„Sexismus und Regen“

Antje Schrupp hat einen Text zu „fappygate“ geschrieben.

Wer nicht mitbekommen hat, was das war: Gut so. Am besten gar nicht recherchieren. Gibt nur graue Haare. Lest stattdessen den Text. Der hat Perlen wie diese hier:

Im Kern ist wieder mal etwas passiert, das im Netz (und sonstwo auch) ja eigentlich dauernd passiert: Ein reichweitenstarker und gut vernetzter Mann bemerkt irgendwo eine Feministin, deren Äußerungen seiner Ansicht nach unwahr, überzogen, zu radial oder undiplomatisch sind, und bloggt darüber, wo seiner Ansicht nach die Grenze zwischen richtigem und falschem Feminismus verläuft.

Und eine Replik auf einen sich gescholten fuehlenden reichweitenstarken und gut vernetzten Mann in den Kommentaren:

Worum es hier geht, das ist die Struktur der Auseinandersetzung. Darauf bezieht sich mein Post. Du hast mit der Art und Weise, wie du das Thema aufgegriffen hast sexistische Strukturen bedient (ob willentlich oder unwillentlich ist egal), obwohl inzwischen ja bekannt ist, wie diese Debatten laufen, wie schnell man damit Maskus aktiviert, wie leicht man dafür Applaus bekommt und so weiter. Lies dir einfach mal die Kommentare unter deinem Artikel durch, also ich würde Leuten eine solche Plattform nicht geben wollen.

Und mehr moechte ich dazu gar nicht mehr sagen. Danke Antje.

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Immer aktuelle POI-Karten mit Leaflet und Overpass

uulm-map

Wir hatten neulich das Gebaeudemanagement der Uni um eine Uebersicht der von ihr aufgestellten Radparkanlagen gebeten – mit dem Hintergedanken, das schoen aufbereitet zu veroeffentlichen, um moegliche Bedarfe zu erkennen und potenziellen Radler*innen eine schoene Uebersicht an die Hand zu geben.

Die Uebersicht kam dann in Form eines PDF-Plans mit blauen Bobbeln je Abstellanlage – und der PDF-Plan war nicht etwa irgendein Geospatial PDF, nein, das war einfach „nur“ ein Umgebungsplan ohne auch nur den Ansatz eines Koordinatensystems oder sonstiger Hinweise, wo man sich denn befaende. Leider benutzt man in der Univerwaltung kein GIS, so dass es kein Repository fuer relevante Geodaten (z.B. auch Hoersaele, Eisautomaten,…) an der uulm gibt.

Passt genau!

Passt genau!

Als Fingeruebung habe ich deswegen erst einmal die Karte (bzw. einen Export davon) in QGIS georeferenziert. Anstatt (wie geplant) daraus eine Onlinekarte mit qgis2leaf zu exportieren, habe ich dabei erst einmal Dinge gelernt, von denen ich nicht dachte, dass ich sie einmal lernen wuerde. Zum Beispiel, dass WGS84 nicht gleich WGS84 ist, sondern einmal WGS84 als Koordinatensystem auf dem Referenzellipsoiden (EPSG:4326) und einmal als sphaerische Merkatorprojektion (EPSG:3857). Waehrend die OSM-Ursprungsdaten in EPSG:4326 sind, werden die Kacheln (wie auch bei Google Maps) als Projektion in EPSG:3857 referenziert; Koordinateneingaben werden aber als EPSG:4326 angenommen und dann in EPSG:3857 umprojiziert…

Das interessiert natuerlich keine Sau, die ihr Fahrrad abstellen will.

Nach einigem Ueberlegen kam ich daher zum Schluss, die Punkte auf der Karte mit der OpenStreetMap abzugleichen. Dort wird naemlich nicht nur der Ort abgelegt, sondern auch Metainformation wie die Zahl der Abstellplaetze, ob eine Ueberdachung besteht, etc. Die habe ich also bei den fehlenden Anlagen noch nachgetragen, und so ist seit dem Wochenende die OSM an der Uni Ulm mit der Realitaet der Abstellplaetze wieder weitgehend in Einklang ;)

Blieb die Frage, wie diese Daten dann den Weg in eine interaktive Karte finden, die ein wenig moderner ist als ein 2,5 MB grosses PDF.

