OpenData-Barcamp in Friedrichshafen

Wer IOException.de liest, hat den zugehoerigen Artikel schon gesehen: Am Freitag waren Falco, Timo und ich als datalove-Repraesentanten beim OpenData-Barcamp in der Containerstadt der Zeppelin University Friedrichshafen. Ein wichtiger und sinnvoller Besuch — gastgebender Professor, Joern von Lucke, ist von meiner Warte aus so ziemlich die einzige Person in Sueddeutschland, die sich sichtbar mit der Forschung rund um Open Data und Open Government beschaeftigt. Die GI, fuer deren Fachgruppe Verwaltungsinformatik er spricht, hatte unlaengst ein Memorandum zur Oeffnung von Staat und Verwaltung herausgegeben — und natuerlich war er auch im Mai beim OpenCityCamp in Ulm, was einen Gegenbesuch unbedingt erforderlich machte 😉

Die Friedrichshafener Arbeitsgruppe, die das Barcamp organisierte und die Mehrzahl der Gaeste stellte, gab uns auch einen ganz anderen Einblick in das Thema, das wir so gut zu kennen glaubten: An der ZU gehoert ein Praktikum in einem Ministerium oder bei einer NGO im Ausland zum guten Ton, wie mir scheint, so dass wir auch mal eben einen Eindruck von der Situation in Kenia bekamen, das bei der praktischen Umsetzung der offenen Verwaltung offenbar vielen europaeischen Konterparts weit voraus ist.

Fuer mich am wertvollsten war aber der kleine Moment, als wir von unserer Ueberforderung mit dem Haushalt der Stadt Ulm berichteten: Wir, allesamt (Medien)InformatikerInnen, haben trotz eintaegigen Doppik-Crashkurses in der zentralen Verwaltung der Stadt Ulm immer noch ein Defizit bei der Interpretation des Haushalts-Rohdatensatzes und — vor allem — bei der Plausibilitaetspruefung einer Visualisierung nach dem Vorbild von OpenSpending.

Das rief sofort die anderen TeilnehmerInnen auf den Plan, die im Gegensatz zu uns sehr wohl sehr viel Ahnung von solchen Dingen haben und gleich einmal durch die CSV-Dateien scrollten. Im Gegenzug scheinen wir ein wenig mehr Ahnung von (insbesondere geospatialer) Visualisierung zu haben, so dass wir gegen Ende gleich mal Kontakte fuer eine moegliche Lerntandempartnerschaft austauschten: Wir bringen den FriedrichshafenerInnen Visualisierung bei, sie uns dafuer dieses Zeug mit der Wirtschaft 😉

Ich freute mich auch, dass auch wir im Gegenzug Neues zeigen konnten: Ich referierte ein wenig ueber unsere Anstrengungen, den Nahverkehr in Ulm ein wenig offener zu machen, insbesondere das Projekt, Fahrplaene als GTFS zur Verfuegung zu stellen. Vergleichbare Bemuehungen scheint es im Bodenseekreis bislang noch nicht zu geben, aber dort zaehlt es offenbar auch schon als „Nachtbus“, wenn eine Linie bis 2200 Uhr gefahren wird oO

Fazit unterm Strich: Eine Wiederauflage des OpenCityCamps scheint Not zu tun. Zusammen koennen Friedrichshafen und Ulm einen Gegenpol zu den sonst leider sehr berlinzentrischen OpenData-Bemuehungen bilden — und als Zwischenpfeiler zwischen Stuttgart und Ulm dienen 🙂

(Bild mit freundlicher Erlaubnis von @Tinka_Grosse)

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