Fotografen sind die letzten Loser

Was habe ich eben gelacht. Beim Backup-ziehen ist mir der Vortrag von Dietmar Henneka auf der Typo Berlin 1999 in die Haende gefallen, und ich musste mir gleich noch einmal ansehen, wie Henneka ohne ersichtlichen roten Faden, aber mit ebensoviel Wut wie Verve ueber Art Directors, die deutsche Fotografenlandschaft, die deutsche Werbelandschaft und sich selber zu Felde zieht. Ich sage nur so viel, gran-di-os.

Da werden wilde Abweichungen vom Originalthema genommen, die aber allesamt amuesieren: Die immergleiche Automobilwerbung, in der einfach nur “Autos von Aschloch nach Bschloch fahren”, oder die Praxis der Auftragsvergabe in der Kreativwirtschaft — Freitags Mappen von 12 Fotografen anfordern, und Montags liegen sie alle im Postfach, “300 Mark teuer und 50 Kilo schwer, die muss ja soooo Muckis haben”. Und wenn er erzaehlt, wie er dem Art Director ganz ohne Polaroid gezeigt hat, wie so ein Bildausschnitt aussieht, breche ich jedes Mal vor Lachen beinahe zusammen.

53 Minuten Unterhaltung also, die bei aller Polemik (”die alte Sau!”) und blumiger Sprache mehr als nur ein Fuenkchen Wahrheit enthalten — der Fotograf ist heute zumindest in der Werbung und teils auch im Editorial meistens nur noch Werkzeug, der das abzubilden hat, was der AD fuer toll haelt. Und im Zweifelsfall nimmt man heute eben Photoshop (”Hatten wir frueher nicht! Pappedeckelshop vielleicht”!)

Von seinem (aehnlich tobenden) Vortrag von der Typo 2008 gibt es leider keine Videoaufzeichnung, aber einen kleinen Bericht bei Slanted.

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