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Werkzeugkiste

Mal wieder ein Open-Data-Rundumschlag: den Einsteig macht ein Interview der bpb mit Marian Steinbach, der auf der rp13 seine Bemuehungen vorstellte, die Datenformate von Ratsinformationssystemen zu standardisieren. Ueberraschenderweise machen hier die RIS-Anbieter richtig Dampf, man darf gespannt sein – nicht zuletzt, weil auch Ulm hier etwas anbieten moechte – und somit irgendwann auch fuer Ulm ein Angebot wie offeneskoeln moeglich sein koennte.

Aus Koeln kommen auch einige Wunschlisten, was man sich denn gerne so alles wuenschen wuerde: Einmal eine Open-Data-Wunschliste fuer NRW, einmal die Variante fuer die Stadt Koeln.

In Muenchen scheint das Engagement derweil eingeschlafen zu sein und sich gar nichts mehr zu tun – was Roland Moriz so geaergert hat, dass er ein Blog eingerichtet hat und nun nach MitstreiterInnen sucht.

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Oft ist das Problem ja nicht einmal, dass Daten gar nicht verfuegbar waeren, sondern dass sie in irgendwelchen PDFs versteckt sind. Noch schlimmer ist, wenn das PDF-Tabellen sind, da wird dann selbst das Parsing mit pdftotext… anstrengend.

Bildschirmfoto vom 2013-05-17 18:50:01

Introducing: Tabula. Die freie Software kann einfach von Github gezogen und lokal installiert werden – danach koennen beliebige PDFs hochgeladen und die zu parsenden Tabellen per Drag and Drop ausgewaehlt werden. Poof: Eine CSV-Tabelle! Hurra!

Eine Livedemo (bei der man aber nichts eigenes hochladen kann) gibt es hier.

Weitere PDF-Exporter neben tabula und pdftotext – insbesondere auch fuer Windows-Systeme – sind nebenan bei der Knight Foundation gesammelt.

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Nachdem’s hier schon lange nix mehr zu Geodaten und Karten gab, und R auch nicht jedermanns Sache ist, hier der Verweis auf Lisa Williams‘ Blog, speziell auf die zwei Artikel The Insanely Illustrated Guide To Your First Data-Driven TileMill Map und The Absurdly Illustrated Guide To Your First Dynamic, Data-Driven Timeline.

Beide Artikel sind in der Tat wahnsinnig absurd hervorragend bebildert und zeigen den kompletten Weg zum fertigen Produkt – im Fall der Karte also tatsaechlich von der Datenakquise ueber eigene Geocoding-Scripte in Google Docs (sic!) bis hin zur angepassten TileMill-Karte. Sehr schoen!

(Wer Spanisch kann, kann solcherlei Dinge auch im neuen MOOC der Knight Foundation lernen, der aktuell stattfindet)

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Wer trotzdem gerne mit R arbeiten moechte: Da gibts nun eine neue Version des OpenStreetMap-Packages, das nun auch jede Menge zusaetzlicher Tileserver unterstuetzt. Einziger Nachteil: Hat Java-Dependencies.

(via)

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Noch ein Kartenfundstueck: Die ÖPNVKARTE nutzt die OpenStreetMap-Daten, um eine um Nahverkehrsdaten angereicherte Karte auszugeben. Huebsch.

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Tiaga Peixoto stellt die Frage, ob „Open Government“ ueberhaupt etwas mit Transparenz und vor allem Rechenschaftspflicht zu tun haben muss:

ABSTRACT

By looking at the nature of data that may be disclosed by governments, Harlan Yu and David Robinson provide an analytical framework that evinces the ambiguities underlying the term “open government data.” While agreeing with their core analysis, I contend that the authors ignore the enabling conditions under which transparency may lead to accountability, notably the publicity and political agency conditions. I argue that the authors also overlook the role of participatory mechanisms as an essential element in unlocking the potential for open data to produce better government decisions and policies. Finally, I conduct an empirical analysis of the publicity and political agency conditions in countries that have launched open data efforts, highlighting the challenges associated with open data as a path to accountability.

