Zivis für Senio-&Ex-Studenten (Hochschulsemester 14+)
weicheres Toilettenpapier!
…die Eintraege hatten natuerlich zum Teil eine Evolution hinter sich: Aus “Wein” wurde “Weinbrand”, daraus “Weinbrandbohnen”, aus “Avocado” eine “Acovado-Creme”, etc.
Und wieder bin ich hin- und hergerissen zwischen einem abfaelligen “Kacknerds!” und dem Wunsch, hinzufahren
Der Artikel bei Spreeblick, wie man ein Szene-Berliner wird, ist eigentlich ziemlich wahr. Das Dumme daran ist nur, dass er das wahrscheinlich eher unfreiwillig ist.
Die klischeehaften Hipster, wie sie dort beschrieben werden, sind ja jetzt nichts wirklich neues. Vor fuenf Jahren haben wir uns ueber Emos lustig gemacht, und in zwei Jahren wird es die naechste Gruppe geben, die in ihrem Nichtkonformismus erstaunlich uniform auftritt. Geschenkt. Ebensowenig ist es neu, dass irgendwelche Trends in den USA anfangen, irgendwann dann in Grossstaedte wie Berlin oder Koeln schwappen, und ein Jahr spaeter tragen dann auch in Ulm auf einmal alle Frauen Ugg-Boots. Wenn der Trend bis dahin nicht unterwegs verhungert (bei Ugg-Boots leider nicht der Fall), in welchem Fall man das maximal noch ironisch verwenden kann.
Zu jeder Kultur gibt es dann eine Gegenbewegung, die sich ihrerseits von den Konformnonkonformisten abhebt, sich abfaellig ueber sie auslaesst und das dann “Satire” oder “den Spiegel vorhalten” nennt.
Man koennte sich jetzt darueber auslassen, warum denn Leute ueberhaupt nach Berlin ziehen, wenn sie nicht mit den Szenetypen zurechtkommen. Vermutlich, weil sie diese Rolle geniessen und gerne mal Artikel fuer die Neon schreiben wuerden. Oder man koennte lamentieren, dass ja nun alles viel doofer ist als vor 10 Jahren, wegen der vielen Schwaben, undsoweiter. Und dann kommt der naechste und sagt, dass das vor 10 Jahren auch schon doof war, im Gegensatz zu vor 20 Jahren. Und zur selben Zeit finden noch mehr Schwaben ihre Kleinstadt doof und wollen auch nach Berlin, um Szenetypen zu werden.
Und dann frage ich mich, warum die eigentlich alle meckern, anstatt ihre Stadt einfach selbst ein bisschen toller zu machen. So wie Laura und Wanda.
Coats informed the German minister that the CIA had wrongfully imprisoned one of its citizens, Khaled Masri, for five months, and would soon release him, the sources said.
Was dem Deutschen Khaled al Masri Ende 2003 widerfahren ist, war falsch und schweres Unrecht. Darin waren sich Vertreter von Koalition und Opposition einig, nachdem der BND-Untersuchungsausschuss gestern den Verschleppten angehört hatten.
Die 13 Namen auf den Haftbefehlen des Münchner Amtsgerichts klingen wie die von Schauspielern [...]
Der Vorwurf gegen sie ist erheblich: Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung werfen die Ermittler ihnen vor. Im Fall einer Verurteilung würden hohe Haftstrafen drohen.
Sie stehen im Verdacht, im Frühjahr 2004 im CIA-Auftrag den (Ende 2003 in Mazedonien festgenommenen) Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri mit einem von der CIA gecharterten Flugzeug entführt zu haben – und schließlich nach Afghanistan gebracht zu haben. Dort wurde er nach eigenen Angaben erniedrigt und gefoltert, bevor er nach fünf Monaten in Gefangenschaft freikam.
Gibt es ernstzunehmende Zweifel, das el-Masri vom oder im Auftrag des CIA entfuehrt und zumindest illegal festgehalten, unter Umstaenden auch gefoltert wurde?
Muss ich Herrn Junginger von der Illertisser Zeitung mal fragen, was dieses Wort da macht. In der Online-Version findet man es nicht (mehr?)
Am Dienstag habe ich offenbar etwas verpasst: Durch “Maischberger” habe ich nur durchgezappt, und dabei diesen bemerkenswerten Sechs-Minuten-Monolog von Wolfgang Grupp verpasst, der kein ganzes Haar an “Hasardeuren” vom Schlage eines (neben ihm sitzenden) Thomas Kramer oder Donald Trump laesst.
