Archiv für die Kategorie ‘Fotokram’

In der Uni-Unterwelt

Sonntag, 21. Februar 2010

Die uulm ist streng logisch aufgebaut: Gebaeudekreuze mit je einem “Festpunkt” pro Planquadrat, in Ost-West-Richtung aufsteigend numeriert und in Nord-Sued-Richtung mit aufsteigenden Buchstaben bezeichnet. Wer von N25 nach O27 will, muss also ein Planquadrat nach Sueden und zwei nach Osten (oder aber eins nach Osten, eins nach Sueden und noch eins nach Osten). Wenn man die Uni an den Haupteingaengen betritt, befindet man sich auf Niveau 2, quasi dem “Erdgeschoss” — eins tiefer, auf Niveau 1, befindet sich beispielsweise das BECI-Buero, der Hochschulsport oder der Anlagenraum.

Wer sich normalerweise nur auf Niveau 2 bewegt, verirrt sich die ersten paar Male vermutlich auf Niveau 1. Gerade fuer die Erstis mutet das teilweise wie ein verwinkelter Keller an, nachdem grosse Teile nur indirekt mit Tageslicht versorgt werden.

Was aber viele nicht wissen: Es geht noch tiefer. Niveau 0 ist der “sagenumwobene” Versorgungsteil der Universitaet, und stellenweise geht es sogar noch weiter in “negative” Niveaus. Dort finden sich riesige Lueftungsturbinen, die durch noch riesigere Luftfilter Frischluft ansaugen, um sie anschliessend durch Schachtsysteme bis in die obersten Stockwerke zu pusten. In endlos lang wirkenden Versorgungsschaechten kann man an Fernwaermeleitungen entlang vom Suedeingang der Uni bis zur technischen Versorgungszentrale laufen — bestimmt 500 Meter weit, spaerlich beleuchtet und eng. Von dort aus sollen mittlerweile aufgelassene Versorgungswege bis zu den Unterkuenften und der Waescherei des Bundeswehrkrankenhauses fuehren, und andere Tunnel verlaufen bis zu Daimler.

betten

Vor mittlerweile gut fuenf Jahren hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, diese Unterwelt zu erkunden, und ich konnte es mir natuerlich nicht nehmen lassen, die Kamera mitzunehmen. Auf den Cisco-Switches der Klinik musste eine neue Firmware installiert werden, und so zogen wir ab 2100 Uhr los, um die in teilweise abstrus wirkenden Ecken abgestellten 19″-Regale zu suchen.

Unter der Klinik

Teilweise kam ich mir wie in einer Mischung aus Akte-X-Folge und Half-Life vor: Menschenleere Gaenge, nur ein einziges Mal kam ein anderer Mitarbeiter auf einem Fahrrad vorbeigeradelt. Hinter einer massiven Stahltuer der naechste leere, schnurgerade Gang, in dem auf Knopfdruck eine endlos scheinende Reihe von Leuchtstoffroehren losflackerte. Und zwischendrin die breiten Versorgungswege mit Schienen an der Decke, an denen entlang immer wieder einmal einer der staehlernen Kaesten entlangtransportiert wurde, in denen das Essen der Klinik angeliefert und regeneriert wird.

awt

Das war sowieso so eine Sache fuer sich: Den Schienenweg durfte man ja eigentlich gar nicht betreten, jedenfalls stand das ueberall auf Tafeln. Wenn man aber nun trotzdem in diesem Gang entlanglief und einem so ein “Transportzug” begegnete, fuhr der bis auf etwa 10 Meter an einen heran und bremste dann. Solange ich im Weg der Kiste stand, um mir die Aufhaengung anzusehen, wartete sie, und ich bin versucht, hier “geduldig” zu schreiben — sobald ich den Weg freimachte, fuhr sie langsam wieder an, um dann irgendwo ein paar Meter nach mir in einen anderen Schacht abzubiegen.

bahnhof

Ein Gebaeudekreuz weiter gab es dann einen ganzen Bahnhof zu bestaunen, in dem die leeren Aufhaengungen ein- und wieder ausfuhren, durch verschiebbare Schienensegmente immer an die richtige Stelle gebracht.

bahnhof2

Die Bilder sind leider allesamt von damals, Dezember 2004 — ich hatte nie die Gelegenheit, neue zu machen. Dabei gaebe es so viel zu zeigen, angefangen von einem riesigen Sandkastenplan der kompletten Stadt Ulm ueber ostdeutsche Ampelmaennchenampeln bis hin zu den Lueftungsanlagen… Mal schauen, vielleicht ergibt sich ja irgendwann mal die Gelegenheit, eine Fotodokumentation anzufertigen. Und dann soll sich auch mal keiner mehr beschweren, dass man sich auf Niveau 1 so einfach verlaufen koenne ;)