[…] CONCLUSION

As a whole, this analysis advises caution on the part of policymakers and advocates with regard to the potential of open data to foster accountability. Even when data is politically important, accounting for the publicity and political agency conditions might be a commendable reflection for a better understanding of the prospects and limits of open data.

PEIXOTO, Tiago. The Uncertain Relationship Between Open Data and Accountability: A Response to Yu and Robinson’s The New Ambiguity of “Open Government”. DISCOURSE, 2013, 60. Jg., Nr. 6.

(via)

In eine aehnliche Richtung geht auch dieser DLF-Bericht u.a. mit Ina Schieferdecker, Michael Kreil et al.

(via)

Und zum Schluss noch ein wenig Urheberrecht. Denny Vrandečić (u.a. von Wikidata) exkursiert eine Weile ueber Lizenzfragen bei Daten(banken) und kommt zu dem Schluss, dass mensch hier bei der Veroeffentlichung allenfalls CC0 als „Lizenz“ verwenden sollte – mit dem Argument dass, wer CC-BY oder ODbL verwendet, die Position staerkt, dass rohe Daten ueberhaupt schutzfaehig im Sinne des Urheberrechts sind:

The extension from works to content, from expression to ideas, is another dimension, this time in scope instead of time, in the continuous struggle to extend and expand intellectual property rights. It is not just a battle over the laws, but also, and more importantly, over our believes and minds, to make us more accepting towards the notion that ideas and knowledge belong to companies and individuals, and are not part of our commons.

Every time data is published under a restrictive license, “they” have managed to conquer another strategic piece of territory. Restrictive in this case includes CC-BY, CC-BY-SA, CC-BY-NC, GFDL, ODBL, and (god forbid!) CC-BY-SA-NC-ND, and many other such licenses.

Every time you wonder what license some data has that you want to use, or whether you need to ask the data publisher if you can use it, “they” have won another battle.

Every time you integrate two data sources and want to publish the results, and start to wonder how to fulfill your legal obligation towards the original dataset publishers, “they” laugh and welcome you as a member of their fifth column.

Let them win, and some day you will be sued for mentioning a number.

(via @johl)

rp13-Nachschau: Open Data und Open Government

…und hier die Videoliste rund um OpenData von der rp13. Kein Anspruch auf Vollstaendigkeit, im Gegenteil, da fehlen noch Dinge.

Mathias Schindler: Der Urheberrechts-Yeti (namentlich §5 UrhG, der amtliche Werke gemeinfrei machen sollte)

johl, michaelkreil, yetzt: Datenbefreiung selbst gemacht

Marco Maas: LobbyPlag

Opening Public Transport in Berlin

Julia Kloiber, Stefan Wehrmeyer: Open Data – und was hat das mit mir zu tun?

Michael Kreil: OpenPlanB – Stufe 2

Langsam laeufts an

Seit eineinhalb Wochen gibt es nun offiziell die Soll-Fahrplandaten von den Stadtwerken unter freier Lizenz, und langsam faengt auch die Adaption und Integration in anderer Leute Werkzeuge an. Stefan Wehrmeyer hatte ja noch am Abend des VBB-EntwicklerInnen-Nachtreffens den Datensatz beantragt und Mapnificent entsprechend erweitert; mittlerweile hat auch Knut aus Berlin sein Werkzeug umgebaut, mit dem er die Haltepunkte aus dem GTFS-Feed mit den Haltepunkten in der OpenStreetMap vergleicht. Damit einhergehend kam auch gleich der erste Bug Report zum Feed, den ich heute mittag auch gleich loesen koennte — der bisherige Transformationswerkzeugkasten ist ein wenig codierungsagnostisch, so dass versehentlich UTF-8-codierte Zeichen in ASCII-Textdateien landeten.

