Posts Tagged ‘Ulm’

Einfach mal machen

Wednesday, March 10th, 2010

Der Artikel bei Spreeblick, wie man ein Szene-Berliner wird, ist eigentlich ziemlich wahr. Das Dumme daran ist nur, dass er das wahrscheinlich eher unfreiwillig ist.

Die klischeehaften Hipster, wie sie dort beschrieben werden, sind ja jetzt nichts wirklich neues. Vor fuenf Jahren haben wir uns ueber Emos lustig gemacht, und in zwei Jahren wird es die naechste Gruppe geben, die in ihrem Nichtkonformismus erstaunlich uniform auftritt. Geschenkt. Ebensowenig ist es neu, dass irgendwelche Trends in den USA anfangen, irgendwann dann in Grossstaedte wie Berlin oder Koeln schwappen, und ein Jahr spaeter tragen dann auch in Ulm auf einmal alle Frauen Ugg-Boots. Wenn der Trend bis dahin nicht unterwegs verhungert (bei Ugg-Boots leider nicht der Fall), in welchem Fall man das maximal noch ironisch verwenden kann.

Zu jeder Kultur gibt es dann eine Gegenbewegung, die sich ihrerseits von den Konformnonkonformisten abhebt, sich abfaellig ueber sie auslaesst und das dann “Satire” oder “den Spiegel vorhalten” nennt.

Man koennte sich jetzt darueber auslassen, warum denn Leute ueberhaupt nach Berlin ziehen, wenn sie nicht mit den Szenetypen zurechtkommen. Vermutlich, weil sie diese Rolle geniessen und gerne mal Artikel fuer die Neon schreiben wuerden. Oder man koennte lamentieren, dass ja nun alles viel doofer ist als vor 10 Jahren, wegen der vielen Schwaben, undsoweiter. Und dann kommt der naechste und sagt, dass das vor 10 Jahren auch schon doof war, im Gegensatz zu vor 20 Jahren. Und zur selben Zeit finden noch mehr Schwaben ihre Kleinstadt doof und wollen auch nach Berlin, um Szenetypen zu werden.

Und dann frage ich mich, warum die eigentlich alle meckern, anstatt ihre Stadt einfach selbst ein bisschen toller zu machen. So wie Laura und Wanda.

Ganz grosses Kino.

//edit: der Kommentar bei Spreeblick, der mir am besten gefallen hat.

Liebeserklaerung

Thursday, February 18th, 2010

weloveulm.com / Ueber uns:

We love Ulm ist für uns mehr als nur ein popkulturelles Zitat. Es ist eine offensichtliche Liebeserklärung und doch noch so viel mehr. Es ist eine innere Haltung [...]

Im Gegensatz zu den vielen “I love…”-Statements geht es bei uns um das Verbindende.Das «Wir» steht für die Vielen, die sich nicht mit provinzieller Lethargie abfinden wollen. Denn unsere Stadt Ulm ist viel weniger Provinz als vermutet.Beim Verlassen der vertrauten Wege, stößt man auf Ulms abseitigen Reichtum an Clubs, Parties, Konzerten, Radioshows, Künstlern, Kunstaktionen und Ausstellungen. “We love Ulm” ist ein Perspektivwechsel. Es ermöglicht, zugleich Fan und Akteur, Sender und Empfänger, Produzent und Konsument zu sein.

Begreift unseren Aufruf als tiefe Wertschätzung für unsere »Little Big City« und ihre bunte und agile Kultur der Nebenstrecken.

Wir lieben Ulm!

sekundiert.

Ganz neu: Fernsehen!

Tuesday, February 9th, 2010

Nachdem ich damals die CNN-Zentrale in Atlanta besucht hatte, schwirrte mir der Kopf vor lauter fixen Ideen. Die vielen Newsrooms mit ihrer Betriebsamkeit waren irgendwie ansteckend, und als ich auf den heissen Strassen einen der haesslichen Ami-Linienbusse sah, klickte es. Der Nachrichtenfix im Bus, das waere doch was. Kurz zuvor hatte man bei den SWU Doppelmonitore in einigen Bussen verbaut. Wenn man dort einfach eine Nachrichtenschleife wie die meines damaligen Lieblingssenders Euronews einbauen wuerde, mit groben Untertiteln und einem FM-Transmitter im Bus, so dass man auf Wunsch auch den Ton hoeren koennte… weitergesponnen wurde dann ein eigenes Lokalnachrichtenformat daraus, also etwa so wie bei RegioTV, nur nicht so amateurhaft, vielleicht sogar mit TU koproduziert…

