositories zu versauern – und nach und nach koennten Dinge wie Hoersaalfinder oder Uebersichtskarten von Eisautomaten allesamt mit Leaflet und Overpass realisiert werden ;)

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Civic Issue Tracking mit Mark-A-Spot

@ManuelBogner von der SWP machte die datalove-Gruppe vor gut zwei Wochen auf eine Anwendung der SZ aufmerksam, in der Unfallschwerpunkte markiert werden koennen – und die dafuer verwendete Drupal-Distribution Mark-A-Spot. Die kann beliebige Eingaben verwalten (z.B. uebervolle Muelleimer, kaputte Strassenlaternen oder aehnliches), die entgegennehmende Stelle kann den Status der Eingabe aktualisieren (von „in Bearbeitung“ bis „wurde abgearbeitet“), und das Ganze ist dann auch noch mit dem Open311-Standard kompatibel.

markaspot

Weil ich mir das mal ansehen wollte, habe ich mir das mal testweise auf meinem Raspberry Pi installiert – und weil es dabei einige Fallstricke gab, ist das hier kurz dokumentiert.

Exkurs: Ich habe fuer solche RasPi-Spielereien ein Minimal-Image auf einer 1-GB-SD-Karte (bitte dortige Installations- und Konfigurationsanleitung beachten). Das reicht locker aus; gegebenenfalls muss zwischendurch der apt-Cache mit apt-get clean geleert werden. Fuer die hier gezeigte Installation sind folgende zusaetzlichen Pakete noetig: apache2 apache2-utils libapache2-mod-php5 php5 php5-sqlite php5-common php5-cgi php5-gd unzip

Mark-A-Spot wird als komplette Distribution ausgeliefert, d.h. im aktuellen Master-Branch von Github liegt ein komplettes Drupal samt aller Erweiterungen, um eine lauffaehige Mark-A-Spot-Instanz zu bauen. Analog zum Installationsvideo laeuft die Installation folgendermassen:

Mark-a-Spot Open311 Server from Holger Kreis on Vimeo.

cd /var/www
wget https://github.com/markaspot/mark-a-spot/archive/master.zip
unzip master.zip
mv mark-a-spot-master/* .
rm master.zip

Wie in der Drupal-Anleitung angegeben muessen fuer die Installation noch einige Rechte gesetzt werden:

chmod a+w sites/default
cp sites/default/default.settings.php sites/default/settings.php
chmod a+w sites/default/settings.php

Da der RasPi fuer so eine Installation eine verdammt untermotorisierte Maschine ist, muss noch der Speicher fuer PHP und die maximale Scriptausfuehrungszeit hochgesetzt werden, sonst wird der Installer mit einem AJAX-Fehler 400 abbrechen:

nano /etc/php5/apache2/php.ini
<max_execution_time auf 500 setzen, memory_limit auf 256MB>
service apache2 restart

 

Danach wird einfach der RasPi im Browser aufgerufen und der Installationsprozess so wie im Video vervollstaendigt. Dauert etwa eine halbe Stunde (ja, das Ding ist zu langsam dafuer…)

Danach sollte die Seite an sich laufen – bis auf vielleicht den Seiteneffekt, dass keine der Unterseiten laedt, sondern einen 404 liefert. Das liegt in der Regel an den Clean URLs; in der Installationsbeschreibung wird das en passant erwaehnt:

Make sure that clean urls are supported and active: http://yourserver/?q=admin/config/search/clean-urls

Falls Clean URLs nicht funktionieren, kann man die also dort abstellen (einfach den Haken wegmachen) – oder aber analog zu dieser Anleitung den Apache konfigurieren:

a2enmod rewrite
service apache2 restart
nano /etc/apache2/sites-enabled/000-default

Bleibt zuletzt nur noch, wie im Initial Configuration-Abschnitt angegeben, die Startpositionen und Karteneinstellungen anzupassen.

Hope this helps ;)

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