Ich hatte mich neulich schon einmal mit der Overpass API fuer die Openstreetmap beschaeftigt, um komplette OSM-Dumps fuer Ulm zu ziehen. Eher wenig Beachtung hatte ich dabei dem Detail geschenkt, dass das ja 1.) eine API ist und 2.) damit auch Selektionen auf bestimmte Tags moeglich sind.

Mit Overpass Turbo ist das leicht auszuprobieren: Einfach mal im Wizard oben links eine beliebige Abfrage eingeben (Beispiele stehen schon darunter) und Ausfuehren – voila, da kommen die Daten als GeoJSON und werden auch auf der Karte angezeigt. Und von einer Aenderung eines solchen Punkts im OSM-Originaldatensatz dauert es nur wenige Sekunden, bis eine neuerliche Overpass-Abfrage die aktualisierten Daten anzeigt. Wohoo!

Mit leaflet-layer-overpass existiert derweil eine JS-Bibliothek, die Overpass mit Leaflet verknuepft, und so dauerte es nicht lange, bis die erste fertige Fahrradabstellanlagenkarte fertig war. Das einzige, was noch verbleibt, sind kleine Tweaks wie bessere Infopopups und eine Unterscheidung zwischen offenen und ueberdachten Abstellmoeglichkeiten.


Größere Karte anzeigen

Ich faende es cool, wenn moeglichst viele Geodaten der uulm nach und nach den Weg in die OSM finden wuerden. So blieben die Daten zentral in der Karte schlechthin, anstelle in verschiedenen dezentralen Repositories zu versauern – und nach und nach koennten Dinge wie Hoersaalfinder oder Uebersichtskarten von Eisautomaten allesamt mit Leaflet und Overpass realisiert werden ;)

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Civic Issue Tracking mit Mark-A-Spot

@ManuelBogner von der SWP machte die datalove-Gruppe vor gut zwei Wochen auf eine Anwendung der SZ aufmerksam, in der Unfallschwerpunkte markiert werden koennen – und die dafuer verwendete Drupal-Distribution Mark-A-Spot. Die kann beliebige Eingaben verwalten (z.B. uebervolle Muelleimer, kaputte Strassenlaternen oder aehnliches), die entgegennehmende Stelle kann den Status der Eingabe aktualisieren (von „in Bearbeitung“ bis „wurde abgearbeitet“), und das Ganze ist dann auch noch mit dem Open311-Standard kompatibel.

markaspot

Weil ich mir das mal ansehen wollte, habe ich mir das mal testweise auf meinem Raspberry Pi installiert – und weil es dabei einige Fallstricke gab, ist das hier kurz dokumentiert.

Exkurs: Ich habe fuer solche RasPi-Spielereien ein Minimal-Image auf einer 1-GB-SD-Karte (bitte dortige Installations- und Konfigurationsanleitung beachten). Das reicht locker aus; gegebenenfalls muss zwischendurch der apt-Cache mit apt-get clean geleert werden. Fuer die hier gezeigte Installation sind folgende zusaetzlichen Pakete noetig: apache2 apache2-utils libapache2-mod-php5 php5 php5-sqlite php5-common php5-cgi php5-gd unzip

Mark-A-Spot wird als komplette Distribution ausgeliefert, d.h. im aktuellen Master-Branch von Github liegt ein komplettes Drupal samt aller Erweiterungen, um eine lauffaehige Mark-A-Spot-Instanz zu bauen. Analog zum Installationsvideo laeuft die Installation folgendermassen:

Mark-a-Spot Open311 Server from Holger Kreis on Vimeo.

cd /var/www
wget https://github.com/markaspot/mark-a-spot/archive/master.zip
unzip master.zip
mv mark-a-spot-master/* .
rm master.zip

