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Open-Data-Links (hauptsaechlich)

OpenData und Co

datascience

Introduction to Data Science mag ich heute besonders hervorheben, weil es ein komplettes Buch rund um Datenauswertung mit R ist, und weil es frei ist (cc-by-nc-sa).
Es beginnt mit einer kleinen Einfuehrung, was ueberhaupt Daten sind, und warum der Autor das kommandozeilenorientierte R statt Excel und Co verwendet (einen Aufsatz ueber die Verbreitung und damit einhergehende Gefaehrlichkeit von Excel gibt es hier, via @343max/@hulalena), fuehrt in kleinen Schritten ueber Data Frames auf statistische Grundlagen wie Quantile, Histogramme und Signifikanz hin, bevor es mit R Studio dann doch klickibunti benutzerfreundlicher wird, um Twitter und Texte zu analysieren, Daten zu speichern und (mein Lieblingsthema! :D) Karten zu bauen.
Alle Beispiele sind aus der Praxis gezogen und ersetzen zwar mit Sicherheit keine tiefere Beschaeftigung mit statistischen Methoden, eignen sich aber wunderbar als Einfuehrung und Appetitmacher auf mehr. Leseempfehlung!

Ausserdem:

API

Unterhaltung

  • Stenocast, Folge 0/1 / stenocast.de — Herr Urbach und Co. lesen alte Plenarprotokolle der Bonner Republik. Arbeitstitel: „Too old, didn’t read“.
  • The Importance of Excel — ob das so unterhaltend ist, sei mal dahingestellt: Warum Excel so weit verbreitet ist, ueberall benutzt wird — und welche Konsequenzen das hat (nochmal aufgegriffen von oben)
  • The Robbers Cave Experiment — Wie Sozialpsychologen einfach mal zwei sommercampende Kindergruppen aufeinander treffen liessen um herauszufinden, was man braucht, damit die sich bekriegen. Aufloesung: Gar nix weiter. (via erlehmann und plom)
  • Traumatische Momente im Kinderfilm — die 50 verstoerendsten Kinderfilmszenen, von den Geisterelefanten bei Dumbo bis — natuerlich — zu Bambis Mutter. (via/@leitmedium)

Im Soziallabor

Keine Ahnung, wie wir darauf kamen. Jedenfalls sassen Eridy und ich abends nach einer Besprechung im BECI und hatten die spontane Idee, endlich auch selbst einmal Chatroulette auszuprobieren. Also diesmal so richtig, nicht nur mal anklicken und nach drei Bildern angeekelt die Seite schliessen. Das ist aber gar nicht so einfach, also jetzt nicht wegen ekeliger Chatpartner, sondern weil wir dann schliesslich jemandem aus Duesseldorf gegenueber sassen und keine Ahnung hatten, was wir nun tun sollten. Antiklimax pur.

Vielleicht haetten wir vorher das Chatroulette-Video von Casey Neistat ansehen sollen:

chat roulette from Casey Neistat on Vimeo.

Es musste also eine Inszenierung her. Wir wuerden dann wissen, was wir ueberhaupt vor der Kamera machen sollen. Und unsere Gegenueber wuerden uns zwei Kerle nicht sofort nexten. Und naja, irgendwie waren wir uns recht schnell einig, wie wir das angesichts unserer Hautfarben loesen koennen wuerden.

Die Reaktionen waren umwerfend komisch. Genextet wurden wir zwar immer noch, aber bei so etwa jedem zweiten sah man, kurz bevor das Gegenueber verschwand, die Gesichtszuege entgleisen, wenn das Signal der Augen in der Grosshirnrinde ankam. Vom Rest gab es Lacher, thumbsup und kurze Unterhaltungen. Wir haben dann Variationen eingefuehrt: Erre sitzt allein da, und auf einmal lehnt sich von hinten rechts die Kapuze ins Bild. Oder umgekehrt. Wir haben Gangsta-Rap-Posen und -Moves inszeniert, uns die „Rappin Klansmen“ genannt und insgesamt mindestens 15 Minuten lang mehr Spass gehabt, als ich vorher vermutet haette.

Hinterher ist mir dann auch klar geworden, was ich prinzipiell so faszinierend an Chatroulette finde. Es ist eigentlich etwa dasselbe, was mir schon immer beim Reisen in Bezug auf Hostels* aufgefallen ist: Man trifft wildfremde Menschen, erlebt irgendetwas gemeinsam mit ihnen — und dann sind sie weg, und man trifft sie nie wieder. Ich kann dieses Gefuehl schlecht beschreiben, aber es gefaellt mir wahnsinnig gut.

Ich muss mir dann mal neue Ideen fuer Chatroulette-Shows ausdenken.

* mit Ausnahme von HI-Hostels. Vielleicht habe ich eine schlechte Quote erwischt, aber ich war in bisher drei (+ einmal DJH) gewesen, die alle vergleichsweise furchtbar langweilig waren.