So einfach ist das

Freitag, 06. November 2009

Der @ubermarkus ist menschenscheu und traut sich nicht fotografiert zu werden, wenn viele Leute aussenrum stehen. Er will aber unbedingt ein neues Profilbild. Also schleppt man ihn einfach in die Neue Mitte und fotografiert ihn, waehrend tausend Passanten aussen herumlaufen. An geeigneter Stelle muss man ihn dafuer einfach nur mit seinem iPhone ablenken, oder ihn mit einer Taschenlampe blenden.

ze_ubermarkus_

So einfach ist das.

Fotografen sind die letzten Loser

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Was habe ich eben gelacht. Beim Backup-ziehen ist mir der Vortrag von Dietmar Henneka auf der Typo Berlin 1999 in die Haende gefallen, und ich musste mir gleich noch einmal ansehen, wie Henneka ohne ersichtlichen roten Faden, aber mit ebensoviel Wut wie Verve ueber Art Directors, die deutsche Fotografenlandschaft, die deutsche Werbelandschaft und sich selber zu Felde zieht. Ich sage nur so viel, gran-di-os.

Da werden wilde Abweichungen vom Originalthema genommen, die aber allesamt amuesieren: Die immergleiche Automobilwerbung, in der einfach nur “Autos von Aschloch nach Bschloch fahren”, oder die Praxis der Auftragsvergabe in der Kreativwirtschaft — Freitags Mappen von 12 Fotografen anfordern, und Montags liegen sie alle im Postfach, “300 Mark teuer und 50 Kilo schwer, die muss ja soooo Muckis haben”. Und wenn er erzaehlt, wie er dem Art Director ganz ohne Polaroid gezeigt hat, wie so ein Bildausschnitt aussieht, breche ich jedes Mal vor Lachen beinahe zusammen.

53 Minuten Unterhaltung also, die bei aller Polemik (”die alte Sau!”) und blumiger Sprache mehr als nur ein Fuenkchen Wahrheit enthalten — der Fotograf ist heute zumindest in der Werbung und teils auch im Editorial meistens nur noch Werkzeug, der das abzubilden hat, was der AD fuer toll haelt. Und im Zweifelsfall nimmt man heute eben Photoshop (”Hatten wir frueher nicht! Pappedeckelshop vielleicht”!)

Von seinem (aehnlich tobenden) Vortrag von der Typo 2008 gibt es leider keine Videoaufzeichnung, aber einen kleinen Bericht bei Slanted.

Open-Air-Muenster-Kino-Glasmobil (eine Foto-Lovestory)

Donnerstag, 24. September 2009

Prosa: Toll war das. Es war auch absolut die richtige Entscheidung, das Glaeserne Mobil schon am Mittwochabend auf dem Muensterplatz aufzubauen und die Nacht hindurch zu bewohnen. Die (ganz schoen grosse!) Leinwand zog viele Passanten heran, die auch ausgiebig beflyert und informiert wurden, und eigentlich fehlte nur noch “Big Buck Bunny” fuer das Open-Air-Kinofeeling.

Auch am Donnerstagmorgen gab es erstaunlich viele interessante Diskussionen mit Passanten, vor allem wieder mit aelteren Leuten, die sich verdammt gut mit dem Wahlrecht auskannten.

Ganz ganz viele Bilder nach dem Sprung.

praktische arbeit

praktische arbeit. die geissel der informatikerkaste.

(keine verletzte)

Du bist Pirat!

Ja, in Ulm hat man’s gern auch mal ein bissel groesser. Sah gut aus. Sehr gut.

Open-Air-Kinofeeling

links grosse rueckpro-leinwand mit dicken Lautsprechern, mittig Infotisch, rechts Mobil. Immer wieder groessere Zuschauertrauben vor dem Bildschirm, manche zogen sich auch die Stuehle auf dem Muensterplatz dafuer zusammen. Fragte mich nur immer wieder, ob alle verstanden haben, dass “Rette deine Freiheit” eine bittere Satire ist. Und bin wieder entsetzt, wieviele Piratenspots einfach nur “Alle sind boese, Staat ist boese, Totalueberwachung, WAH!!111eins” als Aussage haben. Finde ich daemlich.

