Die Wiederbelebung des Ulmer Wikipedia-Treffens

Mit 15-Jahre-Wikipedia-Torte!

Mit 15-Jahre-Wikipedia-Torte!

Es scheint in Ulm haeufiger so zu sein, dass bei eingeschlafenen „Traditionen“ nur alle darauf warten, dass jemand™ den ersten Anstoss zur Wiederbelebung gibt. So gab’s hier zwar seit Jahren Wikipedianer*innen, die sich auch immer mal wieder trafen – nur war das letzte dieser Treffen mittlerweile fast vier Jahre her, und kein neues in Sicht.

So ausgestorben schien Ulm, dass ich zur Wiederbelebung meines eigenen kaum benutzten Uralt-Wikipedia-Accounts bei den (hervorragenden!) Treffen in Stuttgart mehr Chancen auf Austausch hatte, als in der Heimatstadt – das konnte natuerlich nicht so bleiben 😉

RudolfSimon als einer der extra von weit angereisten, samt Merchandise

RudolfSimon als einer der extra von weit angereisten, samt Merchandise

Und weil der Bedarf fuer einen neuerlichen Anlaufpunkt der Wikipedianer*innen aus der Region ganz offenkundig so gross war, wurde aus der Initiative von Maimaid fuer ein Treffen im Zunfthaus der Schiffleute sowas wie ein halbes Sueddeutschland-Treffen mit Gaesten aus Stuttgart und Muenchen – die auch gleich noch en passant das Muenster bestiegen und noch fehlende Bilder von Baudenkmaelern schossen.

Kudos und vielen Dank der Organisatorin und der Unterstuetzung aus Augsburg! Und das naechste Treffen wird eher binnen vier Monaten als in vier Jahren stattfinden 😀

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Auswerten, wann die Facebook-Freunde online sind. Und Graphenprobleme.

Dieser Post erklaert, wie man per Facebook-Messenger den Tag-Nacht-Zyklus (oder gut, vielleicht besser den Nicht-auf-Facebook-aktiv/auf-Facebook-aktiv-Zyklus, aber das kann bisweilen ja identisch sein) abgrast und auswertet:

Das Witzigste sind aber Rants wie dieser hier, die sehr bekannt vorkommen:

Let me paint you a word-picture. It’s 11pm, I’m listening to the soundtrack to The Social Network (ironically? meta-ironically? I don’t even know), I have six terminals tiled across two screens as well as fifty thousand browser tabs open and I’m up to my third graphing library.

Making graphs is really hard.

Oh ja! 😉

(via)

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Schneller Meinungswechsel

Martin Rivoir (SPD), im Herbst 2015 als OB-Kandidat zur Schaffung von Ausnahmen vom gesetzlichen Alkoholverkaufsverbot im Land befragt:

rivoir_ob-mat

„Außerdem stehe ich weiterhin zu dem Landesgesetz.“

Die Baden-Wuerttembergische SPD, im Fruehjahr 2016 im Wahl-O-Mat zur Abschaffung des Alkoholverkaufsverbots im Land befragt:

spd_wahlomat

„Deswegen werden wir Alkoholverkaufsverbote ab 22 Uhr abschaffen.“

Warum man die SPD nun fuer die Abschaffung des Alkoholverkaufsverbots extra waehlen sollte, wo sie doch – genau wie die Gruenen, die diese Position ebenfalls im Wahl-O-Mat vertreten – seit beinahe sechs Jahren als Landesregierung bereits die Moeglichkeit dazu gehabt haetten, ist leider unklar.

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Wasserfarben-Karten in QGIS

Wunderschoenes HowTo von Anita Graser, wie aus OSM-Daten und einem SVG ein wasserfarbenartiges Kunstwerk wird: How to: watercolor pastel style in QGIS | Free and Open Source GIS Ramblings

(danke, Achim)

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Preis fuer den schoensten Vergleich

„Silicon Valley: Jenseits von Awesome“, titelt Zeit Online ueber die „Hoelle“ des „Kapitalismus mit jugendlichem Antlitz.

Den Preis fuer den tollsten Vergleich der Woche bekommt der Artikel aber fuer die folgende Passage:

Ein Mann aus Österreich steht vor ein paar Liegestühlen, die überall auf dem Campus aufgestellt wurden. Er ist 27 und will sich das alles einmal ansehen. Er google jeden Tag, all das hier, sagt er, das habe doch auch mit ihm zu tun. Er sagt: Das neue Logo finde er viel besser. Und hinterher, da wolle er noch zu Facebook, für ein Foto vor dem Gefälltmirdaumen auf dem Parkplatz. Für Facebook. Das ist sogar rührend, wenn man kurz vergisst, dass das hier eine Firmenzentrale ist, und man von vergleichbarer Disneyland-Stimmung auf dem Parkplatz von Miele in Gütersloh noch nie gehört hat, obwohl Menschen täglich waschen und das eine Menge mit ihnen zu tun hat.