Wie in der Drupal-Anleitung angegeben muessen fuer die Installation noch einige Rechte gesetzt werden:

chmod a+w sites/default
cp sites/default/default.settings.php sites/default/settings.php
chmod a+w sites/default/settings.php

Da der RasPi fuer so eine Installation eine verdammt untermotorisierte Maschine ist, muss noch der Speicher fuer PHP und die maximale Scriptausfuehrungszeit hochgesetzt werden, sonst wird der Installer mit einem AJAX-Fehler 400 abbrechen:

nano /etc/php5/apache2/php.ini
<max_execution_time auf 500 setzen, memory_limit auf 256MB>
service apache2 restart

 

Danach wird einfach der RasPi im Browser aufgerufen und der Installationsprozess so wie im Video vervollstaendigt. Dauert etwa eine halbe Stunde (ja, das Ding ist zu langsam dafuer…)

Danach sollte die Seite an sich laufen – bis auf vielleicht den Seiteneffekt, dass keine der Unterseiten laedt, sondern einen 404 liefert. Das liegt in der Regel an den Clean URLs; in der Installationsbeschreibung wird das en passant erwaehnt:

Make sure that clean urls are supported and active: http://yourserver/?q=admin/config/search/clean-urls

Falls Clean URLs nicht funktionieren, kann man die also dort abstellen (einfach den Haken wegmachen) – oder aber analog zu dieser Anleitung den Apache konfigurieren:

a2enmod rewrite
service apache2 restart
nano /etc/apache2/sites-enabled/000-default

Bleibt zuletzt nur noch, wie im Initial Configuration-Abschnitt angegeben, die Startpositionen und Karteneinstellungen anzupassen.

Hope this helps ;)

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Damals, als FAZ-Autoren noch jung waren

Schmalenstroer.net liefere gestern einen amuesant zu lesenden Artikel: „Damals, als FAZ-Autoren noch jung waren… “

Relevanter Auszug zum Beispiel der hier:

Dazu kommt noch ein kleines, schmutziges Geheimnis, das die universitären Entscheidungsträger gerne verschweigen: Sie hatten bei der Einführung der BA/MA-Studiengänge enorme Freiheiten. Sie haben sie aber größtenteils nicht genutzt[…] Die Studierenden haben damals übrigens in vielen Fällen protestiert, haben in den Unigremien aber natürlich nichts zu sagen. Übrigens: Wer innerhalb weniger Semester zig verschiedene Prüfungsordnungen produziert und sich jetzt beschwert, dass das System zu unübersichtlich ist, der hat einfach zu Beginn seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Ergaenzend noch: Die heutigen Studierendenvertretungen kennen durch die Bank nur das heutige System. Fuer sie sind jaehrliche PO-Aenderungen ganz normal. Und heute hatte ich es in meiner – ich will schon beinahe sagen „ehemaligen“ – Fachschaft mit der unwidersprochenen Meinung zu tun, dass man als Studi eben die (satzungsgemaess verpflichtenden) Sitzungsprotokolle der Fachschaft lesen muesse, um zu erfahren, wie es mit der jeweiligen PO weitergehe.

Ich frage mich, wie das weitergeht, wenn wir alten Saecke bald auch nicht mehr da sind, um von der Statler-und-Waldorf-Lounge aus Korrektiv zu spielen. Lust habe ich darauf schon lange nicht mehr.

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Zu Businesskasperei und Open Data

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Vergangenes Wochenende war ich bei Workshops von Code for Germany und Code for All; am Montag startete Code for Germany offiziell; und danach war OKFest in Berlin.
Anlaesslich dieser Veranstaltung wurden Dinge gesagt, getan und geschrieben, die ich nicht unkommentiert stehen lassen moechte.

Erstens.

Ich halte die Initiative „Code for Germany“ fuer wertvoll, auch wenn ich den Namen nicht mag. Wir in Ulm coden nicht „fuer Germany“ und wir coden eigentlich auch nur deswegen „fuer Ulm“, weil wir zufaellig dort wohnen und das das naheliegendste Einsatzgebiet ist.