Diese Idee hat mich dann tatsaechlich noch bestimmt vier Wochen verfolgt, und ich war schon ein wenig enttaeuscht, als sich die SWU irgendwann nach meiner Rueckkehr nach Ulm dazu entschlossen, “n-tv Der Tag” als Slideshow einzubinden, was nur morgens aktualisiert wurde und abends inhaltlich schon wieder langweilte.

n-tv ist mittlerweile wieder von den Bildschirmen verschwunden, und es gibt hauptsaechlich veraltete Betriebsmeldungen und ein wenig Werbung im Bus zu lesen. Heute lese ich nun, dass die SWP auf den Zug^w Bus aufspringt und ein eigenes Nachrichtenformat in den Bussen auf die Beine stellt, mit ziemlich genau den Inhalten, die frueher von n-tv realisiert wurden. Plus, wie sich schoen zwischen den Zeilen lesen laesst, ordentlich Werbung. Meine Idee mit der immer wieder aktualisierten Nachrichtensendung greift wohl keiner mehr auf. Zugegebenermassen ist die aber auch schon von 2005 — mittlerweile holt man sich den Nachrichtenfix unterwegs schon lange nicht mehr von irgendwelchen zentralen “Nachrichtenanzeigestellen”, sondern per Netbook oder Mobiltelefon, UMTS und always-on sei Dank auch direkt auf die eigenen Interessen zugeschnitten. Die Monitore sind fuer mich jedenfalls inzwischen so interessant wie normales Fernsehen: Gar nicht mehr.

AI-Vortrag ueber Folter

Tuesday, January 26th, 2010

Noch ein Veranstaltungshinweis in letzter Minute: Die Amnesty-Hochschulgruppe der uulm richtet heute einen weiteren Vortrag zum Thema “Folter” aus. Ein Vertreter des (mit ai verknuepften) Ulmer Behandlungszentrums fuer Folteropfer wird heute, 26. Januar 2010 ab 19.30 Uhr im Hoersaal H7 ueber die Ueberwindung von Foltertraumata referieren. Ich habe parallel bloederweise eine andere Veranstaltung, aber vielleicht interessiert es den einen oder anderen ja — der erste Vortrag vor einer Woche war jedenfalls hochinteressant.

Fuer Ortsunkundige: Anfahrt mit der Buslinie 3 bis Universitaet Sued, Eingang ueber den Suedeingang, rechts an der Cafete vorbei und dann gleich der erste (kleine) Hoersaal auf der rechten Seite.

Chemikerfasching 2010 an der Uni Ulm

Monday, January 11th, 2010

Nachdem neuerdings so viele Leute mit diesem Suchbegriff bei mir aufschlagen: Termin ist Donnerstag, der 21. Januar 2010 — Karten gibt es wie immer nur, wenn man die beteiligten Veranstalter kennt. Ich gehoere nicht zu den Veranstaltern und kenne auch keine, Fragen also zwecklos ;)

Wem es bis zum 21. zu lang ist, der kann ja am Freitag, 15. Januar zur Winter-TiGa gehen, die endlich wieder in der HMS stattfindet. Cheers.

Party-Un(i)kultur

Saturday, December 12th, 2009

Jetzt ist auch die O27-Party vorbei, und damit das Jahr, in dem ich bei fuenf von sieben offiziellen Parties einen Org- oder Edelhelferausweis abbekommen habe. Und ich ueberlege mir ernsthaft, in Zukunft nur noch Edelhelfer zu machen — denn so kaputt wie gestern morgen nach 24 Stunden durchgehender Arbeit war ich bislang noch auf keiner Party.

Aber vielleicht waren da ja auch nur ein paar der Gaeste schuld.

Es ist einfach und billig, anderen in die Schuhe zu schieben, wenn etwas nicht passt. Aber irgendwie verliere ich gerade den Glauben daran, dass es noch etwas bringt, so viele Parties an der Uni zu machen. Auf der KIF hatten wir festgestellt, dass Ulm in der Hinsicht eine herausragende Position einnimmt: Wenn an anderen Unis gefeiert wird, dann vielleicht ein oder zwei Mal jaehrlich irgendwo an der Uni, ansonsten extern in Clubs. In Ulm feiern dagegen die vereinigten BECI-Fachschaften (BECI-Fruehlingsfest), Chemiker (Chemikerfasching), Wirtschaftsmathematiker (Viva La Wima), Mediziner (Physikumsparty), E-Techniker (O27) und als Einklang fuer die Erstis bzw. als kroenenden Sommerabschluss die StuVe/AStA (FUESE-Party und SoNaFe), und zwar alles direkt an der Uni und zu vergleichweise krassen Preisen.

