Das Prinzip „Einfach mal machen“

gruen1

Frustrierend ist regelmaessig, wenn man ein Projekt anfaengt und dann Die Fallstricke™ kommen. Dritte Parteien, die erstmal umfaenglich irgendwas pruefen muessen, zum Beispiel. Und dann faellt die Akte hinter den Schreibtisch. Oder es gibt ein Verfahrenshindernis™. Oder irgendwas muss abgesprochen werden.

Motivierend ist, wenn man andere um sich hat, die sich davon nicht beirren lassen und sich, ihr Ziel fest im Blick, einfach durchboxen. Dazu gehoert Tom Philipp Schiller vom Team FahrRad der Stadt Ulm, der seitdem ich ihn in dieser Rolle kenne unbeirrt fuer das fast schon irrationale Ziel 20% Radverkehrsanteil bis 2020 kaempft. Und zu kaempfen haben seine Kollegin Sandra Clauss und er, werden ihnen doch regelmaessig die Mittel gekuerzt und dieselben unsinnigen Prozesse in den Weg geworfen, mit denen ich auch an der Uni zu kaempfen habe.

Ulmer Eigenkonstruktion: Der Rechtsabbiegepfeil fuer's Rad

Ulmer Eigenkonstruktion: Der Rechtsabbiegepfeil fuer’s Rad

Der Punkt ist aber: Wenn ich mit dem FahrRad-Team zu tun habe, passiert in kuerzester Zeit das ansonsten unmoeglich scheinende. Und so bin ich nur semiverwundert, dass der vielfach (meist vergeblich) geforderte „Gruenpfeil fuer (rechtsabbiegende) Radler*innen“ ausgerechnet in Ulm nun Realitaet geworden ist – als „Copy-and-Paste“-Loesung auch fuer andere Kommunen. An der Abzweigung Berblingerbrunnen auf die Neue Strasse gibt es so etwas schon seit einiger Zeit als Dauergruenlicht fuer die Radspur – und irgendwie typischerweise hatte Tom sich nun eine offenbar StVO-konforme Loesung als Schild ausgedacht, nachdem das anderswo als nicht machbar verworfen worden war. Kudos! 😀

Die volle Praesentation gibt es hier, aufmerksam geworden bin ich via itstartedwithafight

In Allgemein veröffentlicht | Getaggt , , | Kommentieren

Troetenhorst

Die logische Fortsetzung von trumpdonald: Troetenhorst.

Bildschirmfoto vom 2016-02-11 19:35:18

Dafuer wurde das Internet erfunden!

In Statt Vorlesung veröffentlicht | Getaggt , , , | Kommentieren

Fragen zur Migration: Was, wenn alle Grenzen offen wären?

Gelehrte aus einer kleinen Szene setzen sich heute für weltweit offene Grenzen ein.

Ein spannender, langer Artikel: Fragen zur Migration: Was, wenn alle Grenzen offen wären?

(via @schwarzblond)

In Allgemein veröffentlicht | Getaggt , , , | Kommentieren

Strippen ziehen

Nach einigen Wechseln in der Belegung wohnen aktuell ueber 100 aus Syrien nach Deutschland gefluechtete Menschen in der provisorischen Unterkunft Keplerhalle, und seit zwei Monaten werden die dortigen Bewohner per Freifunk mit Internet versorgt. Leider jedoch mit nur einem einzigen Richtfunk-Uplink, der zudem immer wieder mal rummuckt.

Bildschirmfoto vom 2016-01-14 00:05:08

Um so cooler, dass sich am Wochenende eine weitere Studi-WG im direkten Umfeld der Halle gefunden hat, die seit Dienstag einen (nach einer vorbildhaften Ulmerin benannten) gespendeten Router bei sich beherbergt. Damit dessen Signal auch in der Keplerhalle empfangen werden kann, musste ich gestern nochmal 50 Meter LAN-Kabel in der Halle verlegen – wofuer ich binnen einer halben Minute 10 Helfer hatte, die gemeinsam die Kabelrolle entwirrten und per Raeuberleiter das Kabel durch die ehemaligen Basketballkorb-Halter faedelten.

