Posts Tagged ‘diretto’

tadamm-tamm-tadamm!

Thursday, February 4th, 2010

Das Ding ist das Head-Mounted Display eines Wearable Computers von Xybernaut, der in der Rumpelkammer der Medieninformatik an der uulm sein Dasein fristet. Wir hatten gehofft, ihn irgendwie an einen normalen Rechner adaptieren zu koennen — die Anschlussstecker sind aber proprietaer, Dokumentation dazu war nicht zu finden, und eigentlich sollte das Display auch zum Traeger zeigen, und nicht von ihm weg.

So wird das Teil wohl weiter im Regal liegen, als Zeuge einer Zeit, in der man dachte, dass die Leute irgendwann tatsaechlich alle mal mit seltsamen Visoren vor dem Auge herumlaufen wuerden.

Mir faellt dazu immer nur eins ein: tadamm-tamm-tadamm!

Krisensichere Aufklaerung

Monday, January 18th, 2010

Und noch einmal so ein Aha-Erlebnis: Freiwillige des Openstreetmap-Projekts haben sich quasi ueber nacht des bislang kaum kartographierten Haiti angenommen und in den vergangenen Tagen in fuenf-Minuten-Intervallen neue Datensaetze bereitgestellt — auch fuer Garmin-Navigationsgeraete, die damit sogar den Weg von A nach B berechnen koennen. Und auch das zu diretto verwandte Ushahidi stellt eine eigene Seite bereit, um Ereignisse verorten zu koennen.

Ushahidi hatte Benni in den letzten Wochen schon schlaflose Naechte bereitet. Bislang war das vollkommen ausserhalb unseres Radars gewesen, seit einigen Wochen taucht es aber immer wieder in irgendwelchen Features auf und war nun auch wieder im Blickpunkt u.a. von Netzpolitik. Der Fokus liegt bei Ushahidi aber immer noch auf Textnachrichten, die hauptsaechlich per SMS abgesetzt werden sollen — mit dem Nebeneffekt, dass man groesstenteils von funktionierenden GSM-Netzwerken abhaengig ist, die auf Haiti natuerlich erst einmal ausgefallen waren. Trotzdem einmal interessant, so etwas in Action zu sehen, vor allem in diesem riesigen Massstab, dem gegenueber das — momentan fuer raeumlich deutlich eingeschraenkterere Lagen gedachte — diretto recht winzig aussieht. Es wird auch sicher interessant werden, das Konzept des ausgelagerten Stabes einmal im KatSchutz-Szenario umzusetzen, beispielsweise bei einer Waldbranduebung mit “echten” Kraeften vor Ort.

Wir konzentrieren uns derweil erst einmal auf den Ansatz, unseren Uplink Devices ihr eigenes Netz mitzugeben, egal ob das nun ueber WLAN, TETRA oder WiMAX umgesetzt wird. Wie Simon Columbus naemlich ganz richtig erkennt: So ueberwaeltigend der Einsatz der ueber das Netz organisierten Spender und freiwilligen Helfer ist, so verfrueht sind die Jubelrufe, die hier das “soziale” Netz in den Himmel loben. Letztendlich braucht es immer noch Einsatzkraefte vor Ort, die die zu verarbeitenden Daten sammeln, um eventuell spaeter von einer community-aufgewerteten Fassung profitieren zu koennen. Schauen wir mal, dass wir ihnen ein geeignetes Werkzeug bauen ;)

diretto — Technische Details

Wednesday, January 13th, 2010

Da in den Kommentaren schon spekuliert wurde, ein paar Punkte zur diretto-Implementierung, wie wir sie uns derzeit vorstellen:

