Archiv für den Monat: Dezember 2010

Wien

Joa, so ist das halt: Man denkt sich, toll, bist auf Konferenz in ner schoenen Stadt, da kann man so gut drueber schreiben, und dann ist man halt letztendlich den ganzen Tag unterwegs und hat abends gar keine Lust mehr, den Klapprechner auszupacken.

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Stichpunktartig:

  • Viel Geduld mitbringen, wenn man mit Bayern- und Einfach-Raus-Ticket nach Wien faehrt. Das ist zwar guenstig, aber laaaaaang. Ein Glueck, dass wir ausreichend Verpflegung in jeder Form dabei hatten.
  • Die oesterreichischen Fachschaften sind deutlich politischer als das, was ich aus Deutschland gewohnt bin.

  • Der Textstrom-Slam ist sehr zu empfehlen. Erstens war es das erste Mal, dass ich das Jury-Bewertungssystem in einem deutschsprachigen Slam erlebt habe, und es hat mir gut getaugt. Zweitens war die Qualitaet der Slammer, die vielfach auch aus der Umgebung kamen, ziemlich angenehm. Und drittens war die Moderation flott, laessig und kurzweilig — und hat mir umso mehr die Schwaechen der Ulmer Slammoderation vor Augen gefuehrt, die jetzt seit zwei Jahren dasselbe Moderationsprogramm abspulen, und das manchmal erschreckend lustlos.
  • Im Museum Moderner Kunst haben Studis freien Eintritt, und wenn man sich im museumseigenen Cafe vom Kellner mit Bier ueberschuetten laesst, bekommt man auch die Kaffees umsonst. Generell ist das gesamte Museumsquartier Bombe, und dabei einfach so gross und umfangreich, dass wir heute gleich nochmal zur Urban-Spaces-Ausstellung gehen.

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  • Man kann sich aber auch einfach Buechlein aus Automaten ziehen.

Weiterer Plan: Museumsquartier, Biervorrat fuer das Wochenende und die Heimfahrt kaufen, Journey to the End of the Year spielen und, da die Journey-Orgas mit der hiesigen Fachschaft verbandelt sind, auch gleich Tipps fuer eine eigene Journey in Ulm abstauben.

Klingt ganz gut fuer einen Jahresausklang.

Die besten der besten der besten, Sir!

Die OMON (russ. Отряд Милиции Особого Назначения/ Otrjad Milizii Osobogo Nasnatschenija – „Einheit der Miliz besonderer Bestimmung“) ist eine Spezialeinheit der russischen Polizei (Miliz; kurz russ. ОМОН bzw. dt. OMON).

de.wikipedia.org

Das koennen die ganz schoen gut, echt. Sogar mit passender Musik. (Direktspezialeinheit / via fasel)

Ungezuegelt

Noch so’n Grund, warum ich es irgendwie gar nicht so eilig habe, mit dem Studium vollstaendig abzuschliessen: Da bist du auf einer Party in einem komplett von Studis bewohnten Haus eingeladen, und an einer Wand haengt ein angebundener Edding, mit dem man sich verewigen soll. Das dauert dann auch nicht lange, bis mal spontan Adler von Kalenderblaettern nachgezeichnet werden, oder die Rothaus-Birgit, oder Motive von Threadless-Shirts, klar.

So genau weiss keiner, wie wir darauf gekommen sind, aber irgendwann so gegen halb zwei waren wir dann der Ansicht, dass kein WG-Haus komplett ist, wenn es nicht das Kentucky-Unbridled-Spirit-Logo auf die Wand gemalt hat. Koennte daran liegen, dass am Tisch abwechselnd italienisch und Southern Drawl gesprochen wurde, aber so ganz laesst sich das nicht mehr nachvollziehen.

Lehren: Auch angetrunken macht es mich  noch ein bisschen fertig, wenn Glyphenproportionen und -formen nicht ganz so richtig stimmen. Und Juliane wurde nach der Pferdekopfmalerei fuer eine Medizinerin gehalten, die sich nach dem Praepkurs die Finger nicht richtig gewaschen hat.

Leseempfehlung (4)

So ist das mit der Zerfaserung der digitalen Identitaet auf Twitter und Google-Reader-Share und Facebook und was weiss ich: Wer nicht allem folgt, bekommt nur einen Teil mit. Hier deswegen der Versuch, die vielen Linkempfehlungen der letzten Tage nochmal zusammenzufassen und kurz zu verstichworten.

(Wer meinen Reader-Share und bei Twitter mitliest, kann an dieser Stelle abschalten.)

