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Senor Coconut meets Kraftwerk

Ich habe einen Ruf zu erfuellen, deswegen der kurze Hinweis auf ein paar… interessante Versionen bekannter Stuecke durch Uwe Schmidt aka (hier) Senor Coconut:

Persoenlicher Favorit ist ja die Da-Da-Da-Version 🙂

Wer den Klang der Covers insgesamt mag, kann sich mal durch Martin Denny durchhoeren. Youtube (und damit einige wunderbare Lounge-/Exotica-Playlists) ist leider groesstenteil leer-geGEMAt, aber einige Aufnahmen findet man bisweilen:

In der Tretmuehle

Wenn ich hier nachlese, was die letzten Wochen und Monate an Postings kam, koennte man meinen, es passiere so rein gar nichts.

Derweil bin ich Ende April zum ersten Mal nach Berlin getrampt, was einfacher war, als vorher gedacht: Nachmittags um drei mit dem Bus nach Boefingen, von dort mit einem Schild „HDH“ auf die Raststaette Lonetal, und nach vier Autos einen Handwerker gefunden, der mich beinahe bis vor die Haustuere von Gastgeber @_HeBu fuhr. Dann den OpenGLAM-Workshop in der Staatsbibliothek Berlin besucht, bei der Einweihung der Wikimedia-Stockwerksetage Freibier geschnorrt, tags darauf mit den wunderbaren @waxmuth und @presseschauer wunderbaren Kaffee getrunken und abends die Suit-Up-Party im Fotostudio von Anya alias Mina Gerngross im Suit besucht. Und im Flight Suit.

Eine Woche spaeter tat mir Juliane das mit der Berlin-tramperei gleich, waehrend Undine und ich schon mal mit dem Zug vorausgefahren waren und Maria irgendwann nachkam — damit wir alle das myfest in Kreuzberg besuchen, Helfer bei der re:publica sein, diesmal zu dritt in der Undinschen Luxushuette (siehe) crashen, uns verlaufen, und durch tiefgruendige Gespraeche zwischen Maria und plomlompom sowie Trollereien zwischen Undine und erlehmann zu geduldeten Besuchern in #nodrama.de werden konnten. Bild relatiert.

Irgendwo kamen dann noch Besprechungen mit Nahverkehrsbund und Stadtwerken zum Ausbau des Fahrtenangebots zur Universitaet, das OpenCityCamp, die kif 40.0, der Erwerb einer Zuckerwattemaschine (die nun nach vier Wochen kaputt ist), eine unerwartete Einladung zu einem Innovationsworkshop bei Daimler, das SoNaFe an der Uni und zig Kleinigkeiten, Projekte und immer noch offene Arbeiten.

Fragt sich, warum ich nicht mehr darueber schreibe. Und die Befuerchtung ist, in der Tretmuehle gelandet zu sein.

Wie damals™, als ich unglaublich viel Wissen aus dem USENET bekam, aber eben auch unglaublich viel Zeit in das Lesen und Mitdiskutieren steckte. (Ja, die meisten Posts findet man noch. Seid milde. Ich war 13 oder so.) Aehnlich geht es mir gerade mit Twitter: Ich habe regelmaessig 15 Tabs offen, die ich eigentlich auch gerne hier wieder teilen wuerde — nach fuenf Tagen, in denen ich nichts damit anstellte, schliesse ich sie wieder, und gut ist. Seit einigen Wochen komme ich erstmals nicht mehr meiner Timeline hinterher und ueberspringe teilweise ganze Tage — und die gehoerten bisweilen zu den entspanntesten, weil ich einfach nur schoen viel koerperlich arbeiten, Dinge umhertragen, mich im Freien bewegen und mit alten Schleppern herumfahren „durfte“.

Einige Mailinglisten, auf denen ich seit Jahren subskribiert bin, oeden mich derweil tierisch an. Gefuehlt kommt jede Woche eine Diskussion auf, die schon gefuehlt hundert Mal durch ist. Am wenigsten Lust habe ich aktuell auf diverse Piratenlisten. Generell: Die Piraten oeden mich an. Nach den ueber drei Jahren, in denen ich sie beobachte, sind viele immer noch nicht ueber die „aber wir sind fuer Buergerrechte!“-Rhetorik hinausgewachsen. Wahlweise ist die Partei vollkommen reflexionsfrei die einzige freiheitliche, buergerInnennahe, demokratische Partei (und alles andere immer schlecht), oder man solle doch gefaelligst mit- und alles besser machen.

Derweil kann man sich bei den Piraten weiterhin richtig einfach Freunde machen, wenn man irgendwas mit „Femi…“ am Anfang sagt. Die Analyse von Macht- und Herrschaftsstrukturen hoert da auf, wo die eigene Wohnung unueberwacht, die Internetleitung frei und „alles transparent“ ist. Oder so aehnlich. Kackscheisser kommen auf Listenplaetze fuer die Wahl, Leute in Amt und Funktion duerfen froehlich lustige Meinungen zum Nahen Osten, und in diversen Arbeitsgruppen geben sich „Waffenrechtler“ und Geldumordner ein Stelldichein. Mit der Einfuehrung von Bezirks- und Kreisverbaenden werden die Strukturen zudem immer rigider und aus dem sympathischen Chaoshaufen von vor ein paar Jahren zunehmend: Einfach nur eine weitere Partei.

(Mit einigen coolen und wirklich wichtigen Werkzeugen. Zugegeben. Aber einem Facepalmpotenzial, das mich oft nur noch abwinken laesst.)

Was bleibt?

