Posts Tagged ‘Feuerwehr’

Prioritaeten setzen

Wednesday, February 3rd, 2010

Wenn wir bei der Feuerwehr alarmiert werden, dann definitionsgemaess eigentlich immer zu einer moeglichst unguenstigen Zeit. Zum Beispiel, wenn man gerade eingeschlafen ist, unter der Dusche steht oder, wie im Falle eines Kollegen neulich, gerade beim Friseur die Blondierung aufgetragen bekommen hat. Da trifft man dann schon einmal auf Leute mit verschiedenfarbigen Socken auf dem Weg in den Einsatz, oder Kollegen, bei denen es unter dem Helm hervordampft, waehrend sich der Rest der hastig ausgespuelten Blondierung in den Innenhelm einarbeitet.

Heute morgen wurden wir zu einer unklaren Lage auf der Autobahn gerufen, und zuerst fiel mir am Maschinisten P. nichts auf. Von rechts gesehen war alles normal, und von links gesehen auch, wenngleich auch etwas struppig. Erst beim Blick von vorne fiel dann auf, dass der Alarm wohl gerade zu der Zeit kam, als erst eine Gesichtshaelfte fein saeuberlich rasiert war ;)

Ueber Katastrophen, die keine sind

Sunday, January 10th, 2010

Daisy kommt mir langsam vor wie Vogelgrippe 2.0. Damals — ja, stimmt, das ist schon wieder ewig her — wurden die Feuerwehren zu jedem toten Vogel alarmiert, damit dieser unter Koerperschutz in Verwahrung genommen und zur weiteren Untersuchung verwahrt werden konnte. Richtig gehoert: Fuer einen beschissenen toten Vogel wurde alarmiert, im Klartext: Man hat die Leute von ihrer regulaeren Arbeit weggepiepst und ist mit einem Einsatzfahrzeug gefahren, um das Vieh aufzusammeln und Flaechendesinfektionsmittel auszubringen. Dafuer hatte jede Feuerwehr im Landkreis extra einen Posten Einwegschutzanzuege, Filtermasken, Handschuhe und Desinfektionsmittel bekommen.

Dass die Filtermasken die falsche (zu niedrige) Schutzstufe hatten, war der kleinste Teil der ganzen Farce. Einer der groesseren war, dass die Tiere gegen Ende der Hysteriewelle einfach nur noch in die Muelltonne kamen. Die Medien fanden’s trotzdem prima.

Wenn es ums Wetter geht, wiederholt sich die ganze Maschine. Wer unbedarfterweise die Warnkarte des DWD ansieht, geraet schnell ins staunen: Die ganze Karte mindestens gelb, wenn nicht sogar orange. Das ist aber schlicht ein Designproblem. Wegen mir koennte, nein sollte, man gelb und orange durch grau und blau ersetzen, denn sie “warnen” eigentlich gar nicht, sondern weisen nur auf Wetter und markantes Wetter hin. “Wetter”. Nicht “Unwetter” — das kommt erst ab rot.

Die Hysterie beginnt aber schon frueher. Man uebersieht geflissentlich, dass Wetterlagen eine lokale Sache sind, bei denen schon wenige Kilometer einen grossen Unterschied machen koennen. Medienunternehmen haben Einzugsgebiete mit zigtausenden Quadratkilometern, da kann man auf solche Unterscheidungen getrost verzichten — mit fatalen Folgen. Oeffentliche Entscheidungstraeger fuehlen sich in solchen Faellen naemlich dazu bemuessigt, oeffentlich zu demonstrieren, dass sie erstens die Lage im Griff und zweitens etwas zu sagen haben. Das BBK fuehlt sich bemuessigt, auf seine Broschuere zur Vorratshaltung hinzuweisen. Die Medien fuehlen sich wiederum bemuessigt, daraus noch weitere Horrormeldungen zu machen, Joerg Kachelmann dazu, ueber den DWD herzuziehen (obwohl er nicht besser war) und schlussendlich passiert, abgesehen von einem ganz normalen Winterwochenende — nichts.