Ein weiteres kleines Werkzeug habe ich aus der Ergebnispraesentation des VBB-EntwicklerInnen-Nachtreffens mitgenommen, das auch schnell auf Ulm adaptiert war: Analog zu Mapnificent eine Erreichbarkeitskarte, die Kreise mit waehlbarem Radius um Haltepunkte zeichnet und so anzeigt, wie „erreichbar“ der Nahverkehr in der Stadt ist. 800 Meter (der vorgegebene Wert aus Berlin) umfassen gleich quasi ganz Ulm, interessanter waere da die Abbildung des ganzen DING-Verbunds — die Daten hab ich zwar schon lange, aber leider nicht unter freier Lizenz 😉

Ein weiterer Kritikpunkt sowohl von Mapnificent als auch dieser Erreichbarkeitskarte ist ihre… begrenzte Aussagefaehigkeit (um den Begriff „Unsinnigkeit“ zu vermeiden :D). Konzentrische Kreise bilden quasi nie die Gehdistanz von/zu einem Haltepunkt ab. In einer typischen US-amerikanischen Planstadt waeren Rauten passender, in typischen europaeischen Staedten sieht es meist von Haltepunkt zu Haltepunkt anders aus. Hier mal eine Karte mit tatsaechlichem Fussgang-Routing zu bauen, das waer mal was 😉

Datenkarten, Datenfest, Datenempfehlungen

Mal wieder ein kleiner Rundumschlag angefallener Informationen, die ich loswerden mag:

Datenkarten erstellen

Datenvisualisierung

Daten bereitstellen

Datenkonferenzen

Sonstiges

Ein ereignisreiches Open-Transit-Wochenende

tl;dr vorneweg: Wir waren am Donnerstag beim DING-Verbund, am Freitag war ich beim VBB in Berlin, und die SWU geben ihre Fahrplaene als GTFS frei. Hurra!

DIVA-Allueren

Auf Einladung von Martin Schiller vom DING waren Fox und ich am Donnerstag beim DING als „unserem“ Nahverkehrsverbund zu Besuch und haben uns deren Software zeigen lassen. In Deutschland gibt es nur wenige grosse Player auf dem Markt fuer Fahrplanungs- und Auskunftssysteme, beispielsweise HaCon (HAFAS) und MentzDV (DIVA und EFA), wobei in BaWue hauptsaechlich DIVA fuer die Fahr-, Dienst- und Umlaufplanung und EFA fuer die elektronische Fahrplanauskunft zum Einsatz kommen.

Und wie das in einem kleinen Markt so ist, reissen die dazu gehoerenden Softwareloesungen nicht gerade vom Hocker. DIVA verwendet in Version 3 als Datenbackend nicht etwa einen Standard wie VDV-45X, sondern ein eigenes Textdateiformat, das ich auch nach laengerem Betrachten noch nicht so recht umrissen habe. In DIVA 4 soll wenigstens eine Datenbank im Hintergrund laufen, auf die neue Version seien bislang aber wohl nur wenige Verkehrsverbuende und -betriebe umgestiegen.

Verkehrsbetriebe benutzen solche Planungssoftware ohnehin erst ab einer bestimmten kritischen Groesse ihres Betriebs. Viele der kleineren Dienstleister verwenden entweder ganz andere Umlaufplanungssoftware, oder machen das gar von Hand oder in Excel. Der „einfache“ Transfer von DIVA zu DIVA kommt hier bei uns nur zwischen Stadtwerken und DING zustande, kleinere Anbieter auf dem Land schicken ihre Plaene im besten Fall per XLS, im schlimmsten in sonstigen semistrukturierten Formaten.

