Die neue Medienwelt

Eigentlich will ich nix zu dem Thema schreiben. Weil ich schon jetzt die Schnauze gestrichen voll habe. Ich habs nicht mal ueber Twitter erfahren, sondern per Instant Messenger, mittags irgendwann. Kurz die (duerre) Nachrichtenlage verfolgt, mich ueber die hohe Kunst der Berichterstattung im Moment des noch-gar-nix-genaues-wissens ueberall und das Ken-Burns-Standbild-Video speziell bei Spon lustig gemacht. War eben viel zu tun gestern, und ganz ganz ehrlich? Ich hab‘ mit der Aktion nichts am Hut, sie ist fuer mich persoenlich nicht wirklich relevant.
Abgesehen davon vielleicht, dass ich nun Kenntnis von der Existenz der Abteilung „Anlassunabhaengige Internetrecherchen“ des LKA Baden-Wuerttemberg habe, die offenbar in diversen Foren mitlesen und gerne die Daten mutmasslicher Sympathisanten haetten.

Heute mittag hatte ich nun endlich Zeit, und konnte das Thema gar nicht ausblenden — in beinahe allen Feeds wurde kommentiert. Und ich will abschliessend nur sagen, dass mir bei dieser sensationsluesternen Berichterstattung das kalte Kotzen kommt. Nicht mal mehr wegen der reisserischen Aufmachung und diesem ganzen Gedoens, ohne das offenbar seit dem Ende des kalten Krieges kein Hennenfurz mehr auskommt. Und auch nicht wegen der flugs verbreiteten Halbwahrheiten, sobald einer das mal aufgegriffen hat, ohne das irgendjemand weiter recherchieren wuerde. Sondern weil ich langsam den Verdacht habe, dass das eigentlich schon immer so war, und ich erst jetzt durch die Reflektion im Netz mitbekomme, was da abgeht.

Ich freue mich schon auf die in den kommenden Tagen zu erwartende oeffentliche Zurschaustellung des eigenen fehlenden Intellekts diverser Politiker und Leserbriefschreiber.

Achja: Wer doch noch was ueber das Thema lesen will, verfolge den ersten Link des Artikels zu Don Dahlmann, der seinerseits auf viele lesenswerte Kommentare verweist. Ich werde jetzt mal vorsorglich diverse Wikipedia-Artikel fuer den Postversand vorbereiten.

3 Gedanken zu „Die neue Medienwelt

  1. Michi

    Machst du dir vielleicht nicht ein bisschen zu viel Gedanken über die Medienwelt anstatt über den Vorfall an sich?

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  2. stk Beitragsautor

    Am Vorfall kann ich nichts aendern, und ich faende es muessig, jetzt darueber zu spekulieren, ohne auch nur eine Ahnung von den genauen Hintergruenden zu haben. Das tun andere schon zur Genuege.

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  3. Pingback: Ente gut alles schlecht « Journalistenschredder…

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