  • Ein Netbook als Basis fuer das uplink device war auch bei uns die erste Idee. Mittlerweile halten auch die Akkus lang genug, wie wir uns das denken, und natuerlich ist auch gleich ein Bildschirm und eine Tastatur dabei, so dass man auf dem Ding auch mobil direkt am System arbeiten koennte.
    Den Bildschirm muesste man dann aber wieder besonders vor Umwelteinfluessen schuetzen, und beim Wasserschutz steht man ziemlich schnell vor dem Problem, dass man nicht weiss, wohin man mit der Abwaerme soll. Im Idealfall koennte man einen Nettop passiv ueber das Schutzgehaeuse kuehlen. Da muss ich mir aber noch Gedanken machen.
  • Das uplink device soll, wie Flo erkannt hat, regelmaessig seine Position mitloggen. Das ist auch dann interessant, wenn der Rucksacktraeger eine Videokamera verwendet und der Fotograf ein wenig abgesetzt operiert — hinterher kann man so Videobild und Standort synchronisieren, was ja sonst nicht ginge.
  • Benjamin hatte die Tage auch einen netten Einfall, wie man auch mit einem Nettop HCI ueber akustisches Feedback per Headset hinaus machen koennte. Da verrate ich aber noch nix, das muss erst getestet werden, bevor wir Sachen versprechen koennen.

Das Sendestudio, nicht nur im Rucksack

Thursday, January 7th, 2010

Bevor jemand meint, die Idee des direkt uebertragenden Fotografensystems sei bereits wieder gestorben: Ist sie nicht. Wir sind nur gerade noch nicht so ganz sicher, welchen Weg wir einschlagen sollen.

Auf der Zugfahrt nach Koeln und zurueck hatte ich neben der Korrektur von Uebungsaufgaben auch Zeit dafuer, mir die Aufzeichnungen einiger 26C3-Vortraege anzusehen, unter anderem die Nachbereitung der “Ereignisse des 12.9.”, und mir gefiel, was ich da sah. Also natuerlich nicht, nochmal aus unzaehligen Blickwinkeln Polizeigewalt zu sehen, sondern dass die Idee eines direkt uebertragenden Dokumentationssystems gut zu sein scheint. Neben dem FSA-Vortrag klang fuer mich auch im Street-Photography-Vortrag des dpd-Fotografen und dem spassig-peinlichen Unbild-Projektvortrag der Wunsch mit, manchmal auch mal direkt alle Fotos in Sicherheit zu bekommen, ohne eine Beschlagnahme befuerchten zu muessen.

Mit diesen Erkenntnisen begann aber noch einmal das Gruebeln, denn auch bei einem Feuerwehreinsatz neulich fielen mir einige Punkte auf, die ich vorher nicht bedacht hatte, und die die Umsetzung nicht einfacher machen werden:

  • Es ist sehr schwierig, zeitliche und raeumliche Ablaeufe im Nachhinein zu rekonstruieren, wenn nicht sofort mitprotokolliert wird, besonders wenn neue Ereignisse dazukommen, die der Aufmerksamkeit beduerfen.
  • Schriftliche Dokumentation erfordert die volle Aufmerksamkeit und nimmt Zeit in Anspruch.
  • Muendliche Dokumentation funktioniert relativ gut, wenn (mit Zeitcode) mitgeschnitten wird oder die Einsatzbegleitung (der Feuerwehr) die Meldungen mit Zeitstempel sofort ins Einsatztagebuch transkribiert.
  • Ich hatte den Eindruck, dass insbesondere bei der FSA-Aufarbeitung die Videoaufzeichnungen deutlich wertvoller waren, um schnelle Handlungsabfolgen nachvollziehen zu koennen. Bei Fotos waeren hier Serienbilder notwendig, um die Abfolge erkennen zu koennen.
  • Wenn ich Andy Mueller-Maguhn richtig verstanden habe, waren auch die Audiospuren der Filmaufzeichnungen im Nachhinein relativ wertvoll. Hier war man aber offenbar vielfach verleitet, auf die Audiospur die eigene Interpretation der Handlungen aufzusprechen, die mangels Ueberblick ueber die Gesamtsituation quasi immer vorurteilsbehaftet ist.