Eine weitere Hoffnung fuer den Export der Fahrplaene nach GTFS war, die Daten aus der Datenhaltung der Elektronischen Fahrplanauskunft (EFA) herauszubekommen. Die ist aber nicht minder… spannend. Die Dateien sehen wie Binaerblobs aus, und die EFA selbst ist ein Konglomerat zusammengeflanschter Module, die sehr nach historischem Wachstum aussehen. Die Echtzeitauswertung heisst beispielsweise „rud“ und lehnt sich damit noch ans Projekt RUDY an, das 2004 zu Ende ging. Und zwischendrin poppen auf dem Windows-Server-Desktop, auf dem die EFA laeuft, Adobe-Distiller-Fenster auf, wenn irgendjemand einen PDF-Fahrplan erstellt.

Spaetestens an der Stelle stellte ich mir dann schon die Frage, ob man mit geeigneten freien Software-Werkzeugkaesten nicht viel reissen koennte in diesem Orchideensektor 😀

Nichtsdestoweniger, der Ausflug war interessant, und zeigte auch, dass die CSV-Dateien, die wir von den Stadtwerken bekamen, genauso fuer den gesamten Verbund (und einigem haendischen Aufwand) aus DIVA exportiert werden koennten. Das waere aber tatsaechlich nicht unbedingt die Loesung, sondern vermutlich erst der Anfang weiterer Probleme, angefangen vom Unterschied zwischen Planungs- und Repraesentationsliniendarstellungen bis hin zu eindeutigen Schluesseln fuer Haltepunkte.

Ausflug zum VBB und endlich Ulmer GTFS-Daten 🙂

gtfs

Tags darauf hatte die Open Knowledge Foundation zusammen mit dem Verkehrsverbund Berlin/Brandenburg (VBB) zur Projektvorstellung und Nachbesprechung des Hackdays im November 2012 eingeladen. Da unsere Arbeitsgruppe nach wie vor kein Reisebudget oder ueberhaupt irgendwelche Finanziers hat, hiess das also, um 0600 Uhr aufzustehen und mit dem Daumen nach Berlin zu reisen :>

Aufgrund meiner etwas unguenstigen Anreise (siehe Trampbericht unten) kam ich leider erst nach der ersten Projektvorstellungsrunde in den VBB-Raeumen am Bahnhof Zoo an, war aber sehr angetan vom grossen Andrang dort. Neben OKFN und VBB sassen dort Leute von der BVG, jemand von HaCon war eigens angereist, und ich konnte neben „alten Bekannten“ auch endlich mal Michael Kreil und anderen persoenlich die Hand schuetteln.

Eine ganz persoenliche Freude war mir, dort spontan eine Botschaft verkuenden zu koennen, auf die ich lange gewartet hatte: Auf der Anreise bekam ich den Link zum Datenauskunftformular der Stadtwerke Ulm zugeschickt, die wir nun ueber mehrere Monate lang begleitet haben, um ihre Soll-Fahrplaene nach GTFS zu exportieren. Leider mit einem Formular zum verpflichtenden Ausfuellen, aber das war ich dann doch durchaus bereit in Kauf zu nehmen, nachdem im Gegenzug die ODbL als Lizenz gewaehlt wurde 🙂

okfbuero

 

Es werden sich jetzt sicherlich nicht auf einmal™ tausende EntwicklerInnen auf den Ulmer Fahrplan stuerzen. Auch in Berlin passierten seit der Veroeffentlichung des VBB keine Instant-Wunder. Aber das ist meines Erachtens ein bedeutender Schritt und hoffentlich positive Signalwirkung fuer andere Verkehrsbetriebe, ebenfalls die Daten bereitzustellen.

Dementsprechend haben wir nach der Vorstellung das Ganze noch im OKF-Buero (siehe Bild) mit Mate und spaeter Bier begossen und uns noch solange darueber unterhalten, wie man das Thema weiter beackern koennte (wissenschaftliche Aufarbeitung, Hinweis auf das Kundenbindungspotenzial unabhaengiger Apps), bis ich endgueltig koerperlich so fertig war, dass ich mich endlich mit Gastgeber @_HeBu treffen musste, um unfallfrei ins Bett zu kommen.