Doch, etwas passiert: Die Bevoelkerung weiss die Meldungen des DWD immer noch nicht richtig zu interpretieren. Erstens, weil die Farben auf der Warnkarte scheisse sind, und zweitens, weil das Ausbleiben eines –wohlgemerkt in der Hauptsache vom Fernsehen, nicht vom DWD heraufbeschworenen — Bundesblizzard neben der Enttaeuschung der bereitstehenden Reporter auch zu einem Glaubwuerdigkeitsverlust gegenueber dem DWD fuehrt. Die Bevoelkerung tut nun die an sich durchaus sinnvolle Vorratshaltungsempfehlung des BBK zu Unrecht als Unsinn ab. Und die Feuerwehr wird wieder alarmiert: Diesmal zu den Autounfaellen, wenn Autofahrer Daisy als Ente abgeschrieben haben und nun von den ganz normalen winterlichen Schneeverwehungen in den Strassengraben getrieben wurden. Ganz normales Programm eben.

Und was lernen wir daraus?

Nichts.

Bis zum naechsten Mal. Bin gespannt, was es dann sein wird.

T2, Technische Hilfeleistung, mittel

Tuesday, December 29th, 2009

Ich hasse Gaffer.

Die Sache mit dem absichtlichen Geisterfahrer auf der BAB7 duerfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Wir wurden dazugerufen, weil zunaechst nicht klar war, auf welcher Fahrspur und in welcher Fahrtrichtung das Ganze passiert ist — die Verwirrung angesichts des Falschfahrers tat wohl ihr uebriges — so dass letztendlich die zustaendigen Feuerwehren aus beiden Fahrtrichtungen an der Einsatzstelle eintrafen, was im Nachhinein angesichts der noetigen Materialschlacht auch kein Fehler war.

Als dann irgendwann herauskam, dass der Unfallverursacher offenbar mit suizidaler Absicht in den Gegenverkehr gefahren war, gab das hochgezogene Augenbrauen bei den Einsatzkraeften. Erst zwei Tage vorher waren wir zu dem gerufen worden, was die Eisenbahner “Fremdberuehrung” nennen und was bei der Feuerwehr — genau wie der Unfall auf der A7 — unter T2, Technische Hilfeleistung, mittel faellt. Zwei Suizide innerhalb von 48 Stunden, die auch dementsprechend aussehen, das nimmt auch erfahrene Einsatzkraefte mit.

Gaffer dagegen scheinen sich zu freuen.

Der gemeine Gaffer horcht auf, wenn er irgendwo Blaulicht sieht. “Da muss was passiert sein, schauen wir mal”. Eigentlich kann ich einem das gar nicht veruebeln, ich war auch mal so. Auch im Einsatz. Man will ja schliesslich sehen, weswegen man eigentlich gerufen wurde. Und irgendwann kommt dann bei vielen so ein Einsatz, nach dem man sich zukuenftig in dieser Hinsicht eher ein wenig zurueckhaelt. Gab’s auch bei mir.

Seither schaue ich mir nur noch an, was ich auch unbedingt sehen muss, um meinen Job zu machen. Wenn man einen konkreten Auftrag hat, ist das sowieso am besten, dann ist ein Patient ein Patient, und man denkt neben der Arbeit nicht viel drueber nach. Wenn man gerade nichts zu tun hat, schaut man sich dann am besten nach einer Arbeit um, und ansonsten ist es kein Fehler, dem Geschehen vorne einfach mal den Ruecken zuzudrehen und Gaffer abzuwimmeln. Bei Bahnsuiziden kommen sie “zufaellig” spazieren, auf der Autobahn sitzen sie in ihren Autos und schauen mit offenen Augen und Muendern durch die Seitenscheibe, anstatt zuegig an der Engstelle vorbeizufahren. Einer hatte heute den Nerv, beinahe bis zum Stillstand abzubremsen und seine Digitalkamera aus dem Fahrerfenster hochzuhalten, um einen Schnappschuss mitzunehmen.