 

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Wenn Reichsbuerger nicht reicht

Absurder geht’s immer: Wem Reichsbuerger-Verschwoerungen im Ausmass zu gross sind, kann sich am Samstag in Dellmensingen quasi als Durchstich auf den Wuerttembergischen Teil konzentrieren. 

image

(Via)

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Das Prinzip „Einfach mal machen“

gruen1

Frustrierend ist regelmaessig, wenn man ein Projekt anfaengt und dann Die Fallstricke™ kommen. Dritte Parteien, die erstmal umfaenglich irgendwas pruefen muessen, zum Beispiel. Und dann faellt die Akte hinter den Schreibtisch. Oder es gibt ein Verfahrenshindernis™. Oder irgendwas muss abgesprochen werden.

Motivierend ist, wenn man andere um sich hat, die sich davon nicht beirren lassen und sich, ihr Ziel fest im Blick, einfach durchboxen. Dazu gehoert Tom Philipp Schiller vom Team FahrRad der Stadt Ulm, der seitdem ich ihn in dieser Rolle kenne unbeirrt fuer das fast schon irrationale Ziel 20% Radverkehrsanteil bis 2020 kaempft. Und zu kaempfen haben seine Kollegin Sandra Clauss und er, werden ihnen doch regelmaessig die Mittel gekuerzt und dieselben unsinnigen Prozesse in den Weg geworfen, mit denen ich auch an der Uni zu kaempfen habe.

Ulmer Eigenkonstruktion: Der Rechtsabbiegepfeil fuer's Rad

Ulmer Eigenkonstruktion: Der Rechtsabbiegepfeil fuer’s Rad

Der Punkt ist aber: Wenn ich mit dem FahrRad-Team zu tun habe, passiert in kuerzester Zeit das ansonsten unmoeglich scheinende. Und so bin ich nur semiverwundert, dass der vielfach (meist vergeblich) geforderte „Gruenpfeil fuer (rechtsabbiegende) Radler*innen“ ausgerechnet in Ulm nun Realitaet geworden ist – als „Copy-and-Paste“-Loesung auch fuer andere Kommunen. An der Abzweigung Berblingerbrunnen auf die Neue Strasse gibt es so etwas schon seit einiger Zeit als Dauergruenlicht fuer die Radspur – und irgendwie typischerweise hatte Tom sich nun eine offenbar StVO-konforme Loesung als Schild ausgedacht, nachdem das anderswo als nicht machbar verworfen worden war. Kudos! 😀

Die volle Praesentation gibt es hier, aufmerksam geworden bin ich via itstartedwithafight

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Troetenhorst

Die logische Fortsetzung von trumpdonald: Troetenhorst.

Bildschirmfoto vom 2016-02-11 19:35:18

Dafuer wurde das Internet erfunden!

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Fragen zur Migration: Was, wenn alle Grenzen offen wären?

Gelehrte aus einer kleinen Szene setzen sich heute für weltweit offene Grenzen ein.

Ein spannender, langer Artikel: Fragen zur Migration: Was, wenn alle Grenzen offen wären?

(via @schwarzblond)

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Strippen ziehen

Nach einigen Wechseln in der Belegung wohnen aktuell ueber 100 aus Syrien nach Deutschland gefluechtete Menschen in der provisorischen Unterkunft Keplerhalle, und seit zwei Monaten werden die dortigen Bewohner per Freifunk mit Internet versorgt. Leider jedoch mit nur einem einzigen Richtfunk-Uplink, der zudem immer wieder mal rummuckt.

Bildschirmfoto vom 2016-01-14 00:05:08

Um so cooler, dass sich am Wochenende eine weitere Studi-WG im direkten Umfeld der Halle gefunden hat, die seit Dienstag einen (nach einer vorbildhaften Ulmerin benannten) gespendeten Router bei sich beherbergt. Damit dessen Signal auch in der Keplerhalle empfangen werden kann, musste ich gestern nochmal 50 Meter LAN-Kabel in der Halle verlegen – wofuer ich binnen einer halben Minute 10 Helfer hatte, die gemeinsam die Kabelrolle entwirrten und per Raeuberleiter das Kabel durch die ehemaligen Basketballkorb-Halter faedelten.

Sitzt am suedlichen Hallenfenster und beleuchtet ausserdem die Tramhaltestelle: Kepler3-WR841ND. Man beachte den Billig-PoE-Injector.

Sitzt am suedlichen Hallenfenster, vernetzt ueber die Strasse zu ResiWeglein-WR841ND und beleuchtet ausserdem die Tramhaltestelle: Kepler3-WR841ND. Man beachte den Billig-PoE-Injector.