(Das wurde dann durch einen Spaetibesuch und tags darauf durch einen Doener- und Spaeti-Besuch erfolgreich unterbunden. Trotzdem Danke, HeBu, fuer die neuerliche Gastfreundschaft und den ausgezeichneten Vanillequark von Butter-Lindner :D)

Trampstatistik

Hinweg:

  • Abfahrt Rosengasse mit der Linie 4 um 0706 Uhr(?), Ankunft Eichenplatz 0716 Uhr, wo nix los war.
  • Eichenplatz ab 0742 Uhr (26 Minuten) mit Margarete ehemals aus der Nachbar-WG, die anbot, mich generell unter der Woche immer um die Zeit auf die Lonetal nehmen zu koennen. Cool.
  • Ankunft auf einer total verlassenen Lonetal Ost um 0759 Uhr. Erst an der Ausfahrt gestanden, dann angequatscht, trotzdem erst um 0900 Uhr weiter (61 Minuten). Dafuer im Geschaeftsauto im Tiefflug, 137 km in 67 Minuten.
  • Kammersteiner Land Sued an 1007 Uhr, wenig los, angequatscht, 1047 mit 120 km/h und haeufigen Raucherpausen weiter (40 Minuten)
  • Taktischen Fehler begangen, nicht waehrend der Mittagessenspause meiner Fahrerin in Frankenwald Ost einen neuen Lift zu suchen.
  • Michendorf Süd an 1605 Uhr, machte mal eben 5:18h fuer 408 km. Trotz guter Unterhaltung etwas schade.
  • Weiter um 1620 (15 Minuten) bis zur U Kurfuerstenstrasse um 1710 Uhr, Fussmarsch bis zum Bf Zoo/VBB.

Rueckweg:

  • Aufbruch bei HeBu mit der S1 ab Wollankstrasse um 1313, S Johannissee an 1400 Uhr. An der Grunewald erst ein wenig rumgeschaut und angequatscht, das lief aber nicht. Also um 1430 mit Schild „Muenchen A9“ ab auf die Rampe, 1440 Lift bekommen 🙂
  • Fraenkische Schweiz/Pegnitz West an 1730 Uhr, d.h. 362 km in 2:50 Minuten und hervorragender Unterhaltung waehrend der Fahrt ueber die Unterschiede zwischen PaedagogInnen und ErzieherInnen 😀
    Sanifair-Gutscheine gegen Burger getauscht, 1750 mit Schild „Ulm“ an die Ausfahrt gestellt, 1804 Lift bis Bahnhof Heidenheim angeboten bekommen. Da sagt man nicht nein 🙂
  • Bf Heidenheim an 1942, 197 km in 1:38h. Das waren rekordverdaechtige 5:12h von Grunewald bis Heidenheim, und selbst mit S-Bahn vorneweg und den 50 Minuten Regionalexpress nach Ulm am Ende gerade mal 45 Minuten langsamer als ein ICE gewesen waere 😀

Open-Data-Links (hauptsaechlich)

OpenData und Co

datascience

Introduction to Data Science mag ich heute besonders hervorheben, weil es ein komplettes Buch rund um Datenauswertung mit R ist, und weil es frei ist (cc-by-nc-sa).
Es beginnt mit einer kleinen Einfuehrung, was ueberhaupt Daten sind, und warum der Autor das kommandozeilenorientierte R statt Excel und Co verwendet (einen Aufsatz ueber die Verbreitung und damit einhergehende Gefaehrlichkeit von Excel gibt es hier, via @343max/@hulalena), fuehrt in kleinen Schritten ueber Data Frames auf statistische Grundlagen wie Quantile, Histogramme und Signifikanz hin, bevor es mit R Studio dann doch klickibunti benutzerfreundlicher wird, um Twitter und Texte zu analysieren, Daten zu speichern und (mein Lieblingsthema! :D) Karten zu bauen.
Alle Beispiele sind aus der Praxis gezogen und ersetzen zwar mit Sicherheit keine tiefere Beschaeftigung mit statistischen Methoden, eignen sich aber wunderbar als Einfuehrung und Appetitmacher auf mehr. Leseempfehlung!