So etwas nervt mich tierisch. Aber die Gefahr, dass mich das irgendwann in den kommenden Tagen am Einschlafen hindert, ist dann doch deutlich geringer, als wenn ich mich umdrehen und dieses Bild auf mich wirken lassen wuerde, dass sich einem bietet. Wenn man in der Situation naemlich gerade nichts zu tun hat — so wie das ist, wenn man wartet, bis der Kriminaldauerdienst seine Arbeit abgeschlossen hat — kommt man ins Gruebeln. Wer das war, warum er das getan hat, und wie das wohl die Angehoerigen aufnehmen? …Nein.

Deswegen gibt es bei schweren Einsaetzen die Witzchen, die fuer einen Aussenstehenden furchtbar brutal klingen muessen. Und deswegen machen wir auch “das” weg, und nicht “den”, ob das Anke Groener und Lars Reineke nun passt oder nicht. Natuerlich sind das Menschen, denen es furchtbar ging, und die voller Verzweiflung den vermeintlich letzten Ausweg waehlten. Wenn ich aber so tue, als seien sie’s nicht, wenn ich mich darueber aergere, warum sie “nicht ein bisschen ruecksichtsvoller sterben konnten”, geht’s wenigstens mir ein wenig besser. Kein Mensch, nur eine T2, Technische Hilfeleistung, mittel.

Ankes “Fresse, Idiotenbande.” leite ich dann gerne an diejenigen weiter, die mir unterstellen, dass ich das doch abkoennen muesse, wenn ich den Job schon mache. Ich kann gerne mit ihnen tauschen. Oder mit den Gaffern.

Nachtrag: Link hinzugefuegt, sonst versteht in einem Jahr keiner mehr, worum es ging.

Wie man einen Vortrag nicht haelt

Tuesday, December 8th, 2009

Wer mich kennt, weiss, dass ich wie ne Dampfmaschine funktioniere: Unter Druck arbeite ich am besten und am liebsten; ist der Druck weg, pfeif ich nur vor mich hin und lunger in der Gegend rum. Bloed wirds, wenn der Druck unvorhergesehen steigt — so geschehen in der vergangenen Woche, weshalb hier auch nichts von mir zu hoeren war. Einerseits war zusammen mit Cookie und Benni eine Literaturkritik fuers Anwendungsfach zu schreiben (der Reportage-Rucksack, der langsam Formen annimmt), andererseits hat mich Marcus so lange genervt, bis ich zugestimmt hatte, einen Vortrag ueber das Urheberrecht zu halten.

Beides zusammen haette ich ja vielleicht sogar noch hinbekommen, wenn nicht dazu noch der Buergermeister meiner Heimatgemeinde nach kurzer, aber schwerer Krankheit gestorben waere. Dass die Sache unheilbar ist und er vermutlich Weihnachten nicht mehr ueberleben wuerde, war schon vorher abzusehen — dass es dann gegen Ende so schnell ging, hatte aber kaum einer gedacht. Fuer uns als Feuerwehr bedeutete das Protokolldienst: Gebaeude auf Halbmast beflaggen, Traueranzeigen der Kommandos und der Foerdervereine, einen Nachruf schreiben, und auch das Begraebnis selbst mit vorbereiten. Zu meinem grossen Unmut gab es als Resultat daraus einige Vereinsvertreter (ich werde weder Namen noch den Verein nennen), die es als “Vordraengen” der gemeindlichen Feuerwehren sahen, dass diese die Totenwache, Spalier und Sargtraeger stellten. Man wuerde diesen Leuten dann ja gerne erklaeren, dass die Feuerwehr eben nicht der Fussballverein (ups), sondern eine gemeindliche Einrichtung ist, die da gerade ihren offiziellen gesetzlichen Dienstherren zu Grabe traegt, aber irgendwie bleibt da immer der Eindruck, dass man das genauso gut sein lassen koennte.

Wie dem auch sei.

