Offen und ehrlich

Vor ein paar Jahren, das muesste Anfang 2004 gewesen sein, war Andreas Tischler fuer mich das Mass der Dinge — das war damals einer von ganz wenigen Partyfotografen, die qualitativ gute Bilder hinbekamen. In Ulm hatte bei TU, OP und Konsorten noch kein Mensch eine DSLR, ich wurde damals erst einmal ganz schief angesehen, als ich anfing, mit einer herumzuexperimentieren. Wie sich die Zeiten doch geaendert haben.

Tischler hatte damals auch ein Nightlife-Fotomagazin, mit damals ganz schoen gewagten Werbeformen: Ueber die Bilder waren feste Overlays mit — gekennzeichneten — Anzeigen fuer diverse Biere gelegt. Das war ueberraschenderweise gar nicht mal so aufdringlich, wie es sich anhoert.

Diesen Sommer habe ich mitbekommen, dass die Fotografen eines Marktbegleiters in den Clubs allen Leuten Red-Bull-Dosen schenken, um sie anschliessend mit diesen Dosen zu fotografieren.

Wenn man hinsieht, kann man auch auf Videos eine unerklaerliche Affinitaet zu Red-Bull-Werbefahrzeugen sehen. Kann natuerlich Zufall sein. Warum aber Videomoderatorinnen nicht nur waehrend der Moderation Gummibaerchenlimonade trinken, sondern diese auch staendig in die Kamera halten, erschliesst sich mir nicht so recht:

Und natuerlich bietet es sich an, beim von einem bestimmten Getraenkehersteller gesponsorten „Red Monday“ auch das beworbene Produkt staendig in Szene zu setzen:

Man muss nicht von Haus aus dieselben Massstaebe an ein Nightlifemagazin anlegen, mit denen man eine „serioese“ journalistische Quelle messen wuerde. Bei mir hinterlaesst das trotzdem einen etwas bitteren Nachgeschmack. Aber nicht nach Gummibaerchen.

Ein Gedanke zu „Offen und ehrlich

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