Da das Ganze nun als diretto im Rahmen unseres Anwendungsfaches umgesetzt werden soll, muessen wir uns jetzt anhand dieser Bedingungen erst einmal gut ueberlegen, was unsere Implementation am Ende koennen soll. Was ich mir so ueberlegt habe:

  • Zeitsynchronisierung, um auf jeden Fall immer korrekte Zeitstempel in allen Medien zu haben
  • Uebertragung beliebiger (vorerst einmal nicht gestreamter) Medien, was die Bandbreite hergibt, an ein Lagezentrum oder externe Speicher (Text, Bild), samt Metainformationen (Ort, Zeit, Ausrichtung, Prioritaet)
  • eventuell auch das Setzen von Cue-Punkten (Kamera ein, Kamera aus)
  • Vorausschauende Unterstuetzung von Smartphones, ohne momentan sonderlich viel Zeit darauf zu verwenden, da die Kameras immer noch zu schlecht sind und die Uebertragungsmoeglichkeit per MMS oder UMTS unkritisch ist
  • Spaetere Verfeinerung von Medien, bei denen Aufnahmeort und -Zeit nicht ganz sicher sind (vor Ereignis X, nach Ereignis Y)
  • Verschlagwortung der einzelnen Medien

…und letztendlich stellt sich nun auch die Frage, in welche Richtung das Ganze gehen soll. Meine urspruengliche Idee drehte sich ja nur darum, die Daten sicher zu verteilen, entweder per Ad-hoc-WLAN-Meshrouting oder per UMTS — der jetzige Entwurf laesst das konkrete Endgeraet aber erst einmal links liegen und fokussiert sich hauptsaechlich auf die Datenhaltung, um sowohl live als auch in der Nachbereitung Zusammenhaenge feststellen zu koennen.Benni haengt sich nun schon seit Wochen voll rein, um gerade dieses System hinzubekommen und ruft mich auch schon einmal Mitternachts an, weil er fuerchtet, gescoopt worden zu sein — und ich versteife mich dann wieder auf Detailfragen und Ideen, wie das Rucksackgeraet nun aussehen koennte.

Am Montag muessen wir den Projektvorschlag einreichen — mal sehen, was es im Endeffekt wird ;)

Ich liebe…

Saturday, January 2nd, 2010

…Bahnfahren. Vor allem im Vergleich zu Flugreisen. Keine Sicherheitskontrollen, keine Abtastung, keine Metalldetektoren, keine Boarding Time. Stattdessen: Noch schnell eine Cola kaufen, gemuetlich zum Bahnhof schlendern und fuenf Minuten vor Abfahrt am Gleis stehen. Rein und los.

…die mittlerweile eingetroffenen Ferrero-Freifahrten. Zu zweit mit nem Dauer-Spezial in 3,5 Stunden nach Koeln brettern. Wir haben uns noch ueberlegt, ob wir so dekadent sein sollen, erste Klasse zu buchen, aber da gab’s nix guenstiges mehr. Wird aber sicher noch nachgeholt werden

…den Umstand, dass man ueberall Exil-Ulmer kennt. Silvester feiern in der coolsten Doppel-WG, die Koeln zu bieten hat, plus Nachprogramm bis morgen, dann Verwandschaft in RLP besuchen, und dann geht’s nach Hause. Tino ist die beste.

…2009. Mit dem Aufenthalt im Kerschensteiner, der rp09, dem Nijmegen 4dagse, einem kleinen Ausflug in Wahlkaempfe (der ein wenig umfangreicher wurde), der Freiheit statt Angst und der 37,5. KIF. Und tausend anderen kleinen Sachen, die 2009 toll machten.

…2010. Mit RTMI, diretto, der neuen Killer-Videoschnittmaschine fuer Team-Ulm. Unter anderem. Plus vieler Sachen, die noch nicht abzusehen sind, und 2010 bestimmt noch toller machen.

Los gehts.