Jedenfalls fuehrte das alles dazu, dass ich die letzten acht oder neun Tage nicht mal mehr dazu kam, den Feedreader zu lesen, sondern mir nur noch Passagen in Papers anstrich und Materialien fuer den Vortrag sammelte. Und letztlich lief es darauf hinaus, dass ich eben genau das alles nicht tat, was ich normalerweise vor einem Vortrag zu machen pflege: Ich habe mir nicht den kompletten Text inklusive aller Ueberleitungen vorher schriftlich skizziert, damit er sitzt. Ich hatte nicht spaetestens 24 Stunden vorher alle Unterlagen fertig, so dass ich den Vortrag ein- oder zweimal durchsprechen und unsaubere Passagen ausfeilen konnte (Ja, in der Hinsicht bin ich normalerweise Kontrollfreak). Und ich hatte nicht alle Folien ausgedruckt greifbar, so dass ich das letzte Viertel des Vortrags quasi im Blindflug absolviert habe. Wenn Marcus nicht so viel Werbung gemacht haette, waere das auch einigen Leuten weniger aufgefallen, aber so waren gut 25 Leute im 2203, bei denen ich mich jetzt nochmal fuer die schlechte Vorbereitung entschuldigen muss. Normalerweise sieht das bei mir besser aus ;)

Wie das besser geht, steht unter anderem in Presentation Zen (20 EUR), das ich fuer den Einstieg sehr empfehlen kann, und das meinem aesthetischen Empfinden sehr entspricht: Keine Bullet Points, Folien als Gedankenstuetzen und nicht als Script.

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Und weil ich direkt im Anschluss nach der verwendeten Schriftart und den Piktogrammen gefragt wurde: Der Font ist die freie Fontin Sans von exlijbris, bei denen es auch noch viele weitere schicke freie Schriften gibt (hat schon jemand die Calluna ausprobiert? Die sieht ja auf den ersten Blick extrem sexy aus…). Die Piktogramme kommen aus der Pictorial Communication Language (PICOL), die unter by-sa-Lizenz steht. Schrift und Piktogramme stehen in sehr hellem Grau (irgendwo zwischen 3 und 5%) oder Gelb auf einem grauen Farbverlauf. Mir taugt das sehr gut als Standardvorlage, und das ist auch mal was anderes als das hellgrau-rot-schwarzgrau, zu dem ich sonst oft neige ;)

Lustiges Blaulichtfahren

Friday, July 31st, 2009

Ich bin/habe gestern:

  • mehrere Male mit einem schicken nagelneuen Notarzteinsatzfahrzeug ueber den James-Franck-Ring gebraust
  • dabei zum ersten mal mit einer Haensch-Warnanlage mit LED-Blaulichtbalken herumgespielt (Praedikat: Ohne Presslufthorn ist alles langweilig)
  • beinahe aus besagtem NEF gefallen (nicht fragen)
  • zusammen mit der halben Abteilung Medieninformatik fuer einige verwirrte Gesichter gesorgt

…und alles nur, um eine Diplomarbeit zu verfilmen, die am Ende nicht einmal meine ist. Andy weiss halt, dass ich fuer Bier fast alles mache fuer Freunde einspringe, wenn’s drauf ankommt ;)

Die Diplomarbeit ist aber wirklich interessant. In der Kurzfassung geht es darum, dass moeglichst alle Fahrzeuge ueber IEEE 802.11p miteinander drahtlos kommunizieren, und bevorzugt wegeberechtigte Fahrzeuge — also alles, was sich per Blaulicht und Einsatzhorn Wegerecht verschaffen kann — ueber Funk andere Fahrzeuge warnen, die sich potenziell in ihrem Weg befinden. Das geht von der Warnung vor Kreuzungen ueber automatische Ampelsteuerungen bis zu Ueberholwarnungen oder der Aufforderung, auf der Autobahn eine Rettungsgasse zu bilden.

