Oh Air Canada

akt1::vorbereitung

Flug geht um 1328 Uhr, Bus und Metro brauchen eine Stunde bis O’Hare, also lass uns um 1000 Uhr aufbrechen — Nein nein, 30cm Schnee vorhergesagt, fahren wir um 0800 Uhr los — Pussy — Ja, aberaber — Na gut. 0900 Uhr

akt2::o’hare international airport

Siehste, jetzt isses gerade mal 10Uhr. Pussy. Sind wir in der Schlange richtig? Nein, hier nur fuer US-Wehrmacht. Bildschirme suchen. Flug nach Montreal cancelled. Erster Stock, United. Schlange stehen. Gepaeck zwei Pfund zu schwer. Handtuecher und Hosen ins Carry-On stopfen. Schlange stehen. Schalter. Bitte zu Air Canada gehen, auch wenn wir ein United-Ticket haben. Laessiger Air-Canada-Mensch hackt auf 20 Jahre altem Computer rum und scherzt, stellt uns handgeschriebenen Ersatzflugschein aus. Wir fliegen ueber Ottawa nach Montreal, erster Flug mit United. Einchecken ebenda. Schlange stehen. United-Mitarbeiterin will Air-Canada-Mitarbeitern Gewalt antun, weil diese keine Plaetze auf dem Ersatzflug nach Ottawa gebucht haben. Tickets, Danke. Sicherheitscheck anstellen. „SSSS“ auf dem Ticket: „Selected“. Selected fuer Komplettabtastung. Fotorucksack kontrollieren lassen. Unfreundliche TSA-Mitarbeiter. 1330 ans Gate kommen, Boarding beginnt sofort. Just in Time. Draussen Schneepflugarmada im Einsatz. Schneefraesen spucken im hohen Bogen Pulverschnee zur Seite, auf der Landebahn einszweidreivierfuenf… 15 Schneepfluege. Nein, keine Schneepfluege, Schneemonster. Wie auf der Bundesautobahn. Liftoff.

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akt3:: ottawa

NebelnebelnebelnebelnebelnebelmomentmaldasistjaSchnee. Sind das da unten Lichter? Kein Plan. Schnee. 1650 Eastern Time. Aussteigen. Einreise nach Kanada. Kein Alkohol, keine Zigaretten, ich bin als Tourist hier, Aufenthalt in Hostel in Montreal, mit dem Kerl da drueben, Schoenen Aufenthalt, Danke. Raimar bekommt Spezialbefragung. Gepaeck holen, wieder einchecken, 20 Sekunden lang Flughafen bewundern, wir haben es eilig. Gepaeck abladen, Sicherheitskontrolle. Huch, was ist das denn, freundliche Sicherheitsleute? Fotorucksack bekommt wieder grosse Aufmerksamkeit, Sicherheitsmann haelt Smalltalk ueber Kameragehaeuse, will mein Vorhaengeschloss sehen. Was ist das? Was auch immer Tochterblitzausloeser heisst. Fotorucksackroentgenbild sieht lustig aus. Weiter zum Gate. Wieder Just in Time: 1800 Uhr EST. Wenn wir nicht Air Canada Jazz fliegen wuerden. Sehr geehrte Fluggaeste, wir muessen noch den Vogel aufraeumen. Und Treibstoff enttanken. Und einen Tankwagen auftreiben. Oder einen Enttankwagen. Neue Zeit ca. 1900 EST. Oder auch 1950. Oder auch 2000. Oh Air Canada.

akt 4:: montreal

Reisehoehe erreicht. Raimar macht Laptop an. Sinkflug beginnt. Whut? Ahja, Reisezeit 20 Minuten. Gepaeck holen, 2200 Uhr. Endlich jemand im Hostel erreichen. Rezeption bis 2330 besetzt, mit dem Linienbus bzw. Metro sollen wir besser nicht fahren, Aerobus faehrt uns mit Shuttle fuer 15 CAD bis zum Hostel. 9 Euro? Machen wir. Busfahrer ist Mischung aus verschrobenem Briten und verschrobenem Englaender Franzosen. Vermuten aber stark, dass er heimlich Kanadier ist. Leute hier sind alle freundlich. Ungewohnt.

akt 5:: hostel alexandrie

Hernan oeffnet. Fuelliger, langhaariger, liebenswerter, redseliger Kerl. Bier kaufen geht nur noch sechs Minuten, also los. „Checkin“ dauert halbe Stunde. „Checkin“: Alle Leute vorgestellt bekommen. Hauptsaechlich Australier. Karte von Montreal gezeigt bekommen, mit allen Sachen, die man sehen, erleben, essen sollte. Bei Unklarheiten einfach nochmal nachfragen. Kostenloses WLAN, zwei Gemeinschaftsraeume, kostenlose Waschmaschinen und Trockner, nehmt euch einfach Waschmittel. Wahnsinn. Geld holen, Pizza essen, viel „Bonjour“ und „Merci“ sagen. Poker spielen, Raimar zockt alle ab.

Hostel toll, Montreal toll, Kanada toll.

Ende.

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