Via Pascal hatte ich zumindest schon die Zusammenfassung beim Spiegelfechter gefunden, die auch eingehend beleuchtet, woher Grupp ueberhaupt kommt und mit welchem Recht er seine Thesen aufstellen kann, und beim spitblog habe ich nun auch das passende Video dazu gefunden:
Praedikat: Fernsehgold. Das entscheidende Stichwort fuer mich ist die Wertschoepfung im Gegensatz zu irgendwelchen Beratervertraegen oder 1-Euro-Jobs, die hierzulande die Brasilianisierung immer noch weiter treiben.
Wer an der uulm studiert und sich fuer derartige Zusammenhaenge interessiert, dem sei die Vorlesung “Informationsgesellschaft und Globalisierung” uebrigens waermstens ans Herz gelegt. Leitender Dozent ist kein geringerer als Franz Josef Radermacher.
Dr. Georg Nuesslein (CSU, NU): Telefon 030-227 77026, Fax 030-227 76269
Hilde Mattheis (SPD, UL): Telefon 030-227 75142, Fax 030-227 76713
Ich weiss, das Thema haengt einem mittlerweile fast schon wieder zum Hals raus. Aber keine falsche Scheu, einfach mal Buergernaehe auch ausserhalb des Wahlkampfs betreiben und die Watschen des BVerfG ruhig nochmal ordentlich reinreiben. Bei Frau Mattheis habe ich den Eindruck, dass die Argumente ankommen und mittlerweile auch gehoert und verstanden werden, bei Herrn Nuesslein… ruft an.
Um dem Untertitel dieses Blogs mal wieder alle Ehre zu machen, verzichte ich jetzt mal auf eine auch nur ansatzweise sinnvolle Sortierung.
Dinge, die man in Berlin machen sollte. Ganz viele. Richtig echte Berliner kennenzulernen, zum Beispiel. Ist schwieriger, als es sich anhoert. Dinge, die ich aus Erfahrung empfehlen kann: Den Club der Visionaere.Fremde Haeuser besteigen, wobei ich nicht weiss, ob das auch ohne Wlada so klappt wie vor nem Jahr. Die Caldera-Bar, vor allem Wochenends, wenn Manuel die Cocktails macht. Paules Metal-Eck, direkt um die Ecke, hat zwar keine funktionierende Website mehr, sollte man auch mal gesehen haben: Krossener Str. 15, Friedrichshain. @gruenzeug war beispielsweise sehr angetan von ihrem Cocktail und der Art, wie er serviert wurde. Und Dank @hey_johnnypark habe ich jetzt noch einen ultimativen Insidertip: Den Madenautomat im Wedding. Genau.
A propos Wlada. Die ist ja gerade in Washington und hat entsetzt erkannt, dass die Zeitungsbranche dort tatsaechlich so am Arsch ist, wie ich ihr immer erzaehlt habe. Auch dort drueben kann sie aber das publizieren nicht lassen und schreibt fuer brightestyoungthings, und unter anderem war sie neulich bei einem Konzert von Nouvelle Vague. Und die find ich gut. Echt jetzt. Deswegen binde ich hier jetzt ein Video ein, so:
Der elegante Rueck-Uebergang zu Berlin ist jetzt natuerlich am Arsch. Unbeeintraechtigt davon werde ich aber im April nun doch wieder bei der re:publica sein, und Scheisse, sieht das Programm dieses Mal gut aus! Derzeit habe ich mal nur nach der Lustig-und-potenziell-interessantigkeit der Titel ausgewaehlt, und die sind zum Teil schon ganz toll:
Praktische Anti-Zensur (Florian “scusi” Walther, teilweise ueberschneidend mit Jeff Jarvis, wobei ich nicht weiss, was der abgesehen vom ueblichen wir-muessen-alle-alles-wie-Google-machen vortragen will)
Und mein Favorit: Let’s Screw up the Entire Internet to Save Newspapers! (Matthias Spielkamp)
Ich werde mich dann wohl entweder klonen lassen oder kurz vorher den ganzen Plan wieder umschmeissen muessen. Zum Glueck wird vieles aufgezeichnet, d.h. man geht einfach in die kleinen Vortraege, bei denen am ehesten eine interessante Diskussion entsteht, jedenfalls wenn die Speaker nicht wieder gnadenlos ueberziehen.
Diskussionen. Ja. Ich versuch jetzt gar nicht erst, einen Uebergang zu bauen. Ueber die research trends in media informatics 2010 wollte ich jetzt schon seit Wochen etwas schreiben. Stattdessen schliesse ich mich einfach Benjamin an: rtmi10 war so ziemlich das tollste, was ich bislang an der Uni Ulm erlebt habe. Die Vortraege waren durch die Bank qualitativ top, die Themen interessant, und mit den anschliessenden Diskussionen haette man sicherlich nochmal einen Tag fuellen koennen. Benni, Basti, Flo und ich waren so angetan davon, dass wir die wahnwitzige Idee ins Auge gefasst haben, so etwas als offenes, dauerhaftes Format an der Uni einzurichten. Jeder soll vortragen duerfen, Thema egal, nur zwei Vorgaben: Je Vortrag maximal 17 Minuten, und das Publikum darf sich unter gar keinen Umstaenden langweilen. Wer also schon immer mal in 17 Minuten auf interessantestmoegliche Weise ueber das Wanderverhalten der siebzehnjaehrigen Zikade referieren wollte, fuehle sich hiermit bereits eingeladen, einen Vortrag zu bauen — naeheres folgt.