Das Thema finde ich persoenlich schon rein “berufsbedingt” hochspannend, und wenn es irgendwie geht, werde ich hier im Blog gerne das entstandene Video oder Auszuege aus dem gerade entstehenden Paper praesentieren. Mir sind auch gleich Erweiterungen und andere Anwendungsfaelle eingefallen, die im Feuerwehrkontext haeufiger zu finden sind als beim Rettungsdienst, insbesondere die Verkehrssicherung auf Bundesautobahnen, die ja in erster Linie den Feuerwehren zufaellt. Wer weiss, vielleicht ist in dem Thema ja auch fuer mich irgendwann mal eine Diplomarbeit drin — die letzten 24 Stunden beschaeftigt sich mein Unterbewusstsein jedenfalls staendig mit dem Thema :D

Lustiges Fehlerzaehlen mit der Illertisser Zeitung

Saturday, July 4th, 2009

Die deutschen Feuerwehren (und vermutlich nicht nur die) stehen vor einem Problem. Frueher durfte man mit der alten Fahrerlaubnisklasse III Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen zulaessiger Gesamtmasse (zGm) und zusaetzlich bis zu zwei Anhaenger mit zusammen maximal 11 to Anhaengemasse fahren. Heutzutage gilt die “normale” PKW-Fahrerlaubnisklasse B gerade mal fuer Fahrzeuge bis 3,5 to zGm plus einen Anhaenger mit maximal 750 kg zGm.

Gleichzeitig wurden aber viele Feuerwehrfahrzeuge taktisch aufgewertet. So wurde das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), quasi die eierlegende Wollmilchsau fuer die kleinsten Feuerwehren, vielerorts durch ein TSF-W mit eingebautem Wassertank ersetzt, hinzu kamen Atemschutz und Sondergeraete fuer technische Hilfeleistungen. Die 3,5-Tonnen-Grenze war dabei natuerlich nicht zu halten, viele TSF-W werden heute auf leichten LKW-Fahrgestellen mit bis zu 7,5 to zGm aufgebaut. Fazit: Einerseits werden die Fahrzeuge immer schwerer, andererseits gibt es immer weniger FwDl mit der alten Fahrerlaubnisklasse III oder der neuen Klasse C1, die die Fahrzeuge auch bewegen duerfen.

Auch die IZ hat sich angesichts der geplanten Einfuehrung von Sonderfahrerlaubnissen fuer Feuerwehrdienstleistende mit dem Thema befasst. In der Online-Version des Artikels wurden mittlerweile einige Schnitzer korrigiert, die urspruengliche Printfassung hat aber schon einige Knaller zu bieten:

Und jetzt wird’s ernst: Junge Einsatzkräfte mit dem neuen Klasse C-Führerschein dürfen nicht mehr ans Steuer.

Natuerlich duerfen die. Klasse-C-Fahrer duerfen sogar Fahrzeuge ueber 7,5 to zGm bewegen, nur keine Last- und Sattelzuege (deswegen macht man in der Regel gleich die Klasse CE)

Daher hat der Landesfeuerwehrverband eine Ausnahmeregelung beantragt: 3,5 Tonnen plus 0,75 Tonnen-Anhänger.

Das waere ja eine tolle Ausnahmegenehmigung: Alles bleibt, wie es in der Klasse B ist. Oehmja.

[...] eine Ausbildung mit Prüfung für den erforderlichen Führerschein C1 — bis 3,5 Tonnen mit Anhänger [...]

Moep. C1 sind KFZ bis 7,5 to zGm plus Anhaenger. Online steht nun, dass das frueher der (PKW-)Fuehrerschein der Klasse III gewesen sei, was auch nicht stimmt.

Der Führerschein C 1-Feuerwehr soll nach zwei Jahren zum vollwertigen Führerschein bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht — also wie beim alten Klasse 3-Schein, umgeschrieben werden können

Nein. Umgeschrieben werden soll zum ganz normalen C1-Schein. Klasse III ist eine andere Baustelle mit viel mehr Moeglichkeiten gewesen — viele C1-Fahrer duerften sich wuenschen, tatsaechlich FS-Klasse III zu besitzen.