Ausserdem:

API

Unterhaltung

  • Stenocast, Folge 0/1 / stenocast.de — Herr Urbach und Co. lesen alte Plenarprotokolle der Bonner Republik. Arbeitstitel: „Too old, didn’t read“.
  • The Importance of Excel — ob das so unterhaltend ist, sei mal dahingestellt: Warum Excel so weit verbreitet ist, ueberall benutzt wird — und welche Konsequenzen das hat (nochmal aufgegriffen von oben)
  • The Robbers Cave Experiment — Wie Sozialpsychologen einfach mal zwei sommercampende Kindergruppen aufeinander treffen liessen um herauszufinden, was man braucht, damit die sich bekriegen. Aufloesung: Gar nix weiter. (via erlehmann und plom)
  • Traumatische Momente im Kinderfilm — die 50 verstoerendsten Kinderfilmszenen, von den Geisterelefanten bei Dumbo bis — natuerlich — zu Bambis Mutter. (via/@leitmedium)

Open Data Day 2013

Und dann haben wir einfach wieder gehackt. Oder so aehnlich.

Eigentlich kam uns — also der datalove-Hochschulgruppe, die unter Anderem ulmapi.de befeuert — der weltweite Open Data Day am 23. Februar eher so mittelgelegen. Eigentlich wollen wir Mitte des Jahres wieder ein OpenCityCamp machen, fuer dessen Verpflegung wieder Gelder eingeworben werden muessen, eine Ueberlassung von der Universitaet eingeholt, ein Rahmenprogramm aufgestellt… die Beteiligung am Open Data Day war eigentlich eher mal so eben eingeschoben, nebenher organisiert, um die Flagge hochzuhalten.

Eigentlich.

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Umso erfreuter bin ich im Nachhinein, dass mit so wenig Aufwand so viel herauskam. Aehnlich wie beim Node Knockout 2011 einfach mal in der Gruppe zusammenzusitzen, Dinge bauen, diskutieren, dazulernen — und damit Ulm zu einer von gerade einmal acht deutschen Staedten machen, die sich an diesem Hackday beteiligten. In Koeln beispielsweise hat man angefangen, unsere Livemap auf Koelner Verhaeltnisse umzubauen, waehrend Falco seinerseits besagter Ulmer Karte einige Bugs auszutreiben versuchte.

Mit Simon Streib vom kiz diskutierten wir im „Kaffeezimmer“, was an der eigenen Uni in Sachen Open Access getan wird und wie hoch die Betraege sind, die ueblicherweise in Journal-Abonnements versenkt werden. Ich haette mir an der Stelle ja auch die Praesenz der einen oder anderen Studierendenvertreter gewuenscht, aber der Hinweis auf kostenloses Essen war wohl nicht gross genug geschrieben gewesen…

Was leider immer noch nicht klappte: Den Haushalt der Stadt Ulm auf openspending vollstaendig zu importieren. Von der Zeppelin University kamen trotz des Austauschs im November weder TeilnehmerInnen noch Feedback, wir wissen nach wie vor ebensowenig von Doppik wie damals, und externe Hilfe kam leider auch doch keine zu uns. Wir haben nun die Wahl zwischen einer Interpretation, in denen verschiedene Teilhaushalte zusammen 400% des Gesamthaushalts ausmachen, und einer, in der der Haushalt drei- bis viermal so gross ist wie das, was auf der offiziellen Seite der Stadt steht. Wir vertagen erneut. Leider.