Die Laws reichen teilweise mittlerweile 20 Jahre zurueck — und ich komme mir gerade richtig alt vor, weil mir pi, Adrian Suter, Didi Bruegmann und Lutz Donnerhacke noch aus meiner eigenen Usenet-Zeit vor gefuehlt 100 Jahren bekannt sind, und mir viele der anderen Namen (und speziell natuerlich die Gesetze) zumindest irgendwo im Hinterkopf noch bekannt vorkommen.
Morgen ist Buergermeisterwahl in Altenstadt — vier Jahre zu frueh, eigentlich, nachdem der langjaehrige Amtsinhaber Gustav Schloegel im vergangenen Herbst nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben war. Die Rathausfraktionen aus CSU, SPD und Freien Waehlern waren sich ungewohnt einig bei der Nominierung eines Nachfolgekandidaten: Wolfgang Hoess soll es werden, der bislang in der kommunalen Verwaltung taetig war.
So viel Einigkeit warf natuerlich Fragen auf: Ein Wunschkandidat aller Fraktionen? Ob man da nur einen wohlgesonnenen “Abnicker” haben wolle, der auch ja den Zielen der altgedienten Marktraete nicht im Weg stehen wuerde? Bald wurde ein Einzelhaendler aus dem Ort als Gegenkandidat ins Spiel gebracht — der aber noch auf der potentiellen Nominierungsversammlung das Handtuch warf.
Auf derselben Veranstaltung fiel dann auch kurz darauf ein weiterer Name: Norbert Baumgaertner, der in Altenstadt als Versteigerer ansaessig ist und zu den groessten Gewerbesteuerzahlern gehoert (oder sogar der groesste? Ich weiss es nicht.) Der fuehlte sich aber erst einmal ueberrumpelt und lehnte ab — die Nominierungsfrist verstrich, und so wird nur Hoess auf dem Stimmzettel stehen.
Das bayerische Kommunalwahlrecht kennt hier aber eine Besonderheit: Falls nur ein Kandidat fuer das Buergermeisteramt auf dem Stimmzettel steht, kann der Waehler eine beliebige andere Person haendisch eintragen. Und so wurde Baumgaertner von diversen anderen Buergern bedraengt, er moege doch auch offiziell seinen Hut in den Ring werfen — was dieser schlussendlich auch tat. In einem ruehrigen “Forum”, dessen Betreiber nur halbherzig ihre Wunschpraeferenz kaschieren, kommt sowohl der inoffizielle Kandidat als auch — per Karikatur — der vermutete Buergerwille zur Sprache. Die Wahl wird morgen wohl fuer Hoess ausfallen, interessant wird es aber allemal werden.
Interessant am Rande: Die Illertisser Zeitung wollte Baumgaertner gar nicht erst interviewen. Das naehrt natuerlich die oben genannten “Filzmunkeleien” nur weiter. Und noch eins am Rande: Den von Baumgaertner genannten Vorgang auf der Raiffeisen-Mitgliederversammlung habe ich ebenfalls mitbekommen, und mich haetten die von ihm gestellten Fragen ebenfalls interessiert. Ich fuehle mich versucht, die RaiBa-Vorstandschaft ein wenig zu piesacken…
Unaware of the German way to tackle this problem, your approach would probably be to start working really hard to actually become the artist you claim to be. You know, put some old-fashioned effort into something, become an expert, then dedicate your life to it, try to reach beyond what others have reached for, fail at it, and fail at it over and over again, driving you into a severe alcoholism, then a drug habit that almost kills you, then outright madness that makes you obey the voices in your head telling you to cut off an ear, wrap it into tissue to give it to a prostitute, and finally taking you to the edge of suicide, because the very matter you dedicated your life to, has betrayed you, until finally, one day, in a time of greatest possible desperation, something else, something that has been hidden deep inside you, takes over, and suddenly every step you need to take is clearly laid out in front of your inner eye, and you walk the walk, ascending to a higher level of knowledge, forever shedding your limited comprehension of the world, leaving behind your entanglement in pretentious and shallow counter-culture kitsch, engrossing you with nothing but amused alienation from the activities and values that once mattered, because finally, life has turned you into a true artist.
Or, if that sounds too hard, attend a Tatort party.