Vielleicht habe ich den ganzen Fahrerlaubnisklassenkack einfach schon zu oft gehoert, um das so zu sehen, aber wie zur Hoelle kann man eigentlich bei fuenf Nennungen der Erlaubnisklassen und zGm viermal totalen Bockmist schreiben und alles wild durcheinanderwerfen? Zumal man das mit zwei Klicks auf Wikipedia oder im Zweifelsfall beim Verkehrsministerium recherchieren kann?

Das ist halt die Besonderheit von Qualitaetsmedien ;)

Stell dir vor, es ist SoNaFe, und keiner hat Strom

Monday, June 29th, 2009

Das internationale SommerNachtsFest kurz vor dem Sommerlernendspurt ist die groesste Party, die auf dem Gelaende der Uni Ulm stattfindet. Waehrend die anderen Parties im Herbst und Fruehling zwangslaeufig im Forum O25 stattfinden muessen (BECI, O27, Physikumsparty, Viva la Wima, FeBo,..), war das SoNaFe bisher immer die einzige Outdoor-Uniparty im Innenhof der Zahnklinik. Wegen Umbauten ging das aber nicht, also beschloss man in diesem Jahr kurzerhand, die Party in den riesigen Innenhof zwischen den Gebaeuden 45 und 47 der Uni West zu verlegen. Nur mal so als Vergleich per Luftbild: Alt (die zwei umschlossenen Innenhoefe) und neu (der gesamte GROSSE Innenhof). Oder, um es kurz zu sagen, dieses SoNaFe war das groesste SoNaFe aller Zeiten. Und vermutlich auch das kritischste :)

laaaaaange Schlange schon frueh abends

laaaaaange Schlange schon frueh abends

Die ganze Woche vor dem Fest hatte es geregnet, und selbst am Mittag goss es noch einmal wie aus Kuebeln. Ich hatte mit der Organisation nichts am Hut und war auch ganz froh darueber, als nachmittags ganze Sturzbaeche den James-Franck-Ring heruntergurgelten. Die gesamten Rasenflaechen im Westen scheinen aber wunderbare Drainagen zu haben, denn nur eine Stunde spaeter war nicht nur keine einzige Wolke mehr zu sehen, sondern auch der gesamte Rasen trocken und fest. Erstes merkliches Aufatmen beim Orga-Team, das schon seit dem Vorabend mit dem Aufbau beschaeftigt war, und endlich nicht nur metaphorisch endlich schoenes Wetter sah.

Bis 17 Uhr 45.

(more…)

Wenns mal knallt

Thursday, March 19th, 2009

Ich bin normal kein allzugrosser Freund theoretischer Ausbildung im Feuerwehrdienst — allzuoft kaut man immer dasselbe Thema durch, vor allem die UVV-Unterweisung rollt mir langsam die Zehennaegel hoch.

db_notfallmanager

Umso netter, dass gestern zwei Notfallmanager der DB Netz im neuen Lehrsaal bei uns waren, um uns die Ablaeufe im Falle eines Bahnunfalls naeherbringen: Von der Alarmmeldung ueber die Gleissperrung bis zur Freigabe fuer die Feuerwehr. Die bei uns vorbeifahrende Illertalbahn ist zwar nur eingleisig und nicht mal elektrifiziert, auf ihr fahren aber dennoch taeglich ueber 70 Zuege verschiedener Verkehrsunternehmen — und da sie schnurgerade laeuft, ist sie eine der wenigen deutschen Dieselstrecken, auf denen Tempo 140 gefahren werden darf.

Leider ging’s bei dem gestrigen Vortrag hauptsaechlich um die Alarmierungskette und die Zusammenarbeit DB Netz/Feuerwehr, auf die Zugangspunkte fuer die vielen verschiedenen auf der Strecke fahrenden Triebwagen sind wir gar nicht gross eingegangen (“da bekommen Sie einen Stapel Merkblaetter von uns”). Richtig interessant wird’s dann aber demnaechst beim praktischen Teil werden, wenn der Havariezug nach Memmingen kommt, und wir mit allen moeglichen Kesselwagen fuer Gefahrgut “spielen” duerfen :D

Wir bauen uns ein Cabrio

Thursday, March 12th, 2009

Jetzt endlich die Aufloesung, warum ich da neulich im Kampfanzug im BECI stand: Wegen der BK-Sitzung konnte ich nicht wie sonst ueblich schon Mittwochmittag nach Altenstadt fahren, sondern musste Schutzanzug und Auto mit nach Ulm nehmen, um abends rechtzeitig bei der Uebung zu sein.