oeffnungszeiten

Dafuer wurden andere Projekte fertig: Michi hat eine Oeffnungszeitenkarte fertig gebaut, die auf Basis der Daten aus der OpenStreetMap anzeigt, welche Einkaufsmoeglichkeiten gerade geoeffnet haben. Benni hat in Rekordzeit den ersten Datensatz, den wir jemals von der Stadt bekamen, in Click that Hood eingebaut — wo Ulm nun zwischen Toronto und Vancouver steht, als dritte deutsche Stadt ueberhaupt. Und wir haben uns viele neue Ideen angesehen, an „alten“ Projekten weitergearbeitet und mit den TeilnehmerInnen aus anderen Staedten ausgetauscht.

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Alles fuer die ueberschaubare Summe von knapp 60 EUR fuer die Verpflegung, die Benni als mittlerweile-Geld-Verdiener grosszuegig uebernommen hat.

Das naechste OpenCityCamp bekommen wir vor dem Hintergrund vermutlich guenstiger hin als das letzte. Und hoffentlich haben wir bis dahin jemanden gefunden, um endlich den beschissenen Haushalt zu importieren :>

Bilder von Michael Mueller, unter Creative-Commons-Namensnennung-Lizenz.

Das Problem mit Nicht-so-ganz-open-Data

Vorbemerkung: Wer mit tatsaechlich vorhandenen offenen Daten spielen und etwas machen mag, sei herzlich eingeladen: Am Samstag, 23. Februar, ist Open Data Day, und Ulm gehoert zu einigen wenigen Staedten, in denen an diesem Samstag gehackt wird. Bonustrack: Open Access an der Uni Ulm. Mehr auf ulmapi.de!

Alle reden, keiner tut’s. Oder so aehnlich. Wenn man mit offenen Daten aus Regierungshand zu tun hat, kommt man sich oft vor wie eine kaputte Schallplatte — oder als wuerde man eine hoeren. Von den Daten, die offizielle Stellen erheben und sammeln, sind die wenigsten in irgendeiner Form verfuegbar, und selbst diejenigen, die es sind, sind selten „offen“.

Die SZ titelt „Lasst endlich Daten sehen!“, und spricht mir aus der Seele. Zu langwierig sind die Prozesse hinter Open Government in Deutschland, zu halbherzig die Ergebnisse. Juengstes Beispiel ist das Datenportal des BMI, govdata.de, das zwar nun endlich ein bundesweites Portal fuer Regierungsdaten darstellt, aber nicht ohne Grund kein „Open“ vor dem „Government Data“ stehen hat. Fuer dessen Daten hat sich Fraunhofer FOKUS eigens eine selbst ausgedachte „Datenlizenz Deutschland“ gebaut, die eine vollstaendig eigene, zu etablierten Lizenzen wie Creative Commons oder ODbL inkompatible Inselloesung darstellt und sich dazu noch den Vorwurf unsauberer Formulierung machen lassen muss. Die ausfuehrliche Version findet sich in einer gemeinsamen Erklaerung auf not-your-govdata.de. (Dass das System vom „Ansturm ueberlastet“ war, ist zwar peinlich, aber nicht kriegsentscheidend, lieber Fefe.)

Leider dreht man sich in Deutschland aber immer in denselben Spiralen. Kultureinrichtungen koennen ihre Schaetze nicht unter freier Lizenz bereitstellen — weil sie nicht den Haushalt bekommen, den sie brauchen, sondern von ihnen erwartet wird, ihn sich mit Lizenzierungsgebuehren auszubauen. Was dazu fuehrt, dass sich die staedtische Oeffentlichkeitsarbeit fuer die offizielle Facebookseite Ulms Archivbilder beim staedtischen Archiv im wahrsten Sinne des Wortes einkaufen muss. Anstatt den einen Topf ordentlich zu befuellen, damit alle etwas davon haben, wird intern umgetopft. So ist das in der Verwaltung eben. Und ueber Vermessungsaemter reden wir jetzt am besten gar nicht erst.

