Schlagwort-Archive: Copyright

Dieses Format wird von mir nicht unterstuetzt

Kleine Ankuendigung: Wer mir per E-Mail irgendwelche Daten zukommen lassen moechte, braucht es seit dem 1. Januar 2011 gar nicht mehr erst mit MS-Office-Dateiformaten versuchen.

Das hatte ich zusammen mit einem Studienkollegen letztes Jahr eher so nebenbei beschlossen — heute habe ich nun zum ersten Mal eine Excel-Liste zurueckgewiesen, und ich werde generell nichts mehr entgegennehmen, was im MS-Office-Format bei mir im Postfach eintrudelt. Ausgehend setze ich schon laengere Zeit auf ODF, aber eingehend kommen immer noch zu gefuehlten 70% .doc, .xslx und Konsorten an.

Ich weiss noch nicht, ob ich die Zurueckweisung der betroffenen Dateiformate vielleicht auch per Sieve automatisieren soll, oder ob das von Hand geht. Vor allem aber bin ich gespannt, ob und wie haeufig das zu nachhaltigem Umdenken fuehren wird.

Verschimmelnde Filmklassiker

„M — Eine Stadt sucht einen Moerder“ ist ein absoluter Filmklassiker. Ja, den muss man gesehen haben, finde ich, neben anderen Fritz-Lang-Klassikern wie dem „Testament des Dr. Mabuse“. Im Gegensatz zum Mabuse kann man das aber auch ganz einfach, denn „M“ ist offenbar gemeinfrei und als Public-Domain-Werk beim Internet Archive frei downloadbar. (Frei hier gleichermassen in der Bedeutung von „Freier Meinungsaeusserung“ wie der von „Freibier“)

Warum das so ist, weiss ich ehrlich gesagt nicht, bei der Recherche liess sich das nicht herausfinden. Man muss aber froh sein. Lang starb 1976, das heisst nach deutschem Urheberrecht werden seine Werke erst 2046(!) zum Allgemeingut, und auch das US-Copyright nach dem Sonny-Bono-Act muesste den Film wenigstens bis zum Jahr 2026 schuetzen.

2046. Noch 37 Jahre, bis wir auch Klassiker wie Metropolis oder die Mabuse-Filme nach dem deutschen Urheberrecht legal und gratis tauschen duerfen. Die Filme werden dann 113 bzw. „Mabuse“ wird dann 119 Jahre alt sein. Orson Welles starb 1985, d.h. nach dem US-Copyright muessen wir wahlweise bis 2036 oder 2055 warten, bis Citizen Kane gemeinfrei wird. Man kann also einige Jahre nach Entstehung eines solchen Meisterwerkes geboren werden und ein ganzes, langes Menschenleben verbringen, ohne jemals auf Basis dieses Werkes ein legales Mashup schaffen zu dürfen. Wer es doch tut, verstoesst gegen geltendes Recht.

Wollte ich nur mal gesagt haben.

Tante Edith: HeBu hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass „Metropolis“ ebenfalls im Internet Archive verfuegbar ist. Danke!