Mediale Aufmerksamkeit

Journalistin von der SWP probesitzt, interviewt und journalistet im Mobil. Fotograf war auch da, war glaub der Koenneke. (kann mir keine Namen merken, manchmal jedenfalls)

Koenneke (oder so aehnlich) hatte zweiten Blitz mit Pocket Wizards dabei, und ich war leicht enttaeuscht, dass ich meine PWs gerade verliehen habe. Damit dazwischenzufunken ist gleichzeitig extrem kindisch und extrem lustig, finde ich.

Stilleben

Habe dieses Stillleben “Claus, Journalistin und ein ganz schoen grosser Haufen Kondome genannt”

(fand sie jetzt nicht so lustig)

Kinosetup, Ghettostyle

Sieht Ghetto aus, funktioniert aber. Wenn man uebrigens Beamer, Verstaerker, Boxen, PAR-Kannen, CNC-Fraesen, Schablonen, Kundenstopper oder Zeitmaschinen braucht, ist man bei Roland prinzipiell an einer guten Adresse.

optischer Weckruf

Bei uns weckt Wolfgang noch persoenlich. Da stehen alle auch gleich gerne auf. (Ausser Wolfgang.)

Handheld Lichtkanone

Oben zu sehen: Die handgehaltene Diaprojektionskanone. Von Roland. Klar.

piratify your stadthaus

energija

Es kostet 170 EUR, um diesen beschissenen Tank aus dem Boden kurbeln zu lassen. Der Techniker meinte nebenbei, dass er darauf auch keinen Bock habe und das ein ganz normaler Sechskant sei. Gut zu wissen.

Hurra! Wandertag!

Ganze Horden von Schulklassen fielen ein. Wandertag. Wurde kurzerhand zum Piraten-Aufkleber-und-Buttons-Abgreiftag umfirmiert.

Regio TV

Regio TV. Hinter diesem Namen verbirgt sich urbanes Grossstadtlebensgefuehl.

Lokalfernsehstation mit epischen Zuschauerzahlen filmiert

Heute abend werden droelf Millionen begeisterter lokaler Fernsehzuschauer gebannt zusehen koennen, wie Piratenflaggen wehen, das glaeserne Mobil bewohnt und kein einziger Pirat interviewt wird. Der Emmy ist schon so gut wie sicher, ueber die Fortsetzung wird verhandelt.

Klarmachen zur Abfahrt

“Wann muesstest du eigentlich losfahren?” — “Vor ner halben Stunde” — “Ah.”

Und tschuess

Auf nach Augsburg. Anschliessend noch nette Unterhaltungen am SPD-Stand mit wahlkaempfenden Ex-Kollegen-Jusos, einer wirklich netten Stadtraetin (Frau Schanz glaube ich) und Hilde Mattheis gefuehrt. Und jetzt bin ich kaputt.

(Ende.)

(PS: Wurden vom Fahrer fuer gute Orga gelobt. Wegen Uebernachtzurschaustellung und Planung und so. Und weil Ulm so viele Kneipen hat und nen “Dom”. Tja. Ulm <3)

Kleiner Linktipp

Dienstag, 26. Mai 2009

Fotoseiten machen ja immer so eine Art Lebenszyklus durch: Zuerst ist dort nur eine Handvoll “Eingeweihter”, man sieht geniale Sachen und lernt sehr viel. Das spricht sich irgendwann herum, und es kommen langsam immer mehr Interessierte, die ebenfalls dieses Wissen aufsaugen wollen. Und dann kommen die Deutschen. Oder so aehnlich.

Jedenfalls laeuft es irgendwann darauf hinaus, dass sich viele nur noch ueber die Technik unterhalten, welches Objektiv mit welchem Blitz zusammen am besten funktionieren, etc. pp. Das muessen nicht zwingend Deutsche sein, aber spaetestens seit der Fotocommunity und der Modelkartei hab ich da so ein paar Vorurteile ;)

So, um zum Punkt zu kommen: Strobist erging das ja leider aehnlich. Ich hab’s irgendwann im Mai 2006 entdeckt, viel gelernt und kann’s auch heute noch dem Einsteiger empfehlen. Schaut aber bitte nicht unbedingt in das dazugehoerende flickr-Forum — die Gefahr ist gross, irgendwann einen Mega-Shoppingtrip machen zu wollen, weil man der irrigen Ansicht ist, jetzt unbedingt fuenf Portys haben zu muessen.

krolop-gerst

Stattdessen habe ich gerade etwas anderes gefunden, das dem Einsteiger neuen Stoff bietet, wenn er ueber das Strobist Lighting 101 hinaus ist. Ich kannte Krolop-Gerst bis vor ein paar Tagen nicht, das Blog liest sich aber 1. unterhaltsam und ist 2. informativ. Wer sich also ein paar Ideen klauen sich inspirieren lassen moechte, sehe sich doch mal die Setups dort an. Sehr fein, nett erklaert, und unterhaltsam dazu.

