Quasi-Renaissance-Antiqua

MasimoVignelli New York Subway Guide

Ich mag die Akzidenz-Grotesk sehr, viel lieber als Helvetica oder Univers. Schade eigentlich, dass sie kaum mehr verwendet wird (so ist jedenfalls mein subjektiver Eindruck) — in New York habe ich sie noch an und in einigen U-Bahn-Stationen gesehen, die noch nicht auch auf Helvetica umgestellt worden sind, aber ansonsten laeuft sie einem eher selten ueber den Weg.

Um so angenehmer war ich im Fruehjahr ueberrascht, als ich auf der Ulmer Bildungsmesse sowohl bei einem grossen lokalen Metallverarbeiter als auch bei der Bundeswehr Plakate und Stellwaende sah, auf denen anscheinend die AG Extended verwendet wurde. Ich sage „anscheinend“, weil ich mir im Nachhinein nicht mehr hundertprozentig sicher bin, ob es nun tatsaechlich die AG oder doch „nur“ die Helvetica Neue Extended ist — beim fluechtigen Hinsehen sind die beiden sich doch relativ aehnlich, besonders dann, wenn keiner der typischen Buchstaben zu sehen ist, anhand derer man die zwei problemlos unterscheiden kann.

Ganz sicher bin ich mir jedoch, dass mir die AG — ebenfalls wieder im „Extended“-Schnitt — in Chicago mehrfach ueber den Weg gelaufen ist. Und auch in Montreal setzt man auf Schriften aus Deutschland: Nicht nur dass die offizielle Stadt-Wortmarke und die Wortmarke der Station Centrale d’Autobus in Otl Aichers „rotis“ gesetzt wurden, im Busbahnhof trifft man die „alte Bekannte“ Akzidenz-Grotesk wieder. Verwechslung ausgeschlossen, diese „2“ erkenne ich ueberall wieder 😉

Mal schauen, ob die AG vielleicht doch noch einmal eine Renaissance erlebt — und alle Typographen bitte ich um Entschuldigung fuer den flachen Wortwitz im Titel 😀

Ein Gedanke zu „Quasi-Renaissance-Antiqua

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