Der Wunsch nach ein wenig Abstand von den meisten Twitter-, Mail und Facebookdebatten der letzten Monate. Um die schoenen Erlebnisse die es gab und hoffentlich weiter geben wird, auch mal richtig ver- und aufarbeiten koennen. Raus aus der Tretmuehle.

Und mehr Cowbell.

Dit is nich Dorf hier.

Soeben erreichte uns folgende Anekdote vom heutigen Nachtmittag: [sic]

Im Empfangswarteraum der Polizeiwache, Abschnitt 51, Wedekindstraße in Friedrichshain, direkt hinterm Berghain gelegen: Ein Mann um die 60 in gebügelten Jeans und polierten schwarzen Cowboystiefeln und Ledermäppchen unterm Arm spricht einen Beamten in Uniform und mit Irokesenhaarschnitt an.
Bürger: „Bei mir im Haus haben die für heute wieder die Walpurgisparty angesagt. Da kommen Hunderte“.
Beamter: „Ja, und?“.
Bürger: „Nun, die spielen ganz scheußliche Musik, die ganze linke Szene trifft sich da. Ist das denn genehmigt?“
Beamter: „Das ist genehmigt“
Bürger (leise): „Aber kann man nichts dagegen machen?“
Beamter: „Was sollen wir denn dagegen machen?“
Bürger: „….“
Beamter: „Dit is eben Berlin, dit is nich Dorf hier.“
Bürger: „Aber die haun doch dann alles kurz und klein“.
Beamter: „Aber wenn die Volksmusik oder Country spielen würden, dann wärs ok für sie?“
Bürger: „Nee, ich weiß nich'“
Beamter: „Wie gesagt: Dit is Berlin. Wenn es zu heftig wird ab 22 Uhr, rufen Sie an“
Büger: „Ja, gut“. Bürger geht.

 

Live-Ticker: Wedding: Veranstalter beendet Demonstration – 1. Mai – Berlin – Tagesspiegel.

Nachdem @gruenzeug mit einem Tag Verspaetung in Berlin eintraf, mussten wir uns erst einmal mit dickem Salatbausatzkauf beschaeftigen — und befinden uns aktuell in der etwas absurden Situation, jeweils nur wenige U-Bahn-Minuten von den Maifestspielen in Kreuzberg und Wedding entfernt zu sein, und diese per Ticker zu verfolgen.

Der Aufbau fuer die re:publica ist uebrigens ganz ganz anders als die letzten Jahre. Ich weiss noch nicht so recht, was ich von dem Flair halten soll… erster Eindruck bisher: Friedrichstadtpalast war repraesentabler. Mal sehen, was der Mittwoch bringt 🙂

Begriff des Tages: Kanalreduktionstheorie

Die zentrale Aussage der Kanalreduktionstheorie ist, dass durch den Ausschluss von Sinneskanälen durch CMC (Computer-mediated-communication) die Kommunikation entsinnlicht wird. Die Kommunikation kann z.B. durch E-Mail auch zeit versetzt, asynchron, stattfinden. Somit kann man auch von einer Ent-Zeitlichung sprechen. Menschliche Emotionen können durch CMC nicht adäquat vermittelt werden. Deshalb ist die face-to-face-Kommunikation der CMC vorzuziehen. CMC ist laut der Kanalreduktionstheorie und wegen fehlender Sinneskanäle im Vergleich zu face-to-face Kommunikation defizitär und unpersönlich.

Computervermittelte Kommunikation – Wikipedia, aufgeschnappt von @rstockm im IRC.

Pipe Logic

Mal ne ganz andere Anwendung fuer Pipes: Wenn man /dev/zero als Elektronenquelle und /dev/null als -senke betrachtet, waeren Pipes so etwas wie Leiter mit einer gewissen Kapazitaet. Und dann koennte man doch auch einen MOSFET damit bauen. Und sobald man einen Transistor hat, sind der Phantasie kaum mehr Grenzen gesetzt 🙂

Mehr: Pipe Logic.

(via Elias Weingaertner auf Facebook)

Mein Hirn ist eine totale Pottsau

Neulich musste ich sehr ueber eine Comicreihe von Theoatmeal lachen — das Hirn, unbekanntes Wesen, das sich an die bescheuertsten Dinge erinnert.

Rund zwoelf Stunden hat es mich dann in den Wahnsinn getrieben. Einfach nur durch den Umstand, dass mir ein Lied einfiel. Keine Ahnung, wie das hiess, und allein durch das betrunkene Vorsummen in der Zentralkueche und dem vagen Hinweis, dass da vielleicht auch noch irgendwas franzoesisches dabei war, kam natuerlich keiner drauf.

Dafuer kam Buddy Brain mit dem hilfreichen Hinweis, dass das vermutlich die Abspannmusik nach dem ziemlich abrupten Ende eines Films war, den ich im Kontext des CineAStA gesehen hatte. Ahahaha. Abruptes Ende. Le Havre war’s nicht, aber irgendetwas in der Richtung.

Ein Bier spaeter kam Buddy Brain blitzartig darauf, dass es sich entweder a) um einen Kurzfilm oder b) um The Darjeeling Limited handeln musste. Und von da aus waren es zum Glueck nur noch fuenf Minuten betrunkenen aber gluecklichen googelns zu Hotel Chevalier und Peter Sarstedt.

Das waer natuerlich alles nicht noetig gewesen. Aber ich bin der festen Ueberzeugung, dass ich an dem Abend nicht mehr haette schlafen koennen, wenn ich das nicht noch herausgefunden haette.