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Spielereien mit einem neuen Rettungssatz sind natuerlich was tolles: Mehr Power als frueher, mehr Flexibilitaet, mehr Moeglichkeiten.

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Wir freuen uns ueber die Abwrackpraemie.

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Zu guter Letzt noch ein “Kaum zu glauben”-Bild: Kaum zu glauben, aber der Lenker dieses Fahrzeugs hat sein Auto nach dem Unfall selbstaendig verlassen und einen Notruf abgesetzt. Glueck muss man haben.

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Alle Jahre wieder

Monday, February 16th, 2009

…ist in Altenstadt Faschingsumzug, der sich stets durch seltsame Organisation und in den letzten Jahren immer noch heftigeren Sicherheitsmassnahmen auszeichnet. Letztes Jahr war die Landespolizei mit einer Hundertschaft samt Gefangenensammelstelle vor Ort, was dann vielleicht doch etwas uebertrieben war. Dieses Jahr hat die LaPo dann quasi als Ausgleich so gut wie gar nichts von sich hoeren lassen, was auch eigentlich gar nicht noetig war, denn so friedlich wie gestern war’s lange schon nicht mehr.

Um’s quasi zu twittern:

  • Zusammenarbeit mit der BPol ist kollegial und spassig. Wir wundern uns gemeinsam ueber Buerokratie: Die Kollegen kommen aus Augsburg und Nuernberg zu uns. In Ulm gibts auch eine BPol, aber in der “falschen” Zustaendigkeit.
  • Die LaPo ordnet eine Strassensperrung mit Bauzaeunen an, an die sich alle(!) halten sollen. Vergisst aber dann offenbar, das an die BPol und die eigenen Kollegen weiterzugeben
  • Grosse Schwestern von fuenfzehnjaehrigen Maedchen unter Alkoholeinfluss werden renitent, wenn man vorschlaegt, das Maedel von den Eltern abholen zu lassen.
  • Vorbesprechung: “Wir haben zwei verschiedene verkehrsrechtliche Anordnungen, die sich inhaltlich widersprechen. Ich bin darueber aber nicht ueberrascht.”
  • Auf Funk: “Bei den Wagenfahrern weiss keiner nicht von der Herausloesung am Bahnuebergang Bescheid, die Sicherheitsfirma ist nicht in Sicht, und der BPol hat auch keiner Bescheid gesagt. Also gleiche Situation wie jedes Jahr.”
  • FW-Einheit (hochdeutsch): “Wir brauchen mal den Rettungsdienst zu [Gaststaette], da hat sich einer verletzt”.
    FW-Einsatzbetreuung: “Verstanden. Frage: welche Art von Verletzung liegt denn vor?”
    FW-Einheit (schwaebisch): “Oehm… der isch voll mit der Fresse auf da Randstoi gfloga”
  • “Zur Information, die hilflose Person moechte nicht behandelt werden und droht der Polizei mit Schlaegen. Wir beobachten das mal weiter.”
  • Schuetzenhilfe durch die BPol bei laufendem THL-Einsatz am Bahnhof: “Ja, CO2 ist furchtbar boese, Sie bleiben jetzt aber trotzdem von dem Feuerwehrfahrzeug weg und werden das nicht abzustellen versuchen!”
  • “Die [Organisatoren] meinen wohl immer, dass das schon einfach so von selber laeuft, ohne dass sie solche Details klaeren muessen, weil das ja schon immer so gelaufen sei. Was ja auch stimmt: Das lief in der Hinsicht schon immer vollkommen chaotisch”