Sitzt am suedlichen Hallenfenster und beleuchtet ausserdem die Tramhaltestelle: Kepler3-WR841ND. Man beachte den Billig-PoE-Injector.

Sitzt am suedlichen Hallenfenster, vernetzt ueber die Strasse zu ResiWeglein-WR841ND und beleuchtet ausserdem die Tramhaltestelle: Kepler3-WR841ND. Man beachte den Billig-PoE-Injector.

Nach anfaenglichem Schluckauf und Neuverlegung zweier Kabel ist die Halle nun redundant und mit doppelter Bandbreite ans Internet angeschlossen – leider jedoch immer noch mit nur maximal 20 Mbit/s, die sich die zwischen 50 und 70 eingeloggten Clients teilen muessen. Als interessanter Nebeneffekt ist nun auch die Haltestelle Justizgebaeude mit Freifunk versorgt – was ein zweischneidiges Schwert ist, da etwaige dort eingeloggte Clients ebenfalls zur Netzlast beitragen. Ich habe vom Freifunk-Unterstuetzungsverein das Go bekommen, mit besseren Antennen und ggf. staerkerer Hardware die Anbindung noch etwas robuster zu gestalten.

Redundanz. Deutlich sichtbar: Kepler1-WR841ND nimmt die meisten Clients auf.

Redundanz. Deutlich sichtbar: Kepler1-WR841ND nimmt die meisten Clients auf, und LAN-Kabel sorgen fuer Vernetzung im gruenen Bereich.

This is The Internet™

This is The Internet™

Ich moechte helfen

Prima! Wenn du – egal wo in Ulm und Umgebung – zum Freifunk-Netz beitragen moechtest, kontaktiere die Freifunk-Gruppe, oder mich direkt. Wenn du ein Cafe, einen Laden, sonst eine Einrichtung in und Ulm kennst, die fuer ihre Kund_innen freies Internet ueber Freifunk anbieten moechte, genauso. Und der Freifunk-Unterstuetzungsverein freut sich ueber jede Spende, die er bekommt.

Lessons learned

Mit der Verkabelung des dritten Routers ist das Netz in der Keplerhalle nun endlich so ausgelegt, wie wir das eigentlich von Anfang an vorhatten:

  • Die drei Router (841ND) sind per Mesh-on-LAN miteinander vernetzt und funken jeweils auf verschiedenen, nicht ueberlappenden Kanaelen (1, 6, 11). Somit verteilen sich die Geraete halbwegs auf die einzelnen Router
  • Nur der direkt ueber die Olgastrasse hinweg meshende Knoten ist mit aktiviertem Mesh-on-WLAN auf Kanal 1; den mit der Nanostation-Richtfunkstrecke verbundenen werde ich mittelfristig auch ins Halleninnere verlegen und Mesh-on-WLAN deaktivieren. Das sorgt fuer mehr Freifunk-Airtime.

Folgende Erkenntnisse koennten vielleicht fuer Nachahmer_innen interessant sein:

  • Stromversorgung kann ein Problem sein. Hinten in der Halle gibt es keine einzige funktionierende Steckdose, vorne sind sie rar. Dreifachsteckdosen und Billig-PoE-Injektoren (ca. 2–4 EUR pro Stueck) sind eure Freunde. Klappt bei den 841ND auch ueber ein 50-Meter-Kabel.
  • Unterschaetzt die Kabellaengen nicht. Das 50-Meter-Patchkabel war letztlich ziemlich exakt 5 Meter zu kurz, um es an der Hallenwand entlang bis ins Buero zu fuehren. Abhilfe schaffte etwas wilde, direkt gespannte Verkabelung von Basketballkorbhalter zu Gelaender. Kabel-Kabel-Kupplungen zum Aneinanderstueckeln sind problematisch, wenn PoE-Injektoren verwendet werden (fuehrte zu Reboot-Cycle)
Wilde, freie Verkabelung (Symbolbild)

Wilde, freie Verkabelung (Symbolbild)