Der Witz an der Sache ist meines Erachtens genau nicht nur „fuer Ulm“ oder „fuer Germany“ zu entwickeln, sondern die Ideen anderer ueberhaupt erst zu entdecken und auf die eigene Situation anpassen zu koennen – und dass Ideen aus der eigenen Stadt anderswo aufgegriffen werden. Oder dass wir fuer die Ulmer Kita-Karte nun auf einen Kartendienst aus dem Berliner Lab zurueckgreifen konnten (danke, Jochen!)

Und nicht zuletzt habe ich es als unglaublich motivierend empfunden, festzustellen, dass es auch anderswo gleichgesinnte gibt, die fuer dieselben Dinge brennen. Vor allem nicht nur in Berlin.

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Zweitens.

Ich konnte mich schon auf der Launchveranstaltung nicht beherrschen und habe Seitenhiebe auf einen vorangegangenen Redner abgefeuert, der den Hauptvorteil offener Daten darin zu sehen schien, Geschaeftsmodelle zu entwickeln, um die von ihm zitierten 33 Millionen EUR Wert pro Jahr aus den Berliner Daten abzuschoepfen. Wir bei der datalove-Gruppe haben kein Geschaeftsmodell. Wir haben das bislang gemacht, weil es Spass macht, weil wir Probleme loesen und die Welt zu einem besseren Ort machen wollen.

Dass das in die klassische kapitalistische Logik nicht so recht passen will, ist bedauerlich. Den Ausweg sehe ich aber nicht darin, immer noch mehr Startup-Ideen anzukurbeln und aus der Herzenssache einen Brotjob zu machen zu versuchen – und ja, auch ich bin dem Google-Sponsoring fuer codefor.de gegenueber skeptisch, auch wenn ich gerade deutlich zu nuechtern bin, das so auszudruecken wie Stefan Schulz in der FAZ.

Ich fand es aufschlussreich, wie viele der anderen Workshopteilnehmer_innen mir am Wochenende zustimmten, dass der Traum doch eine 20–30h-Woche in einem schoenen Beruf waere, der fuer Wohnung, Essen und Mobilitaet sorgt – und die restliche Freizeit kann dann mit Weltverbesserung gefuellt werden.
Dass so etwas in der Praxis nur einer kleinen Elite vergoennt ist, ist mir schmerzlich bewusst. Aber wenigstens liesse man sich auf diese Tour weder so einfach zum “useful idiot”¹ machen, noch muesste man irgendwelchen Investorengeiern hinterherlaufen. Sondern koennte wirklich an dieser Weltverbesserung arbeiten.

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Weswegen. Drittens.

Ich gerne die Gruppe vorwiegend weisser, maennlicher Informatiker, die zumindest das Ulmer Lab momentan praegen, stark erweitern wuerde – mit der bestehenden Gruppe als Kristallisationspunkt, um den herum neue, interessante Dinge entstehen.

Das Laboradorio Para La Ciudad ist ein herrliches Beispiel dafuer, wie das aussehen kann: Im Vordergrund steht der Lebensraum Stadt und die Menschen, die ihn bewohnen, und sie sind es auch, die ihre alltaeglichen Probleme am besten kennen. Im Idealfall steht hinter allen Projekten auch das Ziel, die BewohnerInnen selbst zur Umsetzung der Loesungen zu ermaechtigen – Code Literacy als Auftrag, angefangen von SchuelerInnen bis ins dritte Lebensalter.

Das wuerde erstens helfen, dass nicht wie bisher alle Projekte auf den Schultern immer derselben wenigen Aktiven ruhen; zweitens deutlich vielfaeltigere Problemlagen erschliessen; und drittens einem deutlich groesseren und breiteren Bevoelkerungsquerschnitt den Zugang zu moeglichen Loesungen verschaffen.

Claus Arndt hat bei sich in Moers bereits ein Schulprojekt angestossen, dessen bisherige Ergebnisse sich spannend anhoeren – so etwas koennte beispielsweise auch in die Ulmer Drei-Generationen-Universitaet passen.

Dahinter wird in den seltensten Faellen ein Business Modell zu finden sein. Aber wenn’s zur Weltverbesserung reicht, waere mir das gut genug.