Lorenz Matzat zieht ein eher ernuechtertes Fazit:

 

In meinen Augen geht es um die Themen Macht und Herrschaft: Also darüber, wer gesellschaftliche Regeln festlegen und dann auch durchsetzen kann. Neben dem Gewalt- spielt das Informationsmonopol dafür eine zentrale Rolle. Dass das Internet hier als „Gamechanger“, als „Disruptor“ auftritt ist mittlerweile eine so banale Feststellung, dass es mir fast weh tut, sie aufzuschreiben. Trotzdem ist Dynamik um und der Ruf nach Open Government inklusive Open Data eben Ausdruck davon.

Dieser Ruf wird verhallen. Das ist mein Fazit. Weil er ausgesessen werden wird. In den Verwaltungen und mit ihnen verzahnten Parteistrukturen ist das Phänomen des Selbsterhalts von Institutionen so ausgeprägt, dass ein radikales Konzept wie Open Data (als wichtiger Bestandteil von OpenGov) – wenn es nicht ignoriert werden kann – weichgespült werden wird. Da wird auch ein “Kulturwandel” wenig nützen, weil es einen Wandel bzw. eine deutliche Fortentwicklung des gesamten jetzt bestehendem politischen Systems bräuchte.

Den gesamten Text zu lesen lohnt, nicht zuletzt der Links rund um die Debatte wegen. Ebenso seinen zweiten Text zu den Entwicklungskosten, und was man eigentlich fuer 150.000 EUR stattdessen alles haben koennen haette.

Allein: Ja, auch ich bin nicht mehr so enthusiastisch, wie ich es 2010/2011 war. „Uphill Battle“ trifft es recht gut. Aber da gibt es dann wieder so Momente, in denen ich zufrieden laecheln muss. In denen das Schlachtfeld zumindest lokal wieder schoen aussieht. In den naechsten Tagen kommt hoffentlich ein Datensatz online, fuer den ich lange gefochten habe, und wenn alles glatt geht, unter einer hervorragenden Lizenz. Und ich kann auch nicht verhehlen, so ein bisschen viel stolz zu sein. Darueber, dass die „neuesten Datensaetze“ auf govdata.de allesamt aus Ulm sind — und dass sie unter cc-by-Lizenz stehen.

Manchmal ist Ulm halt doch ganz okay. Danke in Richtung Rathaus an Lucia und Konsorten — ihr koennt was, und wir wissen, was wir an euch haben 🙂

Linkliste

Gesellschaft und so

  • Gebuehrend Falsch — Das Bildblog ueber die Bemuehungen der BILD, die Haushaltspauschale (formerly known as GEZ) falsch darzustellen.
  • Der 29C3 aus Sicht eines A-Team-Engels — Kleiner Rueckblick auf den Congress, die Arbeit des Awareness Teams und seine Reaktionen auf die Creeper Cards. Fiona hat hierzu auch einen schoenen Text geschrieben (unten).
  • Sexismus? Was fuer Sexismus — @miinaaa ueber Alltagssexismus, u.a. am Beispiel von Geschlechterdarstellungen in Computerspielen. Bonustrack: Kannst du Rechtfertigungsaussagen von Vergewaltigern von Zitaten aus Maennermagazinen unterscheiden?

Open Data und Co

Apps and the City

Der erste „Apps and the City“-Hackday lockte ueber 100 EntwicklerInnen in den Supermarkt Berlin — mit einigem Medienecho im Deutschlandfunk (direkt zur MP3) und in der RBB-Abendschau (Direktlink).

Praktischer Nahverkehr auf Basis offener Daten scheint also doch oeffentliches Interesse zu erregen 🙂

(zugehoeriger Blogeintrag bei der OKFN / verwandt: Sieben scheinbare Gruende gegen offene Daten)