Online-Mob

Nein, es war vielleicht nicht ganz klug, was Thomas Knuewer da mit seiner Kommentarloeschung angestellt hat. Aber die Reaktionen darauf zeigen wieder, wie weit das schnelle und soziale Internet von reflektierter Betrachtung entfernt ist. Wie im Fall Heilmann bleibt kaum Zeit fuer eine reflektierte Betrachtung, stattdessen sind sofortige Reaktionen gefragt: Loeschen. Die Loeschung bemerken. Spekulieren. Reagieren. Kommentieren. Sich lustig machen. Und wenn einer der beiden Protagonisten ein paar Stunden fernab eines Netzzugangs weilt, stroemt die Blogosphaere in die Geruechtekueche.

Ja, es bedarf sicher — endlich — netzaffiner und experimentierfreudiger Nachwuchsjournalisten, die sowohl zu solider Recherche als auch zur passenden Aufbereitung fuer das Netz faehig und auch willens sind. Aber genauso bedarf es wohl auch kuehler Koepfe in der Blogosphaere, die sich nicht von jeder blanken Wade zur Beissattacke verleiten lassen. Haetten ein oder zwei Leute zu Anfang ein paar Mal tief durchgeatmet, haette das alles nicht auf diese Weise verlaufen muessen. Vor allem waere dann die eigentlich spannende Diskussion unter dem Originalartikel nicht unterbrochen worden. Mich interessiert die eigentlich mehr als der Tratsch, wer nun wieder wen zensiert hat.

(Offenlegung: Haessliche Anfeindungen meiner Person durch BECI- oder TU-Kollegen in den Kommentaren werden stehen gelassen. Ich werde dann aber privat gebuehrend darauf reagieren 😉 )

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