  • Man kann selten genug Gaffa und/oder Kabelbinder haben
  • Vielleicht ist es kein Fehler, die Router einzuhausen oder die Kabel wahlweise mit Aufkleberchen zu versehen, wo sie hingehoeren, oder gleich festzutapen. Ich belege den Switch der 841ND in der Regel der Reihe nach so: LAN – Mesh – Mesh – Freifunk (letzteres zum Testen per Kabel). Wenn nun der Uplink ausfaellt und der per Kabel in die vermeintliche LAN-Buchse 2 anstelle des Uplinks gesteckt ist, verleitet das offenbar Leute dazu, den (Mesh-)Uplink in die WAN-Buchse zu stecken. Ich habe jetzt „einfach“ mal auch die WAN-Buchse mit Mesh belegt – was nichts dagegen half, dass jemand mit dem Ubiquiti-Poe-Injektor einen armen 841ND bebrutzelt hat…
  • Und, ultrawichtig: Testet euren geplanten Aufbau so gut und umfangreich es geht „trocken“ zuhause, und zwar in moeglichst allen Facetten. Tauschgeraete sind kein Fehler, um mal kurzzeitig Testkonfigurationen auszuprobieren, ohne gleich den einzigen Uplink lahmzulegen. Die Leute bauen auf euch.
In Allgemein veröffentlicht | Getaggt , , , | Kommentieren

OPEN! 2015 ohne Community, und ein paar Fragen dazu

Vor wenigen Tagen war die OPEN!2015 im Stuttgarter Spitalhof mit einem ganz schoen imposanten Programm. Persoenlich finde ich es prima, dass eine Konferenz rund um Open Data, Open Source und OER in diesem Umfang stattfindet – ich behaupte jetzt einfach mal, das sei die Fortsetzung der OpenCityCamps, die 2012 und 2013 in Ulm und 2014 in Stuttgart stattfanden und sich mit Open Data und offener Verwaltung beschaeftigten 😉

Leider konnte dieses Mal wegen Terminkollisionen aus der Ulmer Arbeitsgruppe (mit Ausnahme des dienstlich anreisenden @geichris von der Stadt Ulm, der natuerlich schon dazugehoert 😉 ) gar niemand teilnehmen. Der offizielle Kontakt zur Ulmer Open-Data-Arbeitsgruppe fand naemlich erstmals fuenf Wochen vor der Veranstaltung statt, und das auch nur, weil wir mal nachfragten.

Und dazu haette ich dann doch mal ein paar Fragen.

  • Die MFG als ausrichtende Einrichtung ist seit 2012 Foerderer der OpenCityCamps gewesen und muesste eigentlich wissen, wo die Grass-Roots-Aktivitaeten zu Open Data in Baden-Wuerttemberg stattfinden. Warum wurde kein einziges Open Knowledge Lab angeschrieben und eingeladen?
  • Mehr noch: Warum mussten wir uns aktiv selber um den Kontakt zur MFG kuemmern, um mal die Frage zu stellen, wie sie sich die Einbindung der Community vorstellen?
  • Wie sollte sich die Community, die ihre Aktivitaeten in der Regel ehrenamtlich betreibt, an einem Arbeitstag (Mittwoch) freinehmen und dann noch 95 EUR Ticketgebuehren bezahlen, um selber vertreten zu sein? (Auf Rueckfrage gab es dann das Angebot, eingeladen zu werden, wenn das jeweilige OK Lab „als Multiplikator dient“. Leider terminlich zu spaet.)
  • In der Stuttgarter Erklaerung ist bei Open Data die Rede von „Rohstoffen“, „Geschaeftsfeldentwicklung“, und dass das Potenzial „prosperierend“ erschlossen werden muesse. In einem Nebensatz geht es dann noch um Daten- und Medienkompetenz, die in der Schule erarbeitet werden muesse – bitter angesichts des Hintergrunds, dass Informatik faktisch aus dem Unterrichtsplan in Baden-Wuerttemberg verdraengt wurde. Vom gemeinnuetzigen Aspekt, der nun seit mehreren Jahren im digitalen Ehrenamt u.A. von den Open Knowledge Labs bearbeitet wurde, keine Rede.