Nach anfaenglichem Schluckauf und Neuverlegung zweier Kabel ist die Halle nun redundant und mit doppelter Bandbreite ans Internet angeschlossen – leider jedoch immer noch mit nur maximal 20 Mbit/s, die sich die zwischen 50 und 70 eingeloggten Clients teilen muessen. Als interessanter Nebeneffekt ist nun auch die Haltestelle Justizgebaeude mit Freifunk versorgt – was ein zweischneidiges Schwert ist, da etwaige dort eingeloggte Clients ebenfalls zur Netzlast beitragen. Ich habe vom Freifunk-Unterstuetzungsverein das Go bekommen, mit besseren Antennen und ggf. staerkerer Hardware die Anbindung noch etwas robuster zu gestalten.

Redundanz. Deutlich sichtbar: Kepler1-WR841ND nimmt die meisten Clients auf.

Redundanz. Deutlich sichtbar: Kepler1-WR841ND nimmt die meisten Clients auf, und LAN-Kabel sorgen fuer Vernetzung im gruenen Bereich.

This is The Internet™

This is The Internet™

Ich moechte helfen

Prima! Wenn du – egal wo in Ulm und Umgebung – zum Freifunk-Netz beitragen moechtest, kontaktiere die Freifunk-Gruppe, oder mich direkt. Wenn du ein Cafe, einen Laden, sonst eine Einrichtung in und Ulm kennst, die fuer ihre Kund_innen freies Internet ueber Freifunk anbieten moechte, genauso. Und der Freifunk-Unterstuetzungsverein freut sich ueber jede Spende, die er bekommt.

Lessons learned

Mit der Verkabelung des dritten Routers ist das Netz in der Keplerhalle nun endlich so ausgelegt, wie wir das eigentlich von Anfang an vorhatten:

  • Die drei Router (841ND) sind per Mesh-on-LAN miteinander vernetzt und funken jeweils auf verschiedenen, nicht ueberlappenden Kanaelen (1, 6, 11). Somit verteilen sich die Geraete halbwegs auf die einzelnen Router
  • Nur der direkt ueber die Olgastrasse hinweg meshende Knoten ist mit aktiviertem Mesh-on-WLAN auf Kanal 1; den mit der Nanostation-Richtfunkstrecke verbundenen werde ich mittelfristig auch ins Halleninnere verlegen und Mesh-on-WLAN deaktivieren. Das sorgt fuer mehr Freifunk-Airtime.

Folgende Erkenntnisse koennten vielleicht fuer Nachahmer_innen interessant sein:

  • Stromversorgung kann ein Problem sein. Hinten in der Halle gibt es keine einzige funktionierende Steckdose, vorne sind sie rar. Dreifachsteckdosen und Billig-PoE-Injektoren (ca. 2–4 EUR pro Stueck) sind eure Freunde. Klappt bei den 841ND auch ueber ein 50-Meter-Kabel.
  • Unterschaetzt die Kabellaengen nicht. Das 50-Meter-Patchkabel war letztlich ziemlich exakt 5 Meter zu kurz, um es an der Hallenwand entlang bis ins Buero zu fuehren. Abhilfe schaffte etwas wilde, direkt gespannte Verkabelung von Basketballkorbhalter zu Gelaender. Kabel-Kabel-Kupplungen zum Aneinanderstueckeln sind problematisch, wenn PoE-Injektoren verwendet werden (fuehrte zu Reboot-Cycle)
Wilde, freie Verkabelung (Symbolbild)

Wilde, freie Verkabelung (Symbolbild)

  • Man kann selten genug Gaffa und/oder Kabelbinder haben
  • Vielleicht ist es kein Fehler, die Router einzuhausen oder die Kabel wahlweise mit Aufkleberchen zu versehen, wo sie hingehoeren, oder gleich festzutapen. Ich belege den Switch der 841ND in der Regel der Reihe nach so: LAN – Mesh – Mesh – Freifunk (letzteres zum Testen per Kabel). Wenn nun der Uplink ausfaellt und der per Kabel in die vermeintliche LAN-Buchse 2 anstelle des Uplinks gesteckt ist, verleitet das offenbar Leute dazu, den (Mesh-)Uplink in die WAN-Buchse zu stecken. Ich habe jetzt „einfach“ mal auch die WAN-Buchse mit Mesh belegt – was nichts dagegen half, dass jemand mit dem Ubiquiti-Poe-Injektor einen armen 841ND bebrutzelt hat…
  • Und, ultrawichtig: Testet euren geplanten Aufbau so gut und umfangreich es geht „trocken“ zuhause, und zwar in moeglichst allen Facetten. Tauschgeraete sind kein Fehler, um mal kurzzeitig Testkonfigurationen auszuprobieren, ohne gleich den einzigen Uplink lahmzulegen. Die Leute bauen auf euch.
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