Im Klartext heisst das also, man bekommt bis zu sieben Mal im Jahr zu laecherlichen Preisen (ab 3 EUR) eine Party mit in der Regel zwei DJs, Bier- und Cocktailbars zu ebenfalls kaum vergleichbaren Preisen, ner Garderobe fuer nen Euro, bei Ankunft bis 2200 Uhr in der Regel ein Freigetraenk, und eigentlich jedes Mal eine verdammt gute Stimmung auf der Party. Und weil der Fussmarsch vom oberen Eselsberg nach Mitte halt ne halbe Stunde dauert, geben die Orgs noch einmal gut 1000 Euro fuer Nachtbusse aus, damit auch moeglichst alle gut nach Hause kommen.

Und was macht eine gefuehlt gar nicht so kleine Menge der Leute? Meckern.

Keine Vorverkaufskarten mehr? Meckern. Hey, wir brauchen unbedingt noch Helfer, kannst dich eintragen, dann kommst kostenlos rein. “Pffff.”

Gutschein bis 2200 Uhr, sowieso allgemein echt billige Getraenke? Nae. Lieber zuhause ordentlich vorgluehen und dann alle zusammen mit den letzten Bussen hoch an die Uni fahren. Und wenn daraufhin 100 Leute vor der Tuer stehen und halt realistischerweise nicht alle auf einmal abgefertigt werden koennen? Meckern. “Warum koennen wir uns da drueben nicht auch anstellen?” — Weil der Flaschenhals beim Einlass ist, und es vollkommen egal ist, wie breit die Schlange wird. Aber nein, werf ruhig die Bauzaeune um, prima Idee.

Drei Nachtbusabfahrten, von denen die letzte erfahrungsgemaess ziemlich voll ist? Einfach den letzten Bus abwarten und fuenf Minuten vor planmaessiger Abfahrt zur Garderobe gehen, wo man sich mit den anderen rangelt, die dieselbe Idee hatten. Das dauert ja lange, was macht man dann? Meckern! Wenn man dann eine Viertelstunde nach Abfahrt der letzten Busse an die Haltestelle kommt, beschimpfe man die dortigen Orgs, weil man fuer 3 EUR — also ganze 1,30 EUR mehr als eine SWU-Einzelfahrt! — ja wohl erwarten kann, dass noch mehr Busse herbeigezaubert werden, wenn noch 20 Leute in die Stadt wollen.

Mann.

Wenn ich das jetzt noch einmal lese, klingt das verdammt verbittert. Und klar, die Motzer, die einem die Laune verderben, sind meistens weniger als 50 Leute, von insgesamt weit ueber 1000 Partygaesten. Aber es macht mich halt doch ein wenig nachdenklich, wenn ich darueber nachdenke, dass es einerseits immer schwieriger wird, Helfer auch fuer die weniger beliebten Schichten zu finden (von drei(!) eingetragenen Abbauhelfern ist eine(!) tatsaechlich erschienen), man aber andererseits gefuehlterweise immer haeufiger dumm angepflaumt wird oder astronomische Ansprueche an eine Party gestellt werden, bei der man am Ende fuer 20 EUR mit zertanzten Haaren, einer Leberkaesesemmel und einem ordentlichen Rausch am Freitag morgen im Nachtbus nach Hause fahren kann.

Wenn die Parties an der Uni irgendwann einmal flach fallen sollten, weil sich nicht mehr genuegend Helfer finden und auch die Orgs keinen Bock mehr auf solche Scheisse haben, bleiben naemlich nur noch die “Uni”-Parties in der Stadt, bei denen man zu marktueblichen Preisen in den marktueblichen Locations eine marktuebliche Party hat, deren einzige Verbindung zur Uni der Name auf dem Plakat und die Handvoll “freischaffender” Studenten sind, die dafuer Werbung machen und hinterher ihren Anteil einsacken, um ihn in unbekannten Kanaelen zu versenken. Und das ist eigentlich keine Alternative.

Beste Korrekturantwort. Ehrlich.