Ich verstehe, dass es bei Open Data immer auch um Businessmodelle geht, und dass – leider – die Wirtschaftsfoerderung ein gewichtiges argumentatives Zugpferd bei der Oeffnung von Regierungsdaten ist. Der Umgang der MFG mit der Civic-Tech-Community, die nun ueber Jahre hinweg mit der Verwaltung dieses Thema beackert und erste Pfade durchs Dickicht geschlagen hat, stoesst mir jedoch sehr sauer auf.

Sollte die Strategie am Ende darauf hinauslaufen, dass nun – wo die Bewegung langsam Fahrt aufnimmt – das digitale Ehrenamt vom Land Baden-Wuerttemberg einfach links liegen gelassen wird, waren wir alle wohl nichts weiter als nuetzliche Idioten.

In Allgemein veröffentlicht | Getaggt , , , | Kommentieren

Freifunk fuer Gefluechtete in Ulm

IMG_20151114_174125863

Waehrend die Stadt nun nach langer Zeit endlich geschafft hat, fuer sage und schreibe 205.000 EUR Investitionskosten „freies“ WLAN an vier Punkte der Stadt zu bringen, waren viele Gefluechtete in den Ulmer Unterkuenften immer noch vom Internet abgeschnitten – Abhilfe schafften da bislang nur freie Hotspots bei diversen Schnellrestaurants und Freifunk-Knoten wie der am Muensterplatz.

Der sehr aktive Blaubeurer Teil der Ulmer Freifunk-Community hatte sich vor diesem Hintergrund wohl schon sehr frueh an die Geschichte mit Mohammed und dem Berg erinnert, und einfach umgekehrt Freifunk-Knoten in die dortige Unterkunft gebracht. Da die Kommunen offenbar keinen eigenen Internetanschluss fuer die Unterkuenfte stellen koennen, wurden kurzerhand nach Absprache mit  dem Landratsamt Freifunk-Router in die Unterkunft getragen, die von bis zu drei Funkstrecken von ausserhalb mit Internet versorgt werden.

In Ulm mahlten die Muehlen dagegen deutlich langsamer. Erst nach Intervention des Eskalationsbeauftragten in der Stadtverwaltung gab es gruenes Licht, ueberhaupt Router in den Gebaeuden einstecken zu duerfen – und dann ging alles ganz schnell.

IMG_20151113_163109590

Nach einem Rundruf ueber die Ulmer Freifunk-Mailingliste fanden sich innerhalb kuerzester Zeit mehrere Leute, die bereit waren, substanzielle Summen an den Freifunk-Unterstuetzungsverein zu spenden, damit die notwendige Hardware beschafft werden konnte. Dezentral entstand eine Beschaffungsliste, und in der letzten Woche troepfelte nach und nach ein ganzer Haufen Material bei mir ein. Denn ich war der naechstgelegene Mensch aus der Community, der Sichtkontakt zur Unterkunft Keplerhalle hat – wenig mehr als 200 Meter sind es von unserem Dach bis zur Halle.

IMG_20151114_172804082Heavy Lifting fuer die Strecke uebernehmen zwei Ubiquity Nanostation M5, die aus den Spenden bestellt wurden, und als Wireless Bridge eingerichtet sind, d.h. sie verhalten sich quasi wie ein Netzwerkkabel. An meinem Ende haengt die Nanostation hingetuedelt professionell unter dem Dach; per LAN-Kabel und via PoE-Injektor ist sie dann an einen auf Meshing konfigurierten LAN-Port meines etwas schwachbruestigen (841N) Freifunk-Routers angeschlossen.

IMG_20151114_174422677

Hallenseitig hatten wir uns erst Konstrukte mit Mast auf Flachdach und Kabeldurchfuehrungen durch Fensterrahmen ausgedacht. War alles aber gar nicht noetig – die Nanostation hatte schon Funkkontakt, wenn ich sie nur halbwegs hinter dem Fenster in Richtung meines Hauses ausgerichtet hatte. Also kam der Mast gestern abend kurzerhand einfach auf das Fensterbrett – reicht.

