Der Soundtrack deines Sozialen Netzwerks

Mittlerweile duerften quasi alle Leute, die ich kenne, “The Social Network” gesehen haben, und die Palette der Eindruecke reicht von “erstklassig” bis “dahinplaetschernd und nichtssagend”. Der Knuewer findet beispielsweise letzteres (natuerlich verbunden mit einem Rant “Alte Medien — Internet”) und unterstellt ihm handwerklich schlechte Arbeit; Jeff Jarvis findet den Film handwerklich gut, aber inhaltlich schlecht ausgefuehrt; und Lawrence Lessig beleuchtet das Ganze nochmal aus Sicht der Sache mit dem “geistigen Eigentum”.

Ich war fasziniert. Und nachdenklich.

Ich muss an der Stelle nochmal zurueckspulen: Wir waren zu viert im Kino. Bei mir noch Claus und Tobias, die beide seit mehr als fuenf Jahren die Techniker eines regionalen Social Networks sind, und Anya, die dort vor Jahren zum ersten Mal “fuer jemanden fotografiert hat”. Und ich, mittlerweile auch ein paar Jahre dabei. Wir sind kein Facebook, um Himmels Willen, aber immerhin sowas wie das gallische Dorf zwischen Lokalisten und Kwick, wenn man metaphorisch von Muenchen nach Stuttgart faehrt.

Nach dem Film standen wir alle nochmal ein paar Minuten vor dem Kino zusammen. Wortlos. Claus sagte hinterher, er hatte in dem Moment Lust, sich einfach an den Rechner zu setzen und zu coden. Ich dachte daran, wie unsere Story noch so verlaufen haette koennen, wenn wir in den zehn Jahren hier und dort anders gehandelt haetten. Nein, nicht wie die von Facebook, klar. Egal.

Was in diesem Moment gut haette laufen koennen: Der Treznor-Soundtrack, als heimlicher Star des Films. Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, ob es auf Facebook auch die typischen StudiVZ-Gruppen a la “Das Leben sollte einen Soundtrack haben” gibt. Jedenfalls sollte so ein Soundtrack von Trent Reznor kommen.

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2 Kommentare

  1. Am 12. Oktober 2010 um 22:56 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hä? Entweder ich kapier was nicht (weil ich den Film erst übermorgen anschauen werde) oder wir haben ziemlich unterschiedliche Vorstellungen von guter Filmmusik. Also das da oben ist okay, aber doch nichts besonderes.

    • Am 13. Oktober 2010 um 16:18 Uhr veröffentlicht | Permalink

      Naja, ein Soundtrack ist dann gut, wenn er zur Stimmung des Films passt. Und in die Anfangsszenerie passt der obige Track hervorragend — genauso wie in die Stimmung, die da neulich abends herrschte. Oder gestern abend im TU-Buero war. Gerade eben bei Sonnenschein und entspannter Stimmung abgespielt funktioniert’s tatsaechlich nicht mehr so arg. Interessant.

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