Frohes Fest aus New York

Meine Hoffnung, dass das mit den Chaos-Reisen sich schon beim Hinflug erledigt haette, hat sich bislang nicht erfuellt — Chicago-Montreal war ja auch schon etwas „schwierig“, aber der Transfer Montreal-NYC hat das dann noch getoppt. Eigentlich wollten wir den letzten planmaessigen Greyhound um 2345 Uhr nach NYC nehmen, und in weiser Voraussicht waren wir schon gegen 2200 Uhr am Busbahnhof. Im Uebernachtbus haetten wir dann schlafen koennen und waeren morgens gegen 0800 relativ fit in New York angekommen. So war jedenfalls der Plan.

Zunaechst dachten wir, dass die scheinbar endlos lange Schlange fuer den frueheren Bus um 2230 ansteht, aber dann wurde uns bewusst, dass die 1. gar nicht alle in die paar Busse passen wuerden, und 2. die Schlange noch gaaaaaaaanz bis ans andere Ende des Terminals geht. Au Backe.

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Gegen Mitternacht waren wir dann immerhin bis zur Mitte des Busbahnhofs gekommen, aber auch das half nichts: Die ersten Leute in der Schlange bekamen noch einen Boarding Pass fuer den allerletzten Bus des Abends, der Rest wurde auf den naechsten Bus um 0745 Uhr vertroestet. Das haben nicht alle so ganz gelassen aufgenommen, teilweise flossen Traenen, und eine Passagierin bekam einen Schreikrampf, waehrend wir uns einen Platz fuer die Nacht suchten. In der Schlange hatten wir Rene aus Oberhausen kennengelernt, der in Kanada Work und Travel macht, und der sich ganz pragmatisch Tische und Baenke zusammengeklaut hat, aus denen man sich was halbwegs bequemes zum pennen basteln kann. Lange Nacht.

Die Busreise an sich war… interessant. Ja, das ist wohl der richtige Ausdruck. Unser jamaikanischer Fahrer war sowas wie ein Klassenfahrtbusfahrer, supernett und witzig („Wir fahren jetzt durch die Huegel in Richtung USA, und da fahren wir langsam. Da wohnt naemlich niemand, und wir wollen keinen Unfall bauen. Geht schlafen, Leute, es gibt dort wirklich NICHTS zu sehen“)

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Als naechstes die Kontrollen in Helmstedt-Marienborn an der US-Grenze… einschuechternd. DHS-Officer mit strengem Blick, hier ausfragen lassen („Woher kommst du, wohin willst du, was machst du dort, kennst du jemanden, warst du schonmal in den USA, warum?“), dort hinsetzen und nicht vom Fleck ruehren, jetzt im Gaensemarsch in den Bus, warten auf vier Leute, die wohl extra genau befragt werden. Mich kotzt das an, ehrlich. Ich werde so froh sein, wenn ich nach dem Rueckflug erst mal keine beschissenen Grenz- und Sicherheitskontrollen mehr ueber mich ergehen lassen muss und auf das Wohlwollen eines einzelnen muerrischen Immigration Officers angewiesen bin, um eine Grenze zu uebertreten. Schengen rules, aber hallo. Wie unser Busfahrer sagte: „Schaltet eure Handys aus, bevor ihr reingeht… die werden ungemuetlich, wenn man drinnen telefoniert. Naja, die sind sowieso immer ungemuetlich.“

Naechster Stop: Albany, NY. Meine Guete, sieht diese Stadt haesslich aus. Und die haesslichsten Postkarten der Welt gibt es dort auch. Vier Stunden spaeter endlich NYC, und da das Hostel ueberbucht ist, haben wir zwei Betten in einem Sechs-Bett-Apartment statt eines kleinen Zimmerchens bekommen. Der Blick vom Balkon(!) unserer zweistoeckigen(!) Bude entschaedigt dann fuer alle Strapazen 😉

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Frohe Feiertage an alle Leser!

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