IMG_20151114_172719760Von der Nanostation geht dann das ganze 1:1 umgekehrt wie bei mir daheim: LAN-Kabel per Mesh-on-Lan in den Router „Kepler1“, und weil gestern abend kein passendes Kabelmaterial fuer Hallenverkabelung da war, steht „Kepler2“ einfach innerhalb der Halle und vermesht sich per WLAN. „Kepler3“ sollte eigentlich noch an das andere Hallenende, der Zugang zum passende Ort ist aber momentan etwas abenteuerlich.

Was prima ging

  • Richtfunk per Nanostation ist ein Traum. Kein Vergleich zu Konstruktionen mit Consumer-Plasteroutern
  • Als das Gruenlicht erstmal von der Stadt gekommen war, war alles kein Problem mehr. Die Sicherheitsleute in der Unterkunft waren gerne bei allem dabei, was wir machen wollten – sicher nicht ganz uneigennuetzig 😉
  • noch viel beeindruckender: Wie zwar teilweise chaotisch, aber schnell und selbstlos alle moeglichen Leute dezentral zusammengearbeitet haben, um das Material auszusuchen, zu finanzieren und zu bestellen!

Was noch besser geht

  • Momentan laeuft alles ueber unseren WG-Internetanschluss, der nicht der allerschnellste ist. Weitere Versorgungspunkte in der Umgebung bedeuten mehr Ausfallsicherheit
  • Der gesamte Traffic laeuft ausserdem ueber den einen, schwachen Plasterouter, der gar nicht mehr hinterherkommt, die Verbindungen zu verschluesseln. Das limitiert die maximale Datenrate auf etwa 3 Mbit/s
  • die Router in der Halle wuerde ich gerne noch per Mesh-on-LAN untereinander verkabeln, um das Netz zu stabilisieren und mehr Durchsatz zu ermoeglichen
  • Wenn die offenporigen Dachpfannen nass sind, geht die Verbindungsqualitaet runter. Dank der Nanostations ist das aber ein Luxusproblem, das heisst dann 10 Mbit/s statt 100 😉
  • Ab und zu bricht die Verbindung zur Halle aber auch einfach mal weg. Mein Router gibt an, noch einen lokalen Nachbarn zu haben, aber auf der Karte ist nichts zu sehen, und es laeuft auch kein Traffic mehr durchs Netz. Ursache ist unklar.

IMG_20151114_174149986

Nicht zuletzt wuerde ich auch gerne die Unterkunft in der Roemerstrasse wieder ans Netz bekommen. Dem dort wohnenden Vorsitzenden des „Menschlichkeit“-Vereins hatte ich schon vor einigen Wochen zwei Freifunk-Router vorbeigebracht – dann lief aber sein Internetvertrag aus, und seither sitzen die Leute dort wieder auf dem Trockenen. Sollte die Unterkunftsleitung mitmachen und wir noch einmal Spenden an den Verein zusammenbekommen, koennte aber Nitek eventuell eine Richtfunkstrecke aufbauen – vom Eselsberg auf den Kuhberg, ueber 3,7 Kilometer ueber das Blautal hinweg 😀

In Allgemein veröffentlicht | Getaggt , , , | 1 Antwort

Gesehen an der Olgastrasse

wpid-wp-1441658383660.jpeg

Unter anderem an der IHK-Wand und nem Lampenmast.

In Allgemein veröffentlicht | Getaggt , | Kommentieren

Sagen, was ist

Tante hatte vor einiger Zeit bereits eine Browserextension veroeffentlicht, die „Political Correctness“ in Websitetexten durch „Haltung, andere mit Respekt zu behandeln“ ersetzt. Das klingt grammatikalisch leider gelegentlich holprig, hilft aber ungemein.

CNADy4WVAAAFqtp

Nun hat Ole Reissmann nachgelegt, allzu schwache Formulierungen ueber Mobs vor Asylbewerberunterkuenften passend zu aendern. Aus „Asylgegner“ und „Asylkritiker“ werden durch die passende Chrome-Extension „Rassisten“, aus „besorgten Buergern“ „Nazis“. Recht so.

