Blick von gaaaanz oben, und Gepaeckabenteuer reloaded

So, mal gerade ein wenig Nachrichten nachholen. Gestern morgen haben wir bei unserer ersten Couchsurfing-Gastgeberin Megan ausgecheckt und haben eine quasi kostenlose Stadtrundfahrt gemacht. Wenn man naemlich mit dem Bus ein paar Meilen ostwaerts Richtung Lake Michigan faehrt, stoesst man auf die CTA Brown Line, ebenfalls eine klassische Chicagoer Hochbahn, die aber die ganze Strecke ueber ueberirdisch in den „Loop“, das eigentliche Stadtzentrum fuehrt.

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Anschliessend haben wir uns endlich auch auf das achthoechste freistehende Gebaeude der Welt, das John Hancock Center getraut. Unsere Lonely Planets empfehlen einem ja, stattdessen in die ein Stockwerk darueber befindliche Bar zu fahren und dort einen Cocktail fuer 8 Dollar zu schluerfen, anstatt die 15 USD fuer die Aussichtsetage auszugeben — halte ich aber fuer eine bescheuerte Idee, denn in der „offiziellen Version“ ist auch noch ein von David Schwimmer gesprochener Audioguide enthalten, den ich persoenlich zum besten mir bekannten Audioguide kuere 😉

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Ein wenig fies sind auch die vielen Anspielungen im Audioguide auf die zig Meilen lange ununterbrochene Kuestenlinie mit Straenden und Spass und Leuten in Badehose und Bikini undsoweiter. Wir waren ja zuvor auch den Strand entlanggelaufen, aber abgesehen von Eisplatten und Schneeverwehungen gabs da leider nichts von alledem zu sehen.

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Auch die Pools auf den umliegenden Hochhausdaechern duerften momentan eher wenig Zuspruch finden ^^

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Interessant sind sowieso die vielen Migranteneinfluesse in Chicago — von Deutschen ueber Skandinavier und Polen bis hin zu den heute dominierenden Mexikanern, deretwegen hier heute quasi alle Schilder auch in Spanisch verfasst sind.

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Anschliessend wurde es etwas stressig. Wir hatten seit dem vorigen Abend vergeblich versucht, unsere naechste Gastgeberin Claire zu erreichen und spielten schon mit dem Gedanken, zur Not in einem der teuren Chicagoer Hostels einzuchecken. Trotzdem wollten wir erst einmal unser Gepaeck bei Megan holen, fuhren also mit der Blue Line wieder zur Addison Street — um dort die morgens offengelassene Treppenhaustuer verschlossen vorzufinden. FUCK! Megan war telefonisch nicht erreichbar, also eine Nachricht hinterlassen und beschlossen, einfach mal auf gut Glueck zu Claire zu fahren. Eigentlich haetten wir da auch nur wieder den 152er-Bus entlang der Addison Street bis zur Red Line nehmen muessen, der fuhr uns aber vor der Nase weg. Bustaktung unbekannt, aber gefuehlte 20 Minuten und daher zu kalt, um in der Kaelte zu warten. Stattdessen also wieder mit der Blue Line bis in die Innenstadt und von dort wieder mit der Red Line bis zu Claire gefahren, die dann auch tatsaechlich kurz vor unserem Eintreffen zurueckrief und meinte, sie sei schon auf dem Weg.

Hereingelassen hat uns dann ihr barfuessiger vietnamesischer Nachbar unbestimmbaren Alters, der uns erst einmal ein Bier in die Hand gedrueckt und Stories ueber seinen vierjaehrigen (waehrenddessen ueberall herumturnenden) Sohn und seine achtzehnjaehrige (leider nicht anwesende) Tochter erzaehlt hat. Der Kleine hat die vermutlich groesste Plueschtiersammlung der Welt, und wird derzeit von seinem Vater daraufhin abgerichtet, ihm auf Kommando eine neuer Bierdose zu holen. Skurril. Zu unserer grossen Erleichterung kam dann auch gegen 2115 Claire und hat uns hereingelassen. Nachdem ich Stein-Schere-Papier gegen Raimar verloren hatte, durfte der Claire dann die Blueten deutscher Musik naeherbringen (als ich zurueckkam lief gerade „Carmen“, und Bushido Feat. Karel Gott waren auch schon am Start) — ich war dann gegen Mitternacht vom Gepaeck holen zurueck, und im Gegensatz zu Raimar bin ich nicht auch schon nach einem Bier eingeschlafen 😀

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Ein Gedanke zu „Blick von gaaaanz oben, und Gepaeckabenteuer reloaded

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