Stichwort Wikileaks. Die dazu passende Suchmaschine duerfte ja bekannt sein, interessant waren fuer mich in den vergangenen Tagen vor allem die Reaktionen in der digitalen Medienwelt. Zum einen auf die Deutung von Wikileaks an sich: Was Julian Assange ueberhaupt will und wie man ihn interpretieren sollte, bemueht sich die SZ darzulegen, waehrend die grundsaetzliche Bedeutung von Transparenz und die Abwehrreaktionen der eigentlich doch so auf selbige bedachten Politiker unter anderem beim Freitag, beim Guardian, bei Picki und bei Steingrau eroertert werden.

Zwei weitere Punkte finde ich besonders spannend an der ganzen Affaere. Zum einen, dass sich auf einmal Politiker als Datenschuetzer gerieren und nach staerkerer Regulierung des Internets rufen — zum anderen, dass bei Wikileaks binnen kuerzester Zeit die Originalseite nicht mehr erreichbar war, was doch eigentlich bei Missbrauchsdarstellungen, gegen die normalerweise die Zensurbestrebungen gerichtet sind, ohne Sperrinfrastruktur nicht moeglich sei. Der Streisand-Effekt liess natuerlich auch nicht lange auf sich warten, und sowohl Amazon als auch Paypal sehen sich mittlerweile einem mittelschweren Scheissesturm ausgesetzt, inklusive Linksammlungen, wo man denn abseits von Amazon seine Weihnachtseinkaeufe im Netz taetigen kann. Die Idee, dass letztendlich nicht einmal Sperrgesetze notwendig sind, um uns von Informationen abzusaegen, sondern Konzerne darueber entscheiden koennen, irritiert offensichtlich nicht nur mich.

Irritierend finde ich auch, dass die Depeschen #07BERLIN242, #06MADRID3104 und #07MADRID173 in Bezug auf die Entfuehrung von Khaled El-Masri nur einer der oertlichen Zeitungen einen halbwegs ausfuehrlichen Artikel Wert war, die andere das Thema nur als Randnotiz abheftet. Wenn ein deutscher Staatsbuerger illegal verschleppt und daraufhin die Strafverfolgung der Verschlepper aktiv behindert wird, scheint das wohl nicht immer auch relevant zu sein. Oder aber es fehlen die Ressourcen, das Thema noch einmal aufzubereiten. Beides faende ich… schade.

Aehnlich sieht das auch Robert Basic (dass ich den nochmal verlinken wuerde!) in einem anderen Zusammenhang. Die Berichterstattung der klassischen Medien ueber den JMStV ist mehr als duerftig, und nicht nur er duerfte darueber enttaeuscht sein.

Und weil man nicht immer meckern soll, noch ein wenig Positivismus zum Schluss (mainly for Mediennerds):

Was fuer ein Nachruf

Ein Gerücht besagte, dass er dabei die von ihm verlegten Bücher selber gar nicht las — er hatte natürlich auch die besten Lektoren –, sondern sich für die Annahme oder Ablehnung eines Manuskripts entschied, indem er den Text in die Hand nahm und ihn gegen seinen kahlen Schädel schlug: „Ich brauche mir nur ein Manuskript um den Kopf zu hauen und weiß, ob es etwas taugt.“

[…]

Die Inschrift auf seinem Grabstein schrieb Ernst Rowohlt sich selbst: „Hier ruht ein Verleger, der 54 Jahre Buchhändler war und nicht geisteskrank wurde, und der sein Leben lang, fast umsonst, ein alter Kämpfer gegen die Torheit war.“

(Vor 50 Jahren starb Ernst Rowohlt. Link via ak-mis/maria)

Verluste – eine Geschichte

Kurzfristiger Veranstaltungshinweis, da noch einige wenige Karten uebrig sind: Clemo als personifiziertes Kulturreferat der Uni hat am kommenden Montag, dem 6. Dezember Guenther Paal alias Gunkl eingeladen, um in der (gscheit hergerichteten) uulm-Mensa sein aktuelles Kabarett-Programm aufzufuehren.

Einlass ist um 1900 Uhr, Karten sind fuer verdammt guenstige 5 EUR (Studis, Schueler, sonstige Leut ohne Geld) bzw. 7 EUR (uulm-Mitarbeiter) bzw. 14 EUR (alle anderen) zu haben — entweder zu den Oeffnungszeiten im AStA-Buero, oder eben an der Abendkasse, sofern noch vorhanden.