In Allgemein veröffentlicht | Getaggt | Kommentieren

Exzellenzinitiative: cccamp15

Ich war auf meinem allerersten Chaos Communication Camp. Und so wie viele andere muss ich nach meiner Rueckkehr erst einmal drauf klarkommen, nicht mehr in Mildenberg auf dem staubigen Ziegeleiparkgelaende zwischen leuchtendem Datenklo und BER-Partyarea unterm Tarp zu schlafen.

wpid-wp-1440074879376.jpeg

Wir Ulmer hatten uns eine „etwas“ kompliziertere Anreise ausgesucht. Zusammen mit einem SG20-Zelt fuer das Open-Data-Village waren wir ueber 12 Stunden in Nahverkehrszuegen unterwegs und mussten teilweise innert fuenf Minuten mit 75 kg Zelt den Anschluss schaffen. Durch ICE-Tueren haetten wir naemlich die 2 Meter langen Stangentaschen nicht um die Ecke bugsiert bekommen 😉

wpid-wp-1440074924273.jpeg

Das Open-Data-Village war wirklich „das beste Village“ – eine gute Mischung aus Leuten, leicht versteckt neben Tor 2, aber 40 Meter weiter direkt die grosse Buehne mit Bar des BER-Villages. Wenn man wollte, konnte man abends innert einer Minute mitten im Partytrubel sein, Landesverraetern den Hut klauen, die Hamburger eine Seitenstrasse weiter besuchen – oder man sass einfach im Village, erfreute sich an der Tatsache, dass man das jetzt theoretisch sofort machen koennte, wenn man wollte, und hoerte stattdessen lieber Open-Data-Musikneukompositionen zu. Die haben’s dann sogar in die Lightning Talks geschafft :) (Video, ab 1:29:20)

The Open Data song by @malackate at #cccamp2015. With @johl and @sneakatdatavibe

Ein von jennifer gergen (@palebluejen) gepostetes Video am

Ansonsten war das vor Allem: Eine Woche Urlaub, mit Ausfluegen an die Stichseen um den Ziegeleipark, neugierigem Herumwandern zwischen den anderen Villages, dem Wiedertreffen alter Bekannter und dem Neu-kennenlernen verschiedenster neuer Leute. Und vor allem in der Aufbauphase und noch beinahe bis zum letzten Tag konnte man irgendwo irgendetwas zu Bestaunen finden, was man zuvor noch nicht gesehen hatte. wpid-wp-1440074944748.jpeg Weil herumwandern, Leute treffen und Baden gehen alleine zu sehr Nur-Urlaub waere, musste natuerlich ein Projekt her, und ich habe mich (natuerlich) nicht an der vordergruendigen vollstaendigen Sinnlosigkeit des Unterfangens gestoert. Leiwandville und Amateur Radio Village hatten gleich mehrere Feldvermittlungsstellen dabei, also liess ich mir fuer Mittwoch von @akrey meine Fernmeldekiste mit 800-Meter-Feldkabelspule, einer Feldvermittlung und zwei FF54 nach Mildenberg bringen – danke nochmal dafuer! wpid-wp-1440074965847.jpeg wpid-wp-1440074978506.jpeg wpid-wp-1440074995200.jpegLetztlich haben wir zusammen mit anderen Villages wohl so um die vier Kilometer Kabel kreuz und quer durch’s Camp verlegt. Weil die Zehnervermittlung im Leiwandville auch einen Amtszusatz hatte, der ans POC angeschlossen war, konnte man also mit dem Ackerschnacker auf dem Aussichtsturm die Vermittlung rufen und sich mit einem beliebigen DECT verbinden lassen – und wenn daraufhin das testweise verlangte DECT in der eigenen Hosentasche rappelte, konnten einige das gar nicht so recht fassen 😀 Umgekehrt ging das natuerlich auch: Einfach 3353 („FELD“) anrufen und sich mit dem „Bamt“ verbinden lassen kam wohl haeufiger vor. Dass das Interesse so gross werden wuerde, dass DL30C und Sja gleich mehrere Workshops an den verschiedenen Vermittlungsplaetzen anbieten wuerde, und es die Aktion sogar in einen FM4-Artikel schaffen wuerde, haette ich vorher auch nicht gedacht 😉