(via scew — bitte ebenfalls nicht rumposaunen, die sind noch in der guten Phase des Lebenszyklus ;) )

Schlechte Angewohnheiten

Mittwoch, 20. Mai 2009

Oft, wenn ich irgendwo unterwegs bin, um Bilder zu machen, begegnen sie mir: Die Rapid-Fire-Extrem-Fotografen. Sie sind nicht immer sofort zu erkennen — viele von ihnen haben zwar gleich zwei oder drei Kameragehaeuse dabei, und ich glaube auch, eine Affinitaet zu grossem schwerem Glas mit weisser Beschichtung und roten Ringen zu erkennen, aber manchmal haben sie auch Nikon-Gehaeuse und verhalten sich auch sonst nicht so auffaellig wie die vielen klischeehaften Canon-Pornographen.

Spaetestens, wenn sie neben einem stehen, sind sie aber unverkennbar. Waehrend ich mit dem Auge am Sucher warte, vielleicht den Standort wechsle und innerlich ueber den viel zu kleinen Sucher fluche (wie schoen gross doch der Sucher der OM-2n dagegen ist…), gehen sie neben mir in Schussbereitschaft. Jetzt, abdruecken – RATTATTATTATTATTATTATT!

Mindestens dreimal, gerne auch acht- bis zehnmal knallt der Verschluss (wie schoen leise doch der Verschluss der OM-2n oder auch der D30 dagegen ist…), Gehaeusewechsel, andere Brennweite, RATTATTATTATT.

Ich habe mich ja lange gefragt, ob ich was verpasse. Am Ende sitze ich zuhause und habe ein Bild der Situation kurz bevor etwas furchtbar spektakulaeres passiert. Nur will das ja kaum einer sehen. So oder so aehnlich muss sich irgendwie eingeschlichen haben, dass ich nun gelegentlich auch zwei bis vier Bilder in Folge schiesse.

Das Resultat habe ich gerade vor mir: Bilder der Kommunion des juengsten Sohns meiner aeltesten Cousine (oder so aehnlich, bei nunmehr 7 + 4 Cousins und Cousinen verliert man manchmal den Ueberblick). Mehrmals vier Bilder genau derselben Sache, und die Qual der Wahl, welches denn nun das Beste ist. Grad wurscht, eigentlich. Sehen eh alle gleich aus. Und sind gleichermassen fehlbelichtet.

Nee. Das gewoehne ich mir wieder ab.

I can haz trigger

Freitag, 10. April 2009

Eben bei Strobist gesehen: Den ersten selbstgebauten Blitzfunkausloeser, der mich ueberzeugt.

Simpelste Technik (ein Atmega8 mit Minimalansteuerung), und genau die grundlegenden Features, die eigentlich auch der AOSflash haette haben sollen, wenn ihn denn jemand mal fertiggebaut haette. Im Prinzip reicht es naemlich, einen alten Blitz herzunehmen, ihn zu zuenden und nach einer bestimmten Zeit wieder abzuwuergen (zu “quenchen”), um Teilleistungen abgeben zu koennen, und nichts anderes machen die Teile.

Man koennte sich nun noch ueberlegen, von den RFM12-Modulen auf Bluetooth umzusteigen, und die Kennlinien fuer Metz-Blitze zu hinterlegen… schauen wir mal. Ich werde das Projekt mal weiter beobachten ;)

Sehempfehlung

Sonntag, 22. März 2009

In der Fotografie-Gruppe bei Team-Ulm tummelt sich lustigerweise ziemlich genau derselbe Durchschnitt an Leuten wie in den meisten anderen Mainstream-Fotoforen, von den Measurebators ueber die Makro-Gluehbirnen-Streichhoelzer-Fotografen bis zu den ueblichen Verdaechtigen mit den Taurollen am Kai.

Tsvety

Ab und zu trifft man aber auch auf kleine Perlchen. Tsvety nennt sich eine Userin, deren Bilder mir neulich aufgefallen sind, und die mir gut gefallen. Ihre Website ist zwar wie so haeufig flashlastig und schwer bedienbar, zeigt aber zur Abwechslung selbst nackte Frauenkoerper vollkommen klischeefrei. Die meisten notgeilen Fotografen mit ihren freudschen Fahnenmasten auf der Kamera bekommen das ja eher nicht hin.

