Weit mehr als 1000 Worte

Bei der New York Times gibt es einen hervorragenden Rueckblick auf acht Jahre Bush — oder besser gesagt, auf die Pressefotos, die waehrend dieser Zeit veroeffentlicht wurden. Errol Morris spricht mit Agenturfotografen und Bildredakteuren von AP, AFP und Reuters und zeigt unter anderem am Beispiel von Bush am Morgen des 11. Septembers in der Grundschule, wie unterschiedlich Fotos von ein und demselben Ereignis ausfallen koennen, und wie unterschiedlich ein- und dasselbe Foto interpretiert werden kann.

So schreibt Jim Bourg (AP) zum Beispiel ueber ein Bild, das anlaesslich eines Bush-Besuchs in Deutschland entstanden war und Bush grimassenschneidend mit einem Baby in den Haenden zeigt:

That is one of my most controversial pictures that I shot myself. And one of my pictures that’s gotten the most attention. Bush supporters and Bush detractors seem to love it almost equally. People who support the president see it as a humorous and endearing moment, and detractors of the president and critics of the president see it as a very negative image. But, once again, it’s one of those moments where it was very quick, it was just an instantaneous reaction to the baby screaming and crying and I was lucky enough to capture the moment and it got very extensive publication overseas.

Was den Artikel fuer mich besonders lesenswert gemacht hat, sind die besonderen Momente, die man kaum in der Presse sah. Bush, dem bei einer Trauerfeier fuer einen im Irak getoeteten Soldaten die Traenen in den Augen stehen. Bush, der nach seiner letzten grossen Ansprache am 15. Januar mit aufgewuehltem Gesichtsausdruck zurueck in den East Room kommt, um sich von allen Mitarbeitern zu verabschieden. Oder kurz: Bush, der trotz aller Kontroversen um ihn und seine Entscheidungen letztenendes auch „nur“ ein Mensch ist.

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