¹ ich stimme an der Stelle zum vermutlich ersten Mal in meinem Leben Evgeny Morozov zu :(

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Lebenszeichen

Wer hier mitliest, koennte meinen, ich existiere gar nicht mehr – ich kann wahlweise beruhigen oder enttaeuschen, dem ist nicht so.

Die letzten Monate waren ein wenig turbulent: Diplomarbeitsendspurt und -abschlussvortrag, nahtloser Uebergang in SoNaFe-Hilfsorganisatortaetigkeit wider Willen, parallel Arbeit im Mobilitaetsreferat, der datalove-Arbeitsgruppe, ein Open-Data-Workshop beim SWR in Stuttgart… was man eben so tut ;)

Die kommenden Wochen bleiben voller spannender Projekte: Ab Freitag abend bin ich in Berlin zum offiziellen Start von Code for Germany, ausserdem habe ich einige Texte zu Open Data und Nahverkehr auf dem Backburner, und Dominik und ich prototypen gerade Libraries fuer neue Busabfahrtsdisplays auf GTFS-Basis. Da Farnell element 14 uns hier freundlicherweise mit Hardware unterstuetzt, gibt’s bald auch eine Variante zum einfach-nur-installieren-und-verwenden – aber erstmal klinke ich mich nun in Richtung Berlin aus :)

Bis dahin ein Sneak Peak:

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Civic Tech: Of the people, by the people, for the people

Julia Kloiber from the Open Knowledge Foundation invited me to join her talk for this year’s re:publica on Civic Tech — i.e., how civic volunteers can help shape the way local governments improve on their E-Government, Open Data and E-Participation projects. I might look like I was grumpy in the video – in fact, I am very glad about having been offered this opportunity to outline a few of the good practises we found out to work in Ulm — Thanks again, Julia :)

The talk is already online, and I took the liberty to create a link list to the sites and projects we mentioned:

Link list:

Is there something missing? Anything to expand upon? You disagree with anything? Please, do comment! :)

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Rollilogo, neu gedacht

Aus der Reihe deskriptive vs. normative Sprache bzw. Symbolik: The Accessible Icon Project hat sich des Rollstuhlfahrer*innenlogos angenommen, das normalerweise barrierefreie Toiletten, reservierte Parkplaetze etc. markiert.

Webdesignerdepot erklaert, warum:

There’s no doubt that the existing icon is easily recognizable; the problem, especially for the people it is supposed to represent, is that it portraits wheelchair users as passive and inactive—the original variation even depicted wheelchair users as headless. […] The new design is as easily recognizable, and ADA compliant but also features a person in control of their own movement and navigating the world under their own power.

The Accessible Icon Goes to NYC (February 2014) from Tim Lindgren on Vimeo.

Grosser Wermutstropfen: Das Logo ist zwar Creative-Commons-lizensiert, aber mit einer NC-Klausel, und dann auch noch in Verbindung mit dem SA-Schalter. Das wird — aus gutem Grund — dazu fuehren, dass viele Menschen die Finger davon lassen werden. Schade.

(via)

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And that’s how we do it on Broadway

Vermutlich muss man die Originalserie kennen, um das lustig zu finden, aber… ja :D (Spoilers ahead)

Auch ohne Kontext lustig:

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Linkschau

Um @sebaso zu zitieren: „Endlich mal ein vernuenftiger Use Case fuer NC-Lizenzen!“ → Lizenzhinweise fuer Ueberwachungskamerabilder, selbstgebastelt :)

Was die Polizei alleine nicht schafft – bedrueckende Erlebniserzaehlung einer (gesetzeswidrigen) Polizeikontrolle im Zug allein der Hautfarbe wegen.

Der Ältere fragt nach meinen Ausweispapieren. Die Polizisten hatten also vor mir jede Menge Möglichkeiten nach Ausweispapieren zu fragen, aber nein, nur meine Papiere zu sehen, schien anscheinend interessant. Sehe ich so interessant aus? Wie sehe ich denn aus? Meine Haut hat eine Färbung, die als „schwarz“ bezeichnet wird, obwohl eindeutig nicht schwarz. Ich trage ein grün-schwarzes Holzfällerhemd, eine Base-ball-Mütze und habe ein Schal um den Hals. Vor mir auf dem Tisch liegen zwei dicke Bücher zu Mikroökonometrie und Regressionsmodellen für kategorische abhängige Variablen.