Darkroom in der UUlm-Mensa

Samstag, 14. Februar 2009

Ich habe keine Ahnung, warum ich mich schon wieder breitschlagen lassen habe, bei einer Absolventenfeier zu fotografieren. Ich bin eigentlich mehr in Sachen Editorial zuhause, da kann ich mich austoben, man hat relativ viel Zeit, kann gegebenenfalls in die Trickkiste greifen und ein oder zwei “Safe Shots” gibt’s immer.

Nicht so bei Absolventenfeiern. Die Absolventen kommen nach vorne, es werden Haende geschuettelt, danach kurzes Posieren, fertig. Insgesamt nicht mehr als 10-15 Sekunden, und das muss dann sitzen. Sonst hat derjenige Absolvent kein Foto von seiner Urkundenueberreichung.

Das waere an sich gar nicht so schlimm, wenn diese Feiern nicht aufgrund des hohen Andrangs in der UUlm-Mensa stattfinden wuerden. Dieses Bauwerk ist naemlich nicht nur dann eine Katastrophe, wenn es um ihren eigentlichen Bestimmungszweck geht, auch fuer derartige Feiern ist die Bude ein architekturpreisgekroenter Albtraum. Im Prinzip hat man nur eine Ueberlebensschance: Weichen Blitz von rechts, hartes Aufhelllicht von links, Verschluss ziehen und beten. Korrekturmoeglichkeiten gibt es nicht, entweder die Bilder werden was, oder eben nicht. Kontrollieren und ggf. nachstellen kann man erst, wenn der aktuelle Absolvent weg ist — und dann ist es fuer den einzelnen sowieso zu spaet.

In der Situation zeigen sich dann auch die Schwaechen meines Low-Budget-Ansatzes. So ein 45er-Metz hat ja eigentlich schon einiges an Kraft — wenn aber ueber einen Zeitraum von zwei Stunden gut 300 Bilder geschossen werden sollen, machen irgendwann die Akkus schlapp, und auch die Nachladezeiten zwischen jedem einzelnen Bild kaempfen gegen einen. Bleibt also nur, eine kleinere Teilleistung einzustellen. Ich weiss nicht mehr, ob es 1/8 oder 1/16 war, es war jedenfalls zu wenig. Ich muss endlich von der Pi-mal-Daumen-Methode wegkommen…

Als wuerde das noch nicht reichen, gibt es hinterher noch Gruppenbilder. Schon einmal in einer komplett bestuhlten, zugestellten und ansonsten eigentlich nur aus Sichtbeton bestehenden Mensa 90 Personen auf ein Bild gebracht? Ich auch nicht. Letzten Sommer waren’s nur rund 50 Leute, die ich draussen vor dem Suedeingang auf der Treppe drapieren und gegen die untergehende Sonne fotografieren konnte, das klappte sogar recht gut.

Das einzige, was dieses Mal uebrig blieb, war von der Balustrade aus nach unten zu fotografieren. Alle reihen sich auf, schauen nach oben, und ich packe vom Gelaender aus zwei Mal alles an Licht nach unten, was die Blitze hergeben. Resultat: Es faellt von unten nicht auf, dass die 90 Personen nicht in schoenen Reihen stehen, sondern eher einen Haufen bilden. Und es ist quasi nicht auf die Schnelle zu vermitteln, wie die Helfer das unten schnell noch korrigieren koennen.

Naja. Naechstes Mal wissen wir mehr. Wenn ich mich noch einmal breitschlagen lassen sollte ;)

PS: Ich dachte ja, ich sehe nicht recht, als einer der Promovierenden sich als einer der Biolehrer an meiner ehemaligen Schule herausgestellt hat. Irgendwie sehr suess — nochmal herzlichen Glueckwunsch, Herr Dr. F ;)

Spass mit Pocketwizards

Freitag, 19. Dezember 2008

Zu einem Besuch im John Hancock Center gehoert es auch, sich in der (bei uns quasi nicht existenten) Warteschlange vor einem Greenscreen fotografieren zu lassen. Oben sitzen dann professionelle Photoshopper, die einen mehr oder weniger gekonnt vor diverse Sehenswuerdigkeiten Chicagos montieren und einem dann Prints davon andrehen wollen.

Okay. Nun verwenden die also Pocketwizards, um ihre Blitze drahtlos auszuloesen. Und man muesste schon ein wenig mies sein, sich hinterher in den Souvenirshop zu stellen und randommaessig mit dem eigenen PW reinzufunken.

Wenn man naemlich mitgedacht haette, haette man das in der “Schlange” gemacht. Dann haette man auch die Reaktion der Fotografin mitbekommen. Aber das waere ja auch zu kindisch gewesen :->