Ingroup, Outgroup

Auf dem Weg zum Camp fiel mir ein Artikel in die Timeline, in dem argumentiert wurde, die Hackerkultur sei gentrifiziert worden – Mainstream quasi, das Label hip, und die Traeger_innen wohlhabend. Deswegen fand ich auch… interessant, dass Julia Reda das Camp damit in Verbindung brachte:

Wenngleich der Originalartikel mittlerweile Widerspruch erfahren hat, machte mich das nachdenklich. Waehrend die CCC-Veranstaltungen immer breiter, immer inklusiver zu werden scheinen, fehlen mir da noch eine ganze Menge Leute. Ich bitte darum, das nicht falsch zu verstehen: Das ist keine Kritik an denjenigen im Club, die durch verschiedenste Massnahmen versuchen, Diversitaet herzustellen. Aber: Ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes das Privileg, ein tolles Camp erleben zu duerfen – weil ich ausreichend Zeit fuer einen Besuch habe, mir (mit reduziertem Ticket) die Woche finanziell gerade noch so leisten kann, und weil ich ein gutes Village mit vielen mir bekannten Leuten hatte, die auch meine (Erst-Club-Event-)Mitreisenden ganz selbstverstaendlich und unpraetentioes aufgenommen haben.

Das alles ist nicht selbstverständlich. Vor allem letzteres. Wer da vom Lande kommt und den Club im schlimmsten Fall nur vom oertlichen mackernden Erfa oder durch herablassende Twitter-Kommentare von Hacker-Granden kennt, traut sich am Ende vor lauter Impostor-Syndrom gar nicht, sich um ein Friends-Ticket zu bewerben – das bei klammem Budget die einzige Moeglichkeit ist, teilzunehmen. Der Club gibt sich gerne mal exklusiv, ob gewollt oder nicht, und das kommt aussen eben auch so an. Kann man ja mal drueber nachdenken.

Ansonsten

Exzellent, Top Camp, A++, gerne wieder. Vielleicht am Congress in Hamburg?

Nachtrag: Ha, jetzt haette ich fast vergessen, das Bild einzubinden, das mich ueberhaupt auf den bescheuerten Titel gebracht hat. Hier. Zusammenarbeit und so. Grossartig.

In Allgemein veröffentlicht | Getaggt , , , | Kommentieren

OSM-Routing führt zur Mate

wpid-wp-1438105280442.jpeg

Bislang waren Ausfluege zum Mate-Dealer fuer mich hier immer was, das man mit nem Auto macht. Schliesslich ist der Mate-Dealer im Industriegebiet NU-Offenhausen, was selbst fuer Neu-Ulm am Arsch der Welt ist.

Das hier schon beschriebene OSM-Fahrradrouting hat aber ne Strecke in petto, die auch ganz gut fahrradgeeignet ist. Die angegebene Viertelstunde je Richtung klappt mit vollem Haenger eher nicht, aber trotzdem.

Im Uebrigen soll angemerkt werden, dass die Radverkehrsfuehrung in Neu-Ulm zum Kotzen ist.

 

Randnotiz: Ja, es gibt „den“ Matedealer. Also den einzigen. Laut Matekarte gibt’s das zwar auch im Marktkauf Soeflingen und dem Oststadt-REWE, zu ersterem isses aber auch ne halbe Weltreise, und in letzterem hab ich die nie gesehen. Goebel in Neu-Ulm fuehrt das Zeug seit @hey_johnnypark die Belegschaft dort 2011 so lange geloechert hat, bis sie’s mal testweise bestellt hatten. Der Erfolg blieb nicht aus.

 

In Allgemein veröffentlicht | Getaggt , , , , | 1 Antwort