Tuesday, November 17th, 2009

nerdsreisen

Waehrend sich in Ulm am Hauptbahnhof die Studenten und Schueler zum lustigen Demonstrieren sammelten, machte sich ein Teil der BECI-Besatzung auf zum Zug nach Berlin. Und Geeks reisen natuerlich standesgemaess mit ihrem Werkzeug, das sie nach dem Einsatz im steckdosenlosen IC auch mal laden, wenn sie koennen, um weiter Uebungsblaetter zu korrigieren. Und ueber Highlights wie das hier zu lachen:

Frage:  Was passiert wenn Sie in Ihrem Browser STRG-F5 drücken? Hat das einen Einfluss auf die Proxies?

In Mac OS X wird Lautstärke wird erhöht. Diese Änderung hat keinerlei Einfluss auf einen Proxy.
Bei einem Linux System wird die Helligkeit verringert. Auch diese Änderung hat keinen Einfluss auf den Proxy.

Kein Abzug :->

Neben der Demo verpassen wir leider auch die 24-Stunden-Dauervorlesung am Donnerstag, mit deren Hilfe man binnen einen Tages den Turbobachelor of Nothing (Ba. NN) erwerben kann. Falls es jemanden interessiert: Beginn ist am Donnerstag um 1200 Uhr im H6, Highlights sind unter anderem die Lightning-Talks (1300–1400), fuer die man noch einspringen darf, die Diskussionsrunde mit Prof. Dr. Stadtmueller (1830–2000), “Alexander von Humboldt” ( Prof. Dr. Kalko, 2300–2400), “Kick it like Frankreich” (Film, 0430–0630) und “Coole Primaten” (Dr. Schmid, 1000–1130). Ich gehe aber mal davon aus, dass sich auch der Rest der Dozenten lockere und interessante Vorlesungen ausgedacht hat, die man sich anhoeren kann — und schliesslich winkt ja am Ende auch der Bachelor ;)

Sonst aendert sich nix

Sunday, November 8th, 2009

Ich bin jetzt Besitzer eines hochexklusiven Raider-Riegels. Und zwar der Jubilaeumsedition, von der es nur 250.000 Stueck gibt.

Und jetzt traue ich mich nicht, den aufzumachen.

raider(Ich kann uebrigens bezeugen, dass die SWP noch eine Dreiviertelkiste davon hat)

So einfach ist das

Friday, November 6th, 2009

Der @ubermarkus ist menschenscheu und traut sich nicht fotografiert zu werden, wenn viele Leute aussenrum stehen. Er will aber unbedingt ein neues Profilbild. Also schleppt man ihn einfach in die Neue Mitte und fotografiert ihn, waehrend tausend Passanten aussen herumlaufen. An geeigneter Stelle muss man ihn dafuer einfach nur mit seinem iPhone ablenken, oder ihn mit einer Taschenlampe blenden.

ze_ubermarkus_

So einfach ist das.

Clubegoismus

Monday, November 2nd, 2009

Im Rahmen einer sehr amuesant zu lesenden Diskussion ueber die gestrige Party im Theatro, die anscheinend etwas aus dem Ruder lief (die Party, nicht die Diskussion) gibt es einen wunderbaren Kommentar von a-m-b, den ich jetzt einfach einmal in voller Laenge zitieren muss, weil er mir aus der Seele spricht.

Zitat von Skip4three:
Wieso lernt eigentlich niemand aus den Fehlern von anderen? Z.B. Big City Beats im SuCasa?! Genau das gleiche gewesen, zu viele Karten verkauft. Schlechte Planung an der Eingangstür, jeder beschwert sich am nächsten Tag bei Team Ulm im Forum….

wieso keiner aus den fehlern der anderen lernt, das kann ich dir gerne sagen:

jeder versucht hier in ulm, selber irgendwas zusammenzuwursteln. es gibt hier in ulm einen kleinkindergarten von clubbesitzern und djs, die ALLE meinen, sie hätten die weisheit mit löffeln gefressen, die ALLE meinen, sie wären hier die chefs vom erdbeerfeld.
anstelle mal gemeinsam was auf die reihe zu bekommen, arbeitet man in ulm vehement gegeneinander. das ist bei den bookings so (3 top acts an einem wochenende? schon des öfetern vorgekommen…) , das ist bei den local djs so und deren musikalische qualitäten und bei der auswahl von neuen djs, die eventuell was können, aber von den platzhirschen nicht rangelassen werden.
irgendwann mal wirds kommen, dass das ganze “system” baden geht! aber dann sind die, welche wirklich was können, wahrscheinlich schon längst über alle berge! der rest ist schweigen.

schönen sonntag noch!

(Ich traue mich das jetzt einfach mal, weil a-m-b nicht bei der taz ist)

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