Fazit aus Berlin — #rp11

Impressionen auf der re:publica 2011

((cc) Anja Pietsch/re:publica)

Allgemein

Keine Rants, die gibts anderswo genuegend. Generell: Die re:publica kam mir dieses Jahr deutlich heterogener vor als die vergangenen Jahre, und das Experiment, eine Konferenz fuer die ganze Republik machen zu wollen, strapazierte offenbar einige Nerven. Die Vortraege im Friedrichstadtpalast konnten die Ueberfuellung der Workshops in der Kalkscheune nicht mildern, und so kam man nur durch Zufallsprinzip dort hinein, wo man eigentlich hin wollte.

Digitale Gesellschaft

Hat mir bislang nix getan, auch wenn ich Kritik und Gegenkritik interessiert beobachte. Schauen wir mal, was rauskommt, und wenn sie mir irgendwann mal auf die Fuesse treten sollten, muss ich halt ueberlegen, was ich mache. Konstruktivismus regelt, das kann man mal so mitnehmen — die Energie, die manche darauf aufwenden, das von vorneherein herunterzuputzen, ist mir schlicht zu schade. Schoen beschreiben das Christopher Lauer und Rene Meissner.

Gesehen und gut gewesen

Quo Vadis, Web?

(cc) Jonas Fischer/re:publica

Quo vadis, web? u.a. von Nils Dagson Moskopp, der meinetwegen um sein „gutes“ Gratisessen geprellt wurde und „nur“ das aus der Helferverpflegung bekam. Sehr sehr hybsche Folien (mit Inkscape Slides gemacht), die eigentlich mal eben ein bis zwei der WebEng-Einfuehrungsvorlesungen ersetzen koennten (als ob.) Thematisch insgesamt leider ein viel zu grosses Fass, um das in einer Stunde abarbeiten zu koennen, und erlehmanns Tendenz, thematisch wild zu maeandern, tat das Seine

Machines talking to themselves von Martin Spindler — auch hier wieder eine wunderbare Inspiration fuer „echte“ Motivationsfolien in der UbiComp-Vorlesung.

Of course: we’ve built out the nervous system (the Internet) & now we’re turning it on (sensors). Next we’ll build muscles & activate those.

(https://twitter.com/#!/bopuc/status/42849706392551424)

Erinnernswerte Beispiele: Die „GlowCap“, die mittels GSM-Modul an die Medikamenteneinnahme erinnert und im Zweifelsfall per Telefon die Angehoerigen alarmiert, falls sich nichts ruehrt. Ausserdem: „The Street as platform“ fuer eine Vision ubiquitaerer Systeme.

Die Illusion vom oeffentlichen Raum war eine froehliche Rant- und Bash-Runde, die hauptsaechlich Spass machte. Ich bin gespannt auf die Videoaufzeichnung.

Ebenso von Dezentrales Clustern, gehalten von Stephan Urbach. Sehr inspirierend, mit schoenen Aussagen: AKs sind in der Regel moerderisch schwerfaellig, starr und exklusiv — dezentrale Cluster brauchen einfach nur ein Mission Statement, einen coolen Namen und vor allem Spass fuer alle Beteiligten. Bei Aussagen wie „ich muss nicht immer alles mit allen besprechen“ musste ich irgendwie an gewisse Studierendenvertretungen denken, und wie man so etwas dort einfuehren koennte.

In loser Reihenfolge ausserdem: „Aktivismus im oeffentlichen Raum“ als kurzweiliges Wohnzimmerpanel mit viel Unterhaltung. mixd.tv ist mittlerweile etwas ganz anderes als letztes Jahr und wohl auch weniger auf Konfrontation aus. Und der Stuxnet-Vortrag war trotz fefes Kritik am Referenten nett.

Highlights

"Beyond Medienkompetenz" auf der re:publica 2011

(cc) Anja Pietsch/re:publica

Der Dueck. Klar. Seinen vielverlinkten Auftritt muss man wohl auch hier verlinken, auch wenn ich selbst gar nicht dabei war — dafuer habe ich ihn direkt danach beim Panel mit Joeran erlebt und war recht angetan von der Runde. So haette ich mir die Schule gewuenscht — und auch hier bin ich auf das Video aus dem grossen Saal gespannt. Nicht zuletzt, um es vielleicht einmal ein paar Lehrern vorzuspielen…

Und die Leute?

Ja, deswegen faehrt man ja auf so eine Veranstaltung, wenn man von vorneherein weiss, dass man zwei Drittel der gewuenschten Vortraege nicht sehen koennen wird. Man war in Gespraechen auf dem Hof recht angetan von der Offenheit Ulms in Sachen Open Data, und ich habe jetzt einige Kontakte, mit denen das hoffentlich nun in die Gaenge zu bringen ist. Mehr dazu… morge^w demnaechst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.