Murder Machines: Why Cars Will Kill 30,000 Americans This Year. Pointiert geschriebenes Stueck rund um die Geschichte der Verantwortung bei Verkehrsunfaellen mit Kraftfahrzeugen.

Roads were seen as a public space, which all citizens had an equal right to, even children at play. “Common law tended to pin responsibility on the person operating the heavier or more dangerous vehicle,” says Norton, “so there was a bias in favor of the pedestrian.” […]

By the end of the 1920s, more than 200,000 Americans had been killed by automobiles. Most of these fatalities were pedestrians in cities, and the majority of these were children. “If a kid is hit in a street in 2014, I think our first reaction would be to ask, ‘What parent is so neglectful that they let their child play in the street?,’” says Norton.

“In 1914, it was pretty much the opposite. It was more like, ‘What evil bastard would drive their speeding car where a kid might be playing?’ That tells us how much our outlook on the public street has changed—blaming the driver was really automatic then. It didn’t help if they said something like, ‘The kid darted out into the street!,’ because the answer would’ve been, ‘That’s what kids do. By choosing to operate this dangerous machine, it’s your job to watch out for others.’ It would be like if you drove a motorcycle in a hallway today and hit somebody—you couldn’t say, ‘Oh, well, they just jumped out in front of me,’ because the response would be that you shouldn’t operate a motorcycle in a hallway.”

(via)

The Data Visualization Catalogue – Welche Datenvisualisierung passt zu welcher Art von Daten? (via)

The Sunlight Foundation’s Data Visualization Style Guidelines – Schoene Einfuehrung zu gut lesbaren Graphen. (via)

Zuletzt noch ein wenig Piratenrelatierter Content:

Wieviel Demokratie vertraegt die FDGO? – Lesestoff nicht nur fuer Piraten, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu etwas Heiligem verklaeren, ganz ideologiefrei, natuerlich.

Kritisiert wird an dieser Definition zunächst ihre Entstehung. Das BVerfG hatte sie zu großen Teilen aus dem damaligen § 88 Abs. 2 StGB (heute § 92 Abs. 2 StGB) übernommen, aus dem Abschnitt der staatsgefährdenden Straftaten. Das Gericht hat damit eine bereits existierende Definition des Strafrechts zu Verfassungsrecht erhöht. Problematisch ist das besonders, weil mit dem fdGO-Begriff Einschränkung von Grundrechten einhergehen. Die Definition selbst lässt viele Fragen offen, die auch von den Gerichten und in der Rechtswissenschaft nicht einheitlich beantwortet werden. […]

Nach dieser Logik lässt sich jede an Freiheit, Gleichheit und Hierarchieabbau orientierte Gesellschaftskritik, die nicht oder nicht ausschließlich auf die parlamentarische Demokratie, den bürgerlichen National-Staat oder ein kapitalistisches Ökonomiemodell setzt, als extremistisch diskreditieren, ungeachtet dessen, ob sich die Kritiker_innen klar gegen orthodoxen Marxismus-Leninismus, Stalinismus und autoritäre Staatssysteme wie z.B. die DDR positionieren. Der Schutz von Freiheit und Demokratie kehrt sich so in sein Gegenteil.

(via)

Ausserdem zwei Kommentare zu #bombergate und der, hm, „linkskritischen“ Fraktion innerhalb der Piraten, die mal eben die Partei lahmzulegen versuchen, um ihren Willen zu bekommen: Wer eskaliert hier eigentlich? von Lars Reineke und eine rhetorische Frage von Michael Seemann.

Bonuscontent: The Male Gaze in Porn (With Commentary By Doge) – alleine schon der Kommentare wie „such not cunnilingus“